Wiedersehen

2.2K 63 2
                                        

Die beiden Männer die mich festhielten zerrten mich in die alte Kirche, es war dunkel, die steinwände waren fast zerfallen.

Einige Trümmer lagen auf dem kalten steinboden, die alten kirchenbänke sahen vermodert aus, das Holz war angelaufen und auf allen lag eine große Schicht staub.

Ich richtete meinen Blick wieder nach vorne, während die Männer mich weiter den Gang entlang führten.

Am Ende des riesigen Raumes stand ein steinerner Altar, er war aufwändig verziert und das leichte mondlicht erhellte ihn kaum merklich, hinter dem Altar war eine riesige Figur von Jesus am Kreuz aufgestellt.

Wäre ich gläubig, hätte ich jeden Gott und ihre Söhne angefleht mich von meinem Leid zu befreien und Zach und seinen Männern zu geben, was sie verdienen.

"Prends ja chaise, Étienne!"(hol den stuhl, Étienne!) Herrschte einer der beiden Männer den anderen an und deutete mit dem Kopf auf die ecke in der ein alter Holzstuhl stand.

Mit einem verächtlichen schnauben ließ der Mann von mir ab und stapfte in die ecke, bevor er den Stuhl nahm und ihn direkt vor mir und vor dem Altar aufstelle.

Ich sah mich um, suchte verzweifelt nach einer Möglichkeit hier raus zu kommen, doch die einzigen fenster, die sich hier befanden waren vergittert.

Ich verfluchte mich, dass hier hier war, dass ich das zuließ, doch ich wusste wofür ich es tat.

Der Mann der mich noch festhielt zog mich mit einem Ruck an meinem oberarm weiter zu sich ran, ich starrte auf den Stuhl gegenüber von mir und versuchte mich nur auf ihn zu konzentrieren.

Ich spürte warmen atem auf meiner haut, als er sein Gesicht neben meines brachte und seine Nase in meinen Haaren vergrub.

"Assieds -toi!" (Hinsetzten!)Zischte er mir ins Ohr und sendete Ekel durch meinen ganzen Körper.

Ich zuckte kurz zusammen und versuchte mich von ihm los zu reißen, doch Étienne griff nun wieder nach meinem Arm und zwang mich, stehen zu bleiben.

Sie drückten ihre Finger weiter in meine oberarme und zerrten mich zu dem Stuhl, mit einem starken Ruck drehten sie mich um, ich verlor das Gleichgewicht und fiel auf den Stuhl.

Bevor ich wieder aufstehen konnte, spürte ich, wie meine Arme hinter die lehne gezogen wurden und meine handgelenke mit etwas, dass sich anfühlte wie Plastik zusammengebunden wurden.

Es schneidete ein, sofort wurden meine Handgelenk wund, bei dem Versuch meine Hände zu bewegen spürte ich, wie sich meine haut löste.

Mit Panik in den Augen schaute ich hoch, ich saß mit dem Rücken zum altar, mein gesicht auf die große Eingangstür gerichtet.

Mit 2 weiteren kabelbindern befestigten sie meine Knöchel an den stuhlbeinen und ließen mich schließlich alleine zurück.

Ich hörte wie hinter mir eine Tür geöffnet wurde und versuchte über meine Schulter hinweg, die Ursache für das Geräusch zu finden.

Ich sah noch, wie sie einen Raum betraten, bevor sie die Tür hinter sich schlossen und mich mit meinem leid und meinen Gedanken alleine ließen.

Es kam mir vor wie stunden, als sich die Tür von eben wieder öffnete und ich Schritte hörte, die über den harten steinboden in meine richtung liefen.

Und in diesem Moment schoss es wie ein Blitz durch meine andern, ich wusste wer es war, ich brauchte ihn nicht sehen, die Angst und Panik, die sich in mir ausbreitete, hatte mich noch nie getäuscht.

"Ah, ma petite, maintenant in peut parler." (Ah, meine kleine, jetzt können wir reden) hörte ich die dunkelste stimme, die ich kannte ausrufen und spürte, wie er seine Hand auf meine Schulter legte.

The Mafia Game - First LadyWo Geschichten leben. Entdecke jetzt