Kapitel 27

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Gilbert und Marie standen vor einer Holztür, klopften und warteten auf eine Antwort. Mary öffnete schnell die Tür und war überrascht, wen sie sah.

"Gilbert? Marie? Habt ihr Bash gesehen?" Fragte sie besorgt.

"Ich habe gehofft, dass sie hier ist." Sagt Gilbert, verwirrt über Sebastians Verbleib.

"Das war er, aber..." Mary seufzte und kämpfte gegen die Tränen an.

"... als er meinen Sohn sah und ist er weg, bevor ich es erklären konnte." Erklärte Mary, als die drei am Tisch sassen und Tee tranken. "Ich habe Bash nie gesagt, dass ich ein Kind habe, geschweige denn ein Erwachsenes."

"Darf ich fragen, wieso nicht?" Gilbert stellte seine Tasse ab und sah Marie an, die beruhigend Marys Hand hielt.

"Weil sie sich meinetwegen schämt." Ein Mann in den Zwanzigern verliess das Schlafzimmer und gesellte sich zu ihnen.

"Gilbert, Marie, das ist mein Sohn, Elijah." Stellte Mary ihn vor.

"Oh. Elijah. Freut mich." Gilbert stand auf und streckte die Hand aus, damit er sie schütteln konnte. Mary warf ihrem Sohn einen Blick zu, der ihn dazu brachte, Gilberts Hand zu schütteln.

"Es ist schön, dich kennenzulernen." Marie nickte höflich.

"Ich schäme mich nicht für dich." Mary drehte sich zu ihrem Sohn um. "Nur wenn du dich mit den falschen Leuten rumtreibst."

"Willst du das wirklich jetzt besprechen?" Elijah senkte seine Stimme und sah Gilbert und Marie an. "Ich muss gehen."

"Du bist doch gerade erst gekommen!" Mary stand von ihrem Platz auf und liess Maries Hand los.

"Geschäfte." Elijah griff nach seinem Mantel. "Hier bekomme ich sowieso keine Ruhe, wenn du die ganze Zeit wegen einem Mann jammerst."

"Geschäfte." Knurrte Mary, als ihr Sohn aus der Haustür trat. "Er ist Schwarzbrenner. Manchmal hasse ich alles hier."

"Hast du Bash deshalb nichts gesagt?" Fragte Gilbert. Marie stand auf und griff nach den leeren Tassen, brachte sie zum Waschbecken und wusch sie sauber.

"Ich habe ihm nichts gesagt, weil  ich angst hatte, dass er schlecht von mir denken würde, wenn er erfährt, dass ich... ein uneheliches Kind habe." Offenbarte Mary und seufzte, als die Last von ihren Schultern viel. "Das ist die ganze Wahrheit."

"Du musst selbst noch ein Baby gewesen sein." Gilbert sah sie mitfühlend an. "Entschuldige, dass war unverschämt."

"Ich habe es mir nicht ausgesucht. Aber die Menschen urteilen schnell." Mary warf einen traurigen Blick auf den Boden.

"Wir werden nicht über dich urteilen." Marie stellte die Tassen zum trocknen zur Seite und trocknete sich die Hände, bevor sie sich umdrehte und die Frau anlächelte.

"Bash wird es verstehen. Davon bin ich überzeugt." Fügte Gilbert hinzu. "Hast du eine Ahnung, wo er sein könnte?"

"Er kennt sich im Sumpf kaum aus. Ich habe ihn die ganze Nacht gesucht." Mary legte ihre Hände auf ihre Hüften, als sie nachdachte.

"Letzte Nacht war es eiskalt." Sagte Gilbert.

"Ja war es. Armer Sebastian, er hasst die Kälte." Mary seufzte, als sie sich Sorgen um Sebastian machte.

Gilbert und Marie nickten zustimmend.

"Er hasst die Kälte."Wiederholte Mary, als sie realisierte, wo er ist. Die drei zogen ihre Mäntel an, eilten aus dem Haus und liefen direkt zum Waschhaus.

"Habt ihr Sebastian gesehen?" Fragte Mary und eilte in die warme Wäscherei, Gilbert und Marie dicht hinter ihr.

"Gib mir meine fünf Mäuse zurück." Eine der Frauen grinste Jocelyn an.

"Wir wollten ihn nicht abweisen, aber wir wollten auch nicht die Kunden verlieren." Sagte Jocelyn, als sie aufhörte zu arbeiten.

"Er ist also hier?" Fragte Gilbert und ging zu Mary.

"Mh-hmm." Summte Jocelyn.

"Wo?" Marie sah sich im Raum um und suchte nach ihrem Freund. Jocelyn nickte in die Richtung des grossen Korbes, dass mit einem Bettlaken bedeckt war. Mary schob sich am paar vorbei und riss das weisse Tuch weg. Sebastian schlief tief und fest darunter.

"Voll wie tausend Mann." Kommentierte Jocelyn.

"Oh Sebastian." Mary seufzte und nahm mit Jocelyns Hilfe das Laken weg.

"Hey, Bash, wach auf." Gilbert beugte sich vor, um ihn sanft zu schütteln. "Wach auf, Bash."

Sebastian öffnete die Augen und sah Gilbert und Marie, bevor er zu Mary aufsah.Ein Lächeln breitete sich auf seinen Lippen aus, als er die Frau sah, in die er sich verliebt hatte.

"Mary süsse, du wirst dich doch nicht mit so einem einlassen." Sagte Jocelyn kopfschüttelnd zu Sebastian. Sein Lächeln verschwand von seinem Gesicht, als er bemerkte, dass eine neue Frau auf ihn zukam, um ihn aunzusehen.

"Ich schon." Sie grinste und sah auf Sebastian herab.

"Er ist ein Seufer!" Fügte Jocelyn hinzu. Marie lachte über diesen Kommentar, als sie darüber nachdachte, wie Sebastian s^war, wenn er betrunken war. Gilbert kniff sie in die Seite und brachte sie dazu, aufzuquietschen und mit dem Lachen aufzuhören.

"Ich bin kein Säufer. Ich habe Liebeskummer." Rechtfertigte sich Sebastian. Mary kniete sich neben ihn und legte ihre Hand vorsichtig auf seine Wange.

"Es ist nicht so, wie du gedacht hast." Erklärte Mary und sah ihm direkt in die Augen.

"Der Mann, den du gesehen hast, war Mary's Sohn." Fügte Gilbert hinzu.

"Sohn?" Sebastian runzelte verwirrt die Stirn und sah Mary an. "Dein Sohn? Heisst das, du kannst meine Frau werden?"

"Deine Frau?" Mary kicherte ungläubig.

Marie  zwickte Gilbert aus Rache in die Seite. Mary beugte sich vor, küsste Sebastian als Antwort. Alle Frauen  jubelten ebenso wie Gilbert und Marie.

"Was machst du denn hier, Blythe?" Fragte Sebastian, als Gilbert ihm aus dem Korb half.

"Ich- ich schätze, ich habe ein Hochzeitsgeschenk für dich." Gilbert lächelte und trat zurück und holte ein Stück Papier aus seiner Tasche. "Das ist die Besitz Urkunde der Farm. Unterzeichne sie bitte, denn du bist mein Partner. Meine Familie."

"Du wirst die Frau eines Bauerns sein." Flüsterte Marie Mary zu, die beiden Frauen kicherten leise über den Kommentar.

"So wie du."

"Ich möchte, dass du deine Anteile am Land hast. Offen und ehrlich." Gilbert reichte Sebastian die Urkunde.

"Wir ziehen das durch." Sebastian unterschrieb und kicherte vor Freude.

"Richtig. Und hey, es tut mir leid." Gilbert lächelte und nickte glücklich. "Ich ändere den Plan nicht."

Sebastian streckte seine Hand aus, bevor er Gilbert in eine Umarmung brachte.

"Ich hoffe du hast dich auch bei Marie entschuldigt." Sebastian grinste. "Du hast auch ihre Gefühle verletzt."

"Oh, ich habe mich entschuldigt." Gilbert kicherte und zwinkerte dem errötenden Mädchen zu.

"Weisst du was, ich will es nicht wissen." Sebastian rümpfte angewidert die Nase.

"Mary, willkommen in der Familie. Ich bin froh, dass du jetzt ein Teil davon bist." Marie lächelte die Frau an, bevor die beiden sich glücklich umarmten.

"Ich bin froh, ein Teil davon zu sein."

Snowy Days ∆ Gilbert Blythe  german translationGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt