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Sebastian starrt Viktor lange an. "Nein, du irrst dich. Das was zwischen Drogo und mir ist kannst du nicht verstehen weil du wahrscheinlich ganz genau so bist wie du beschreibst. Du bist machthungrig, gierig und egozentrisch. Du wirst niemals verstehen wie es ist wenn man liebt oder geliebt wird. Dieses Gefühl des grenzenlosen Vertrauens wirst du nie erfahren wenn du so bleibst wie du bist. Ich liebe Drogo und habe ihm meinen Tod anvertraut. Drogo liebt mich und er hat mir sein Leben anvertraut. Wir lieben uns und das nicht nur Körperlich." Viktor schaut Sebastian spöttisch an. "Du sprichst immer noch von einem Vampir. Einen der in der dunkelsten Stunde die dunkle Seite gewählt hat anstatt ins Licht zu gehen." Drogo schnaubt. "Als hätte ich je eine Wahl gehabt. Du hast mich betrogen und seit dem kämpfe ich gegen dich. Ich weiss dass du das nicht verstehen kannst aber ich gehöre vielleicht auf die dunkle Seite aber ich kämpfe dennoch für das Licht. Und unsere Liebe gibt mir mehr als du mir jemals in alle Ewigkeiten geben könntest. Sei froh dass Peter dein Meister ist und nicht etwa ein Abklatsch deiner selbst!" Viktor grinst selbstgefällig. "Ich weiss." sagt er locker. "Ich werde wieder gegen ihn kämpfen und in ein paar Wochen sind wir wieder da wo wir gestern waren. Glaube mir Peter du und dein Bruder werdet mich nicht bezwingen. Ich werde immer gegen euch kämpfen und mich immer gegen euch auflehnen." Peter nickt und Nicolae lächelt. Viktor hatte das Bruder so dermassen angeekelt ausgesprochen dass er sich sicher ist dass Viktor ihn hasst. Peter sagt leise: "Vater, wir haben selber stets gegen dich gekämpft und bis heute widerstehen wir deinen Plänen. Du gehtst stets den einfachen Weg. Du denkst nur an dich und niemals an andere. Du musst sehr einsam sein. Doch du hast nun eine Aufgabe. Du wirst für uns die anderen Urvampire aufsuchen und wider an ihre eigentliche Aufgabe erinnern. So wie wir es bereits vor einigen Jahren besprochen haben. Du solltest besser nicht versuchen dich uns zu widersetzen. Du kennst die Konsequenzen. Wir würden die anderen Vampire uns genau wie dich unterwerfen nur dass die dann deutlich mehr Macht als du besitzen würden weil inzwischen in meinen Adern göttliches Blut fliesst." Peter hat zwar leise aber sehr bestimmt gesprochen. So zart und sacht wie es seine Art ist. Aber so bestimmt dass Viktor es nicht wagt dem kleinen dünnen Vampir zu widersprechen. Er hat keine Lust auszuprobieren ob Peter seine Drohung wahr machen würde. Viktor blinzelt und schaut weg. Leider sieht er nun in Nicolaes lächelndes Gesicht. Wütend starrt er seinen Junior an. "Du weisst dass du bereits verloren hast. Wir sind hier in einer grossen Familie und du bist alleine. Deine Alianzen sind nicht halb so stark wie das Familienband das uns umgibt." sagt Nicolae ruhig. Viktor starrt ihn an. "Noch sind Peter und Drogo Vampire!" sagt er und seine Augen funkeln dabei böse. Nicolae behält sein ruhiges Lächeln. "Ich weiss und Sebastian auch." sagt er. "Doch wir kämpfen inzwischen schon so lange gegen dich dass es in unserer Natur liegt der dunklen Seite zu widerstehen. Du weisst nicht wie sich Liebe anfühlt. Du weisst nicht wie sich Vertrauen anfühlt. Du weisst nicht wie sich das Leben anfühlt. Du hast das alles vergessen. Du bist wie Methusalem, gefangen in deiner Einsamkeit, gefangen in deiner Gleichgültigkeit, gefangen in deinem ewigen Dasein." Viktor starrt Nicolae mit hervorquellenden Augen an. "Woher kennt ihr meinen Bruder?" fragt er mit sich überschlagender Stimme. Wie auf Kommando fängt Mogli an zu weinen. Jess wiegt das Baby und Viktor starrt den kleinen Jungen an. "Methusalem?" fragt er mit zitternder Stimme. Luz stellt sich vor seinen Jungen und streichelt ihm