Entschlossenheit

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Seitdem LJ weg war, war mein Leben einfach nur noch grau. Freunde, Familie, Schule...all das interessierte mich nicht mehr. Ich wollte nur LJ wieder zurückhaben. Isaac hatte seit dem Vorfall nicht mehr geredet oder ähnliches. Etwas, worüber ich froh war. Wer weiß, was passiert wäre wenn, so frustriert wir ich im Moment war. Meine Mutter hatte am Anfang sich noch Gedanken um mich gemacht, aber dann kam ein neuer Kerl in ihr Leben: Roy. Zwar nicht so gut wie Papa aber auf jeden Fall besser als Fred.

Gerade saß ich wieder im Unterricht. Da ich in dem Fach sowieso nicht durchstieg, hatte ich wieder Zeit zum Nachdenken. Obwohl, selbst wenn ich gut in diesem Fach wäre, ich hätte eh nicht aufgepasst. Das erinnerte mich immer daran, wie LJ sich-

Halt, stopp. Ich sollte aufhören an ihn zu denken!

Doch so sehr ich es auch versuchte, er ging mir nicht mehr aus dem Kopf, wodurch der Schmerz in meiner Brust immer schlimmer wurde. Ich brauchte LJ. Ich brauchte ihn so sehr...

,,(V/N), was ist los?"

Verwundert schaute ich auf. Dann spürte ich plötzlich etwas nasses auf meinen Wangen und ich merkte, dass meine Sicht total verschwommen war. Anscheinend weinte ich wieder. Sofort begannen meine Sitznachbarn mir gut zuzureden und mir beruhigend über den Rücken zu streichen. Was sie nicht wussten war, dass sie es nur noch unerträglicher für mich machten. Ich konnte mich nicht beruhigen und um ehrlich zu sein...ich wollte es auch nicht mehr.

Die Sache endete damit, dass ich nach Hause geschickt wurde, mit einem Brief an meine Mutter, mir dringend ärztliche Hilfe zu holen. Lustlos ging ich durch die Straßen, bis ich in unserer Wohnung ankam. Ich war alleine. Mal wieder.

Die drei Stunden, die ich warten musste, bis meine Mutter kam, lag ich auf dem Bett und starrte an die Decke. Als sie dann aber kam, änderte ich auch nichts. Ich ließ ihre Worte, ihr Flehen mit ihr zu reden, an mir abprallen. Um genau zu sein nahm ich sie noch nicht mal wirklich wahr. Und nach ca. ner Stunde war sie auch wieder weg.

Ich war auf einem Abhang, es war nachts. Die Sterne waren beeindruckend. Ein warmer Wind fuhr mir durchs Haar und ich war in starken Armen geborgen. Mein Blick wanderte zu meinem Partner. LJ lächelte, woraufhin ich auch wie ein Honigkuchenpferd anfing zu grinsen. Sein Gesicht kam mir entgegen und-

Schlagartig wachte ich auf und presste sofort weinend das Kissen an mich. Ich fühlte mich so leer. Und genau in diesem Moment hatte ich die Idee. Die Idee, welche mir helfen würde LJ wiederzufinden. Oder zumindest wenn dabei draufzugehen. Schnell wischte ich meine Tränen weg und ging zum Kleiderschrank. Was wäre am besten für sowas geeignet? Schließlich entschied ich mich für eine schwarze, robuste Jeans, einem schwarzen T-Shirt und eine dunkle Hoodie sowie Papas alte Wanderschuhe, welche ich vor meiner Mutter gerettet hatte. Meine Haare band ich zum Zopf zusammen. Dann suchte ich schnell das nötigste zusammen: Eine alte Taschenlampe mit neuen Batterien, welche ich die ganze Zeit in der Hand halten würde, Ersatzbatterien, welche ich in alle möglichen Taschen stopfte, und ein Stirnlicht für den Notfall. Ein entschlossenes Ich schaute mir im Spiegel entgegen. Ich war bereit. Ich würde es schaffen, LJ zurückzuholen oder zumindest mit ihm zu reden. Leise schlich ich mich aus meinem Zimmer durch den Flur und zur Haustür. Meine Mutter hatte sie abgeschlossen. Vorsichtig schob ich den Riegel beiseite und drehte den Schlüssel im Schloss um. Wenn meine Mutter jetzt wach werden würde, wäre alles verloren. Bei jedem Klack vom Türschloss zuckte ich daher leicht zusammen. Doch sie wachte nicht auf. Erleichtert atmete ich durch, öffnete die Tür und schloss sie so leise wie möglich hinter mir. Mit leisen Trappelschritten verließ ich das Treppenhaus. Nun gab es kein Zurück mehr. Kurz atmete ich die Nachtluft ein. Sie war kühl und hatte einen leichten Hauch von Regen. Perfekt um einen ruhigen Kopf zu bekommen. Kurz überlegte ich, ob ich mit dem Fahrrad fahren sollte, entschied mich aber dagegen. Es war viel zu laut, jetzt das Garagentor zu öffnen. Also ging ich zu Fuß durch die schwarz-gelb getönten Straßen, direkt auf mein Ziel zu: Den Wald. Denn heute Nacht würde ich ein Spiel spielen. Ein Spiel mit einer Person, die mich zu LJ bringen kann.

The light behind your eyes [Laughing Jack x Reader]#TeaAward2018 #iceSplinters19Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt