Part 13

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Langsam drehte ich meinen Kopf in die Richtung, aus der der Blick zu kommen schien, und natürlich war es Justins Blick. Wer sonst. Seine Wangenknochen zuckten wieder wie verrückt, sein Kiefer war angespannt und seine Hände drückte er in die Couch rein. Sein Blick ruhte hauptsächlich auf mir aber wechselte immer wieder kurz zu Fredo. Warum war er denn so angespannt? Nur weil Fredo gesagt hatte, ich könne bei ihm schlafen? Das konnte nicht sein! Das wäre ja albern. Er weiß das Fredo, genau wie die anderen, für mich wie mein Bruder ist. Er bemerkte meinen Blick, aber anstatt wegzugucken guckte er mir direkt in die Augen. Ich fühlte mich wie hypnotisiert von seinen wunderschönen, haselnussbraunen Augen. Konnte man das braun nennen? Diese Augenfarbe war unbeschreiblich, ich hatte noch nie jemanden mit solchen atemberaubenden Augen gesehen. Irgendwie schaffte ich es doch, mich aus dieser Trance zu befreien und wendete meinen Blick ab, guckte aber doch nochmal kurz zu ihm und er sah mich immer noch an, wendete seinen Blick dann aber auch ab. Moment mal, war da etwas wie Traurigkeit in seinen Augen? Nein sicher nicht, das bildete ich mir bestimmt nur ein. Die anderen schienen sich nun entschieden zu haben und Ryan legte die DVD ein. Ich kuschelte mich so eng wie möglich an Fredo und er legte seinen Arm fest um mich. Vorsichtshalber nahm ich schonmal ein Kissen vor mich, falls ich wegschauen musste. Ich hörte ein leises Seufzen von Justins Seite, aber es war laut genug das ich es mitbekam. Doch ich versuchte es zu ignorieren und nicht wieder zu ihm zu schauen. Verstehen würde ich ihn und seine Blicke sowieso nicht. Natürlich wäre ich lieber in seinen Armen, würde mich von ihm beschützen lassen, aber so war es nunmal und sollte er wirklich ein Problem haben, war er selber Schuld oder? Man, warum dachte ich überhaupt so? Ob bei Fredo oder Justin im Arm sollte für mich kein Unterschied sein. Angestrengt guckte ich auf den Fernseher und versuchte mich auf den Film zu konzentrieren und nicht mehr drüber nach zu denken. Am Anfang konnte ich es noch einigermaßen aushalten, doch dann wurde der Film immer schlimmer und ich kann sowas echt nicht ab. Ich erschrak mich dauernd und schrie oder quiekte immer wieder auf. Die Jungs lachten dann immer über mich und ich schmollte dann ein beleidigtes "Manno das ist echt nicht lustig! Ihr seid doof!". Justins Blicke bekam ich natürlich auch die ganze Zeit mit. Er sollte endlich damit aufhören, es brachte mich total durcheinander und der Mix aus seinen Blicken und dem Horrorfilm war irgendwann echt zu viel für mich. "Jungs, ich leg mich wieder hin, mir wird nur schlechter bei dem Film und ich finde den echt zu schlimm!" Erklärte ich ihnen und stand auf. Hauptsächlich waren mir Justins Blicke echt zu viel und ich konnte ihnen nicht mehr standhalten, aber durch den Film hatte ich eine super Ausrede, die mir die anderen auch sofort glaubten. "Alles klar, pass aber auf das Maaaamaaaa nicht zu dir kommt, wenn du schreist weiß ich nicht ob wir dich hören, so laut wie der Film ist..." Grinste Ryan mich an und fing einen Todesblick von mir ein. "Arschloch!" Gab ich zurück und stand auf "Ich liebe dich auch Cassie!" Rief er mir noch hinter her als ich in die Küche ging um mir noch einen neuen Tee zu holen. In Justins Richtung traute ich mich nicht mehr zu gucken, ich wollte nicht schon wieder hypnotisiert werden. In Gedanken versunken machte ich mir den Tee und bekam erst mit wie still es war, als der Teekocher wieder ruhig war. Man hörte nur den Fernseher, sonst war es totenstill, ich hörte nur von der Tür ein Kratzen. "Kenny? Fredo? Ryan? Jaja sehr lustig! Hört auf mich zu verarschen ich finde das nicht lustig ihr seid solche Arschlöcher!" Sagte ich erst locker, doch ich merkte wie meine Stimme ungewollt immer schriller wurde. Plötzlich ging das Licht in der Küche aus und ich schrie kurz auf "Oh Gott Leute hört mal auf damit, ich finde das nicht lustig!" Wieder keine Reaktion, bloß ein Kratzen "Manno ich fange gleich an zu heulen!" Immer noch nichts "Ja okay der Scherz ist gelungen jetzt könnt ihr auch aufhören!" Jammerte ich und so langsam bekam ich doch Angst. Ich drehte mich die ganze Zeit umher um zu gucken ob nicht jemand hinter mir stand, und um in den Wohnbereich zurück zu gehen hatte ich zu viel Angst. Leise jammerte ich vor mich hin als aufeinmal ein knurren zu hören war und eine Tür knallte. "Mannnoooo Juuuuungs!" Schrie ich und hielt inne um auf eine Reaktion zu warten. Immer noch nix, doch ich hörte eine der Schiebetüren des Busses. Es hörte sich so an, als würde sie immer auf und zu schieben. Okay ich war echt kurz vorm heulen. Ich kann sowas nie ab aber erst recht nicht nach einem Horrorfilm. "Fredooooo? Ryaaaaan? Keeeenny?" Versuchte ich es nochmal und schloss meine Augen und atmete tief ein. Ich hasste es diesen Namen jetzt aussprechen zu müssen, ich wollte es nicht. Soll er bloß nicht denken ich würde ihn brauchen. Aber meine Verzweiflung stieg, also musste ich jetzt wohl durch. "Ehm...Justiiiin?" Immer noch nix. Arsch! Noch ein Grund sauer auf ihn zu sein! Langsam ging ich nun doch einen Schritt auf die Tür zu, ich stand schon fast draußen als aufeinmal ein lauter Schrei ertönte und jemand mit einer hässlichen Fratze vor mir stand. So laut wie jetzt hatte ich glaube ich noch nie geschrien! So schnell ich konnte rannte ich aufeinmal vor der Maske weg, ich hatte mich so erschrocken, das mir sogar Tränen in die Augen schossen. Ich wusste nicht wohin, drehte mich um und rannte in jemanden rein.

Another RelationshipWo Geschichten leben. Entdecke jetzt