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Mia und Jess sind in den nächsten Tagen ein Herz und eine Seele. Luz kümmert sich mit Jess zusammen um die Kleine als wären sie ihre Eltern. Unser Minni ist tierisch eifersüchtig. Als ich mal wieder zu Ghrian gehe um mit ihr zu besprechen wie wir die anderen Dorfbewohner motivieren wollen auch mal so ein kleines Waisenwelpchen aufzunehmen, klammert er sich an mich und schluchzt: "Ich will auch mal bei euch schlafen." Dicke Tränen kullern über sein niedliches Gesicht. Die anderen Welpen ärgern ihn und sagen dass er das nicht dürfe weil wir bestimmt nicht in seiner Pippi schlafen wollten. Der Kleine schluchzt um so lauter. Ich küsse ihm die Tränen weg und verspreche ihm dass er bei uns schlafen darf. "Jetzt?" fagt er völlig begeistert. Ghrian lacht und sagt dass er wenn dann abends bei uns schlafen dürfe. Er nickt ganz aufgeregt und saust los um seinen Teddy und seine Zahnbürste zu holen. Ich nehme den Minni auf den Arm und nehme ihn mit zu uns. Krolik liegt gerade mit geschlossenen Augen auf der Wise vor unserem Haus. Er scheint zu schlafen und sieht sehr entspannt aus. Ich lege den Minni auf seine Brust und Krolik macht erstaunt die Augen auf. Der Minni wirft seine zarten Ärmchen um den Hals von Krolik und er jubelt: "Ich darf heute Nacht bei euch schlafen! Jupiter hats erlaubt!" Krolik grinst den Minni an und strubbelt ihm durch das Haar. "Das ist ja fein!" sagt er. Ghrian macht sich derweil mit ihren kräftigen Wölfen auf zum Saturn Rudel. Sie ist gewillt auch Luz auszulösen. Der Alpha von Luz ist wie zu erwarten nicht gerade begeistert dass Luz sich einem anderen Rudel angeschlossen hat. Er grummelt und argumentiert dass die beiden Jungalpha ja gerne zusammen bei ihm im Rudel leben könnten. Ghrian fragt ihn eindrücklich ob sie Jess akzeptieren würden. Der Alpha knurrt und die Luna gibt zu: "Nein, Ghrian. Er würde Jess nicht an der Seite seines Sohnes akzeptieren. Wir sind einfach nicht so weit wie du. Wir können ungewohntes nicht einfach ausprobieren. Bisher wurden alle Alpha die einen anderen Alpha als Mate an die Seite bekommen haben von jeweils anderen Rudel getötet. Ich bin mir sehr sicher dass wir Jess früher oder später töten würden." Als sie das gesagt hat knurrt der Alpha sie an aber sie schaut ihn lässig an. "Du weisst dass ich Recht habe Satta!" sagt sie zu ihrem Mann. Der senkt seinen Kopf und knurrt: ja! Ghrian weiss dass die Luna ihren Sohn liebt. Sie rettet ihm gerade das Leben, denn sie weiss dass Luz ohne seinen Jess nicht mehr sein kann. Wer einmal das Band eiens Mates erlebt hat der weiss wie eng Mates füreinander bestimmt sind. Vor allem wenn die beiden sich schon vorher geliebt haben. Dann wird die Mate Verbindung so eng dass keiner ohne den anderen leben möchte. Wenn ein Wolf stirbt dann kann der zurückgebliebene sich nicht mehr neu binden. Er wird trauern und manchmal verzehren sich die einsamen Wölfe so sehr nach ihrem Mate dass sie verenden. Die Luna weiss das. Sie ist die weise Frau ihres Stammes. Sie weiss auch dass ihr Luz den Jess schon als kleinen Bub geliebt hat. Die Luna hat Augen im Kopf und sie hat die zärtlichen Gesten die ihr Junge seinem Kumpel geschenkt hat wahr genommen. Sie hat die Blicke gesehen mit denen sich die Jungs stets angeschaut haben. Sie hat die Wut und die Trauer in den Augen ihres Sohnes gesehen wenn Jess mal wieder ein Mädchen hatte. Sie hat gesehen dass ihr Junge die Mädchen nie gemocht hat die er selber mit heim gebracht hat. Und sie hat gesehen dass es Jess ganz genau so erging. Wenn Luz einmal ein Mädchen hatte das er doch ganz nett fand dann hat Jess gelitten. Am liebsten haben sie gemeinsam gefeiert, irgendeine nichtsbedeutende Bitch aufgerissen und dann am nächsten Tag die Mädchen vergessen und wieder gemeinsam gejagt oder gelernt. Luz und Jess waren schon immer mehr als beste Kumpel. Die Luna weiss das und sie will dass ihr Kind lebt. Darum hat sie sich gegen ihren Mann gestellt. Darum wagt sie den Widerspruch. Es könnte ihr den Kopf kosten. Aber für ihr Kind ist sie bereit den Preis zu bezahlen. Und so wie es aussieht liebt auch Luz Vater seinen Sohn. Er kann ihn nicht in seinem Rudel akzeptieren. Dafür ist er nicht selbstbewusst oder modern genug. Aber er kann ihn in Ghrians Obhut geben. Er hofft, nein er weiss, dass Luz in ihrem Rudel glücklich wird. Darum ist es schnell beschlossene Sache. Luz darf bei Ghrian bleiben und die Rudel bilden einen Pakt. Sie sind ab sofort befreundete Rudel. Wenn einer angegriffen wird dann muss der andere helfen. Ghrian hatte bisher nur das Marti Rudel als befreundetes Rudel. Sie ist sehr dankbar dass Satta ihr den Pakt anbietet. Sie besiegeln ihre neue Freundschaft mit Blut. Satta und seine Luna begleiten Ghrian nach Hause. Sie wollen sich von ihrem Sohn verabschieden und ihm alles nur erdenklich Gute für seine Zukunft wünschen. Ausserdem wollen sie dass er weiss dass sie ihn lieben und ihn immer lieben werden. Auch wenn er einen Alpha zum Gefährten hat.
Ich bin in Ghrians Gedanken als sie beim Saturn Rudel ist. Ich habe also live miterleben können dass Luz ebenfalls bei uns bleiben darf. Ich erzähle es ihm und er ist sehr erleichtert. Er hatte echt Angst dass sein Vater Jess nicht akzeptieren würde. Er ist richtig glücklich dass seine Mama sich für ihn so heftig eingesetzt hat. Er strahlt über beide Backen. Wir sausen in Ghrians Hütte und bereiten ein Willkommensmahl vor. Natürlich mit einer riesigen Schüssel Salat und jede Menge Fleisch. Als sie ankommen flitzt Luz nach draussen und fällt seiner Mama und dann seinem Papa um den Hals. Jess klammert sich an Mia und geht auch nach draussen. Luz Mama breitet ihre Arme aus und sagt: "Komm, mein Junge, ich will dir auch zur Volljährigkeit und zu deinem Mate gratulieren." Jess fällt ihr lachend in die Arme und sie sagt: "Du hast eine entzückende kleine Wölfin da auf dem Arm. Wer ist sie?" Das Kind kuschelt sich an Jess und der sagt fröhlich: "Das ist Mia, meine Schwester. Meine Eltern haben sie ausgesetzt weil sie eine Omega ist. Aber hier bei Ghrian konnte sie leben und nun hab ich sie wieder." Die Saturnluna schaut Jess und seine kleine Schwester hänge an. Dann seufzt sie schwer. Jira legt ihr eine Hand auf die Schulter. „Die kleine ist eine intelligente, selbstbewusste junge Dame. Sie wird ihren Platz in diesem Rudel finden." sagt er zart. Sie schaut ihn an und dann sagt sie: „Ich habe noch nie ein so kräftiges Omega Mädchen gesehen. Wie macht ihr das?" Jira lächelt und Ghrian antwortet: „Indem wir die Kinder lieben und gut behandeln." Nun schaut sich die Luna mit erstaunten Augen um. Alle Kinder hier sind Omega aber gut genährt, mit glänzenden Augen und Fell. Sie sind fröhlich und selbstbewusst und benehmen sich wie ganz normale Kinder.

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