35

147 7 1
                                        

Stefan und Thomek begleiten beide Sebastian und Drogo nach Indien. Stefan und Thomek haben schon öfters mit Sebastian Abenteuer erlebt und sie sind erfahrene Archäologen. Sie haben gemeinsam die halbe Welt bereist und mit Sebastian zusammen die andere Hälfte. Sie können sich blind auf den jeweils anderen verlassen und das ist ein Vorteil der nicht zu unterschätzen ist. Sebastian ist erleichtert die beiden Brüder an seiner Seite zu haben denn gegen den Seelenfresser anzutreten ist kein Zuckerschlecken. Auch wenn sie beim letzten Mal Glück hatten. Außerdem ist es bedeutend einfacher wenn Krolik nicht mit von der Partie ist. Sebastian hat es nicht laut gesagt aber er hatte enorme Angst um den zarten Jungen. Er hat sich wacker geschlagen und wirkte tapfer bis er mit ansehen musste dass seine Begleiter wirklich die Monster sind für die er sie am Anfang gehalten hat. Als Drogo den Tiger getötet hat und Jupiter und Sebastian ihn gefressen haben ist in Kroliks Blick etwas gestorben. Das selige und grenzenlose Vertrauen in seine Weggefährten war danach weg. Sebastian war sich sicher dass Krolik in dem Moment realisiert hat dass er sich wirklich an ein Raubtier gebunden hat und nicht etwa an ein besonderes wehrhaftes Kaninchen. Sebastian hat sogar kurzzeitig befürchtet dass der Kleine weglaufen könnte aber zum Glück ist er in Liebe und durch den Mond an Jupiter gebunden. Er hat sogar durch die Markierung seine Kräfte bekommen als sei er ein Wolf. Das Kaninchen scheint wirklich ein Sehr zu sein. Ghrian und Jira sind sich da absolut sicher und Sebastian vertraut seiner Alpha und dem Stammesluna da zu hundert Prozent.
Die vier kommen bedeutend schneller durch den dichten Dschungel Indiens. Sie gehen in ihrer Wolfsgestalt und kommen dadurch zügig vom Fleck. Drogo motzt zwar dass er das ganze Equipment tragen muss aber er Schaft das recht gut. So wirklich viel tragen sie eh nicht bei sich. Nur das Nötigste um durch den Dschungel zu kommen und sich nicht zu verirren. In dem verlassenen Dorf angekommen holt Sebastian in seiner Wolfsgestalt das Wasser. Dieses Mal hatte der Seelenfresser keinen Methusalem und Sebastian fühlt in trotz seiner animalischen Gestalt. Die Seele wird schwer und Trauer und Verzweiflung legen sich wie ein Schatten über Sebastian. Er hat das Gefühl dass er nie wieder in seinem Leben froh werden kann und dass alles gleichgültig ist. Es ist egal dass er hier ist, die Liebe zu Drogo rückt in weite Ferne und das Rudel wird irrelevant. Sebastian sinkt in das Meer aus Trauer und seine Arme und Beine werden schwer und dann taub. Er hat einen Knoten in der Brust und wenn er könnte würde er seiner Existenz ein Ende setzen. Doch selbst dazu fehlt ihm einfach die Energie. Sebastian kann nichts mehr. Er fühlt nichts mehr und er ist nicht mehr. Er hat das Gefühl sich aufzulösen im Nirvana. Er existiert nicht mehr.
Doch dann packt ihn etwas und er wird an die Oberfläche gezerrt. Augen schauen ihn an und Nasen schnüffeln an ihm. Sebastian hört Drogo verzweifelt rufen und dann Taucht er wieder auf und ist wieder da. Er schüttelt sich und merkt dass er nichts weiter getan hat als die Flasche in das Wasser zu tauchen. Obwohl er in seiner animalischen Gestalt war hat der Seelenfresser versucht ihn zu sich zu nehmen. Dank Stefans und Thomeks beherztem Eingreifen ist er wieder zurück. Die beiden haben ihn nicht gerade sanft vom Brunnen weg gezerrt. Die Flasche hat jetzt Drogo in der Hand und er schaut Sebastian ziemlich entsetzt an. Sebastian versucht Drogo beruhigend zuzulächeln. Drogo lächelt verunsichert zurück aber für Sebastian geht in diesem Moment die Sonne auf. Seine Liebe öffnet Sebastian gerade das Herz und die Sinne. Er hat das Gefühl endlich wieder atmen zu können. Er strahlt seinen kleinen Mate an und dann probiert er in seiner menschlichen Gestalt das Wasser. Sebastian hat nur ein wenig genippt und steht als rotzigen vor Drogo. Geschätzt dürfte er jetzt sechs oder acht sein. Er ist sehr niedlich mit seinen schwarzen Löckchen. „Du hast den Jungbrunnen erwischt." lacht Drogo und nimmt Sebastian auf seinen Arm um ihn abzuküssen. Sebastian genießt Drogos Streicheleinheiten und hat das Gefühl endlich wieder leben zu können. Der Kontakt zu dem Seelenfresser hat ihn ordentlich ausgelaugt. Er ist froh dass er ihm nicht in seiner menschlichen Gestalt entgegengetreten ist. Sebastian legt seine ungewohnt dünnen Ärmchen um den Hals von Drogo. Er kuschelt sich an den größeren und der weiß wie Sebastian sich fühlt weil er es beim letzten Mal erlebt hat. Er lässt Sebastian nicht los und küsst und streichelt seinen Gefährten. Es ist ein seltsames Gefühl dass sein großer und kräftiger Freund nun plötzlich der kleinere ist und sich hilflos an ihn klammert. Drogo genießt das Gefühl endlich einmal den versorgenden und beschützenden Part übernehmen zu dürfen. Er drückt seinen kleinen Schatz an sich und genießt ihn. Stefan und Thomek  befüllen derweil eine Flasche mit Wasser aus dem anderen Brunnen. Sebastian nippt ein wenig daran und ist wieder etwa sechzehn. Sebastian belässt es dabei. Drogo nimmt ebenfalls einen guten Schluck aber zu seiner großen Enttäuschung wird er nicht älter. Sebastian tröstet ihn indem er ihn in den Arm nimmt. „So wie du bist gefällst du mir eh am besten!" sagt er ihm und gibt Drogo einen Kuss. Drogo seufzt schwer und Thomek füllt die Flasche wieder auf. Sie machen sich auf die Reise zurück in die Zivilisation.
Die Reise nach Hause verlief zum Glück ohne nennenswerte Zwischenfälle.

BetaWo Geschichten leben. Entdecke jetzt