Ich blieb wie angewurzelt stehen, ich hätte lachen können, wenn es nicht so verdammt weh getan hätte.
Savannah wiederzusehen, war etwas, dass ich mir öfter gewünscht hatte als ich zugeben würde, ich vermisste sie und ich fühlte mich schlecht, dass ich einfach verschwand, nicht dass ich eine große Wahl gehabt hätte.
Aber sie in diesem Context wiederzusehen, hatte ich nicht in Traum erwartet, wie in einer schlechten Sitcom erscheint sie als die Schwester des Mannes den ich gleichermaßen liebte und hasste.
Tränen stiegen in mir hoch, Tränen von denen ich dachte, dass ich keine mehr in mir hätte, alles um mich herum schien bedeutungslos, nichts machte mehr einen Sinn für mich.
Einzig und allein der Schmerz in mir existierte noch, dass Nate mich anlog, dass ich ihn anlog, dass mir jeden tag, den ich hier bin etwas genommen wird, es wurde mir mehr genommen als ich hier gefunden hatte.
Ich liebte Shane, Sarah, Nate und Jason, meine Mädchen und die Jungs, sie waren meine Familie, doch ich hatte das Gefühl dadurch mich selber zu verlieren.
Mit zitternden Knien lief ich in Richtung meines Bettes, ich setzte mich auf den Rand und griff nach dem Matratze, ich hielt sie so fest, dass meine Knöchel weiß wurden und schließlich taub.
Erst dann stand ich wieder auf, lief ins Bad, lief wieder zurück in mein Zimmer, mein Herz raste, ich raufte mir die Haare, kaute auf meinen Fingernägeln.
Ich konnte diese Situation nicht verarbeiten, ich wusste nicht was es war, dass mich so zu Fall brachte.
Bis jetzt konnte ich mich immerwieder fangen, aber diesesmal schien es für mich unmöglich.
Weiter lief ich zwischen Bad und Zimmer hin und her, einen Arm legte ich um mich selber, mit dem anderen fummelte ich am Kragen meiner Bluse, ich hatte das Gefühl zu ersticken.
Ich versuchte mich auf meine Atmung zu konzentrieren, ging in die Hocke, raufte mir erneut die Haare und spürte wie Tränen meine Wangen runterliefen.
Die Panik und die Wut in mir brachten mich an meine Limits, ich seufzte und weinte, griff mir wiederholt an den Hals, an mein Herz, ich wollte dass das alles aufhört, wollte es nicht mehr fühlen.
In diesem Moment wollte ich gar nichts mehr fühlen.
Wie von einer Biene gestochen schreckte ich hoch, lief ins Bad und blieb vor dem Waschbecken stehen, ich sah mich im Spiegel an, aber erkannte mich nicht mehr, blasse Haut, dunkle Augenringe und eingefallene Wangen starrten mich an.
Hastig kramte ich schließlich in dem Schrank unter meinem Waschbecken, bis ich fand, wonach ich suchte.
Ich griff nach den Tabletten und stellte mich wieder hin, zitternd öffnete ich den Deckel der Dose und sah hinein.
Mein Gewissen schrie mich an, verfluchte mich, alles um mich rum wurde lauter, mein atmen, mein Herzschlag.
Ich hatte das Gefühl als würde ich explodieren, bis ein kleiner Moment der Klarheit in mir aufloderte und ich die Tablettendose lautstark auf dem Waschbeckenrand plazierte.
Ich war zurück, war geschockt von mir selber und lieferte mir ein brutales Gefecht mit meiner sucht, die sich zu Wort meldete.
Ich entzog mich der Situation, lief wieder in mein Zimmer, raufte mir wieder die Haare und versuchte nach Luft zu ringen.
Jede Faser meines Körpers schrie vor Schmerz, lauter als jemals zuvor durchdrang er mich, begrub mich unter sich.
Ich war hilflos und gefangen in mir, alles was in den letzten Tagen passiert war brach über mich ein, jede Erinnerung, jedes Wort, jede schmerzvolle Berührung.
Ich drohte zu zerbrechen, ich weiß nicht mehr wie oft meine Gedanken schrien, dass ich es nicht mehr aushalte, dass alles zu viel wird, bis ich mich in meinem Badezimmer wiederfand.
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The Mafia Game - First Lady
RomantikSamara Blanc ist eine junge Frau, sie wohnt in London, arbeitet in einem kleinen Pub und führt ein ganz normales Leben. Vor ca 3 Monaten ist sie aus ihrer Heimatstadt Paris geflohen, weg von ihrem gewalttätigen Verlobten und ihrem Vater der sie zu...
