„Leni?" Sie saß noch immer wie angewurzelt neben mir. Leise liefen ihr ein paar Tränen die Wange hinunter, die ich ihr schnell wegwischte. „Magst du reden?" Jetzt drehte sie ihren Kopf zu mir und schaute mir in die Augen. Daraufhin nickte sie leicht.
„Ich...ich bin von meiner Mutter nach Hause gekommen." Sie schluchzte, konnte nicht mehr weiter reden. Ihre Tränen liefen stärker ihre Wangen hinunter. Oh man, es tut einfach weh sie so leiden zu sehen. „Ganz ruhig, rede dann weiter, wenn du soweit bist."
„Da... Max hat eine andere gevögelt." „Wie meinst du das?" Ich verstand das einfach nicht. Naja, es lief die letzte Zeit bei den beiden nicht so gut, aber dass er ihr gleich fremdgeht ist echt zu viel. „Ich, ich bin nach Hause, hatte meinen Schlüssel nicht dabei und musste klingeln. Max hat nicht aufgemacht, sondern eine fremde Frau, im Dessous. Von da an war mir alles klar," schluchzte sie.
Was für ein Arsch Max doch ist. „Ich wollte in die Wohnung, dann hat Max gefragt wer da vor der Tür ist und ist dann nur in Boxershorts aus dem Wohnzimmer gekommen. Keine Ahnung ob sie es getan haben oder nicht. Aber er...er hat mich betrogen. Dann habe ich meine Sachen gepackt, er wollte mich aufhalten aber jetzt bin ich hier." Sie brach erneut in Tränen aus. „Ach Leni, Max ist ein Arsch. Da kann man leider nicht viel ändern."
Wenn ich den erwische bekommt er eine Ansage von mir. Es lief ja schon etwas länger nicht mehr. Aber wenn von seiner Seite aus nichts mehr ist, sollte er vorher die Beziehung beenden und nicht so eine scheiße abziehen. Ich kann und werde sowas nicht verstehen können.
„Und dir macht das wirklich nichts aus Mark? Also, dass ich hier bleiben darf?" Ich schüttelte den Kopf. „Nein, macht mir nichts aus. Du kannst, ich bestehe darauf, dass du in meinem Bett schläfst. Keine Widerrede. Ich schlafe auf der Couch. Das Gästezimmer mache ich dir morgen fertig." Sie widersprach mir nicht, musste wohl oder übel annehmen in meinem Bett zu schlafen.
„Den bringe ich um. Hast du Alkohol da?" fragte sie plötzlich voller Wut, schockierte mich mit ihren Worten. „Erstens, du bringst ihn nicht um, auch wenn er sowas macht. Und zweitens, meinen Alkohol bekommst du nicht, weil es keine Lösung für deine Probleme ist. Aber sag mal, warum bist du zu mir gekommen und nicht zu einer Freundin?"
„Ich...ich, die sind nicht da. Keine Ahnung. Ich dachte eben du könntest mal Krankenpfleger für mich spielen und dir mal mein rechtes Handgelenk anschauen. Max hat vorhin zu fest zugepackt." Dabei musste sie selbst etwas lächeln. Vorsichtig krempelte ich ihr den Ärmel vom Pullover hoch und schaute mir das an.
„Sieht halb so schlimm aus," stellte ich fest. „Wenn du magst kann ich dir eine Salbe drauf machen." Sie nickte. So stand ich auf, suchte die Salbe und schmierte ihr anschließend etwas drauf.
„Danke Mark. Ich weiß nicht was ich ohne dich machen würde. Ich kann mir ein Leben ohne dich als besten Freund nicht mehr vorstellen." Sie seufzte, legte ihren Kopf wieder auf meine Schulter. „Geht mir genauso Leni."
Irgendwas muss ich mir einfallen lassen, um sie auf andere Gedanken zu bringen. Oder sollte sie lieber ihren Tränen freien Lauf lassen? Ein Lächeln im Gesicht steht ihr allerdings besser.
„Wie wäre es, wenn du dich hier auf die Couch legst, dich entspannst. Vielleicht nicht an dein Handy gehst und ich mache uns etwas zum Essen? Und später können wir uns einen Film anschauen, einen Horror Film oder eine schöne Dokumentation oder was auch immer du willst." Das war meine Idee für den restlichen Tag. Allerdings wollte ich mit ihr auf keinen Fall einen Liebesfilm oder sowas in der Art schauen, das würde alles sicher nur schlimmer machen.
„Dann hau jetzt ab und verschwinde in der Küche. Ich habe Hunger, hast du vielleicht Schokolade hier?" Ich kramte aus einem Regal eine Tafel Schokolade und warf sie zu Lena auf die Couch. Fast hätte ich dabei ihren Kopf getroffen. „Danke," sagte sie etwas lachend und war sichtbar froh, dass ich nicht ihren Kopf traf.
In der Küche bereitete ich nun das Essen vor, war allerdings nicht ