"Ich möchte keine Dame werden." stellte Anne klar, als sie, Diana und Marie unter der Tafel sassen und ein Buch lasen. "Könnten kleine Mädchen verstehen, wie vulgär es ist, gemeinsam zu kichern als wäre die ganze Welt eine lächerliche Sache, schreckten sie zurück von derart unbegreiflichem Unsinn."
"Mir wurde dieses Buch beigebracht." offenbarte Marie und seufzte, als ihre Augen die Buchseiten durchsuchten. "Es wird schlimmer."
"Nicht lachen, nicht watscheln, immer gerade nach vorne sehen wenn man geht, aufstossen ist der gesellschaftlicher Ruin? Ah..." Anne schnappte nach Luft, nachdem sie die ernsten kleinen Details las, der eine Dame folgen muss.
"Wir können es uns nicht leisten unsere Erziehung in Paris zu beenden, jetzt hat Mutter beschlossen meine Erziehung zu übernehmen." Diana spuckte die Worte fast aus, ihr Ärger über die Macht ihrer Mutter glitt durch. "Sie sagt, die Kindheit ist beendet."
"Paris ist sowieso ätzend." summte Marie und lehnte sich an die Wand hinter sich. Das kühle Holz spührte sie durch ihr dunkelblaues Kleid, dass einen Schauer über ihren Rücken laufen liess.
"Aber... aber wie kann deine Kindheit beendet sein, wenn sie gerade erst begonnen hat?" fragte Anne in trauer.
"Oh, Anne." seufzte Diana niedergeschlagen, verägert über die Entscheidung ihrer Mutter. Die zwei Umarmten sich bedeutungsvoll, ehe sie Marie packten und in die Umarmung einbezogen. Die Tür hinter ihnen öffnete sich und Cole stolperte in den Raum und liess die Tafelwischer fallen.
"Entschuldigt." entschuldigt er sich und stellt die Tafelwischer wieder dort hin, wo sie herkamen.
"Schon gut." sagte Anne grimmig. "Wir haben nur gerade erfahren, dass unsere Freundschaft zum Tode verurteilt wurde."
"Gibt es ein lächerliches gehässiges Buch, dass Jungs lehrt, Männer zu sein?" fragte Marie, als Anne das Buch vor Cole's Füssen fallen liess, es fiel mit einem dumpfen Schlag.
"Wenn es eins gäbe, würde es mir nicht helfen."
"Was meinst du?" fragte Anne. Marie neigte verwirrt den Kopf und sah zu, wie der Kopf des blonden Jungens erschöpft von Trauer nach unten geneigt war.
"Nichts, entschuldigt." Cole rannte aus dem Raum und liess die Tür hinter sich offen. Die drei hielten sich an den Händen und sassen schweigend und trauerten um den baldigen Verlust ihrer Kindheit. Mr. Phillips betrat den Raum neben ihnen und rülpste ungerührt, bevor er wieder ging.
"Gesellschaftlicher Ruin!" flüsterte Diana, als die Mädchen ihr Gelächter zurückhielten. Sobald sie hörten, wie die Tür zugeknallt wurde, fingen sie alle an, zu lachen.
"Shh." Diana versuchte, die anderen beiden zu beruhigen.
"Entschuldige." entschuldigte sich Anne und hielt sich eine Hand über den Mund. Marie biss sich auf die Unterlippe, um ihr Gelächter einzudämmen.
...
Die Mädchen sassen im Kreis in Anne's Zimmer und bliesen eine Feder hinauf, um sie in der Luft zu halten. Jeder von ihnen kicherte, als sich die Feder auf dem Boden landete.
"Ruby, das ist ernst. Wir sollen gegenseitig unsere Lippen untersuchen." belehrte Anne sie. "Ich finde deine sind zart und einladend.
"Wirklich?" fragte Ruby durch ihr Lachen.
"Tillie's sind sanft und elegant geschwungen. Jane's haben die Form einer Rosenknospe, kurz vor dem aufblühen." fuhr Anne fort. "Meine sind grässlich. Wie fette Raupen die in unserer alten Trauerweide hausen."
"Sie sehen ein wenig geschwollen aus." fügte Jane hinzu.
"Ich bin selbst Schuld. Ich kaue immer auf der Unterlippe wenn ich nachdenke. Das schlimme ist, dass ich dauernd nachdenke." Anne kicherte. "Ist es abstossend, sie anzusehen?"
"Sie sind wundervoll rosig und sinnlich." Diana rieb Anne's Schulter behaglich.