beruhigend das Köpfchen. "Er heisst Mogli und wir haben ihn in Indien gefunden." sagt er und funkelt den alten Mann vor sich an. Krolik schaut von Mogli zu Viktor und dann hält er dem alten Vampir eine Flasche entgegen. Viktor starrt mein Kaninchen an und seine Fänge fahren automatisch aus. Er rümpft die Nase und sagt: "Du bist das Kanickel, hab ich recht?" Krolik nickt und hält weiter tapfer die Phiole in seinen händen um sie Viktor entgegenzustrecken. "Wir bieten Mogli ein Leben in einer Familie die ihn liebt." sagt er leise und zückt nervös mit seinem Näschen. Ich wundere mich was mein kleiner Bunny da macht. Mit grossen Augen starre ich ihn an und hoffe sehr dass er weiss was er tut. Viktor ist nicht irgend ein Vampir. Er ist ein ziemlich alter und sehr bösartiger Kerl und ich habe Angst dass er meinem kleinen Bunny was antut. Darum gehe ich nun zu meinem Mate um ihn falls nötig mit meinem Leben zu verteidigen. Viktor starrt mich an. "Du hättest keine Chance gegen mich!" zischt er mir leise zu. "Ich weiss." sage ich mit zitternder Stimme. "Aber meinen Bunny lasse ich nicht mit dir alleine." Viktors Augen verengen sich und dann schaut er uns seltsam an. Er nimmt die Phiole die Krolik ihm immer noch hin hält und er leert sie in einem Zug. Krolik nimmt den Mondstein und spricht seltsame Worte die sich wie ein Segen anhören. Dann zerbricht er den wertvollen Stein und Viktor fällt vor ihm auf den Boden. Und dann können wir der Wandlung zusehen. Zunächst passiert nichts doch dann wird Viktor immer jünger und jünger. Er bleibt als Säugling vor Krolik liegen und Luz und Jess nähern sich mit Mogli. Die Babys sehen aus wie eins. Viktor und Methusalem sind Zwillinge! Luz hebt den kleinen Viktor auf und er sagt: "Schau, Mogli, hier ist dein Bruder Nike." Der kleine Mogli hört auf zu weinen und freut sich ganz offensichtlich. Er jauchzt und strampelt mit seinen kleinen Ärmchen und Babybeinchen.
Luz und Jess nehmen auch den zweiten Jungen bei sich auf denn die Kinder zu trennen geht kaum. Sie weinen wenn sie sich nicht sehen. Nike sieht genau so goldig wie Mogli aus. Die selben süßen Löckchen, die selben Speckbeinchen und den dicken Kitzelbauch. Unsere Kinder sind von dem zweiten Baby mindestens genauso angetan wie von dem ersten. Sie spielen und Herzen mit ihm und Jess und Luz liegen entspannt dabei.
Cassandre staunt nicht schlecht als sie von unserem zweiten Baby erfährt. Sie sagt: "Dann stimmen die Gerüchte also doch. Viktor und Methusalem sind Brüder. Sie haben sich sehr geliebt und als Viktor zu einem Vampir wurde hat Methusalem versucht ihn wieder lebendig zu machen. Er hat den Brunnen des Lebens gefunden und hat tausende von Jahren damit verbracht herauszufinden wie er seinen Bruder erlösen könnte. Die beiden haben über die Jahrtausende vergessen dass sie mal menschlich waren. Es ist nicht mehr viel von ihnen übrig gewesen. Doch nun habt ihr das Werk vollendet das die beiden nicht aus eigenen Stücken hätten vollenden können. Denn sie haben vergessen wie man liebt. Wie man gütig ist und wie man das Leben ehrt. Eure Liebe hat bewirkt dass die beiden eine neue Chance bekommen und ein lebenswertes Leben leben können. Gebt ihnen so viel Liebe wie ihr könnt. Die beiden werden alles brauchen." Luz und Jess haben Cassandre aufmerksam gelauscht. Sie wiegen die schlafenden Jungen in ihren Armen. "Gibt es eine Chance dass sie gesunde und fröhliche Kinder und nette Erwachsene werden?" fragen sie bekümmert. "Die beiden werden sich wahrscheinlich an jedes Detail ihrer vorhergehenden Leben erinnern." Cassandre wirkt sehr besorgt. "Sie haben die gleichen Chancen wie jeder andere Säugling auch." sagt Ghrian bestimmt. "Sie sind nun Babys in meinem Rudel und hier werden sie aufwachsen."

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