"Wenn ich ein Mann wäre, würde ich deine Lippen küssen wollen und niemals aufhören." fügte Marie hinzu und sprach schliesslich nach langem Schweigen.
"Diana, du hast ohne Zweifel die mit abstand am besten und küssenswertesten Armosbogen. Dein strahlendes Lächeln erhellt jedes Herz." Anne lächelte Diana an, bevor sie sich umdrehte, um Marie anzusehen. "Und du, Marie, hast die dicksten und rosigsten Lippen hier. Wenn ich ein Junge wäre, würde ich sie den ganzen Tag küssen wollen."
"Meint ihr, Prissy und Mr. Phillips haben sich geküsst?" kicherte Ruby.
"Noch nicht." antwortete Jane. "Aber demnächst schon, nehme ich an. Prissy lernt für die Aufnahmeprüfung an der Queen's Academy, und manchmal kommt Mr. Phillips vorbei um ihr dabei zu helfen."
"Hört mal, Prissy ist gerade mal zwei Jahre älter als wir." sagte Tillie.
"Ich wünsche mir einen amtlichen Verehrer, wenn ich 15 bin." sagt Ruby ernst. "Ich hoffe Gilbert ist bis dahin zurück."
"Du denkst nur an Verehrer, Ruby." Anne kicherte.
"Was ist so schlimm daran?"
"Daran ist nichts schlimmes, Ruby. Ich finde es bezaubernd." Marie lächelte das goldhaarige Mädchen an. "Ich werde mit 18 verheiratet sein. Es gibt sogar ein Vertrag."
"Du hast einen Verlobten?" fragte Jane aufgeregt.
"Ja, aber ich habe noch nicht einmal gesehen, wie er aussieht." seufzte Marie traurig und versuchte sich vorzustellen, wie sein Gesicht aussehen könnte oder wie seine Persönlichkeit ist.
"Ich habe noch nie einen echten Kuss gesehen." enthüllte Tillie. "Meine Eltern halten nicht viel von sowas."
"Ich habe mal gehört, wie Mrs. Lynde und ihr Mann sich geküsst haben. Es hörte sich an wie eine Kuh, die ihren Hinterhuf aus dem Schlamm zieht." lachte Jane. Die Mädchen brachen in ein lautes Gelächter aus.
"Wenn jemand mich küssen wollte, fürchte ich, ich würde etwas alberndes tun oder... vergessen, das zu tun, was ich tun sollte." Diana wurde besorgt. "Was gibt es für Regeln? Wieso unterrichtet niemand Kussetikette?"
"Wir spielen ein Spiel." Anne sprang von ihrem Platz im Kreis auf. "Finden heraus, wer am romantischsten freien kann. Tapfere Ritter, Verwunschene Prinzessinnen, Zauberer und Desperados! Das wäre eine tolle Übung."
"Diana, du spielst den galanten, jungen Herrn." Diana kniete sich schnell vor Anne nieder. "Prinz Wisteria, lässes du die Glücks feder schweben, und wählest deine herzallerliebste Jungfer?"
"Das will ich." Diana akzeptierte die Feder. Sie liess die Feder vor den anderen Mädchen fallen und alle sahen zu, wie sie in Tillie's Schoss landete.
"Was soll ich tun, Diana?" fragte Tillie aufgeregt.
"Tillie, du solltest Prinz Wisteria nicht ansprechen wie unsere Freundin Diana. Das verdirbt die Stimmung." belehrte Anne.
"Ich... ich warte darauf, dass mein hübscher, junger Prinz kommt und mich erobert."
"Wohl an, wer ist dies holde edele Mägdelein? Diana sprach tiefer, um männlicher zu klingen. Sie drehte Tillie herum und küsste ihre Wange, wodurch die anderen Mädchen hysterisch wurden.
"Warum muss das Mädchen auf den Jungen warten?" fragte Anne.
"Was?"
"Anne!"
"Bist du verrückt?"
"Wenn ich einen Jungen küssen wollte, kann ich ihn nicht einfach... küssen?" sagte Anne.
"Nein, Anne!"
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Snowy Days ∆ Gilbert Blythe german translation
Romance"Ich wünschte, wir könnten jeden Tag so verbringen wie wir verschneite Tage verbringen" Dies ist eine Übersetzung und ich habe keinerlei Rechte an dieser Geschichte. Die Rechte der Geschichte gehören der Autorin (DiedFromCuriosity)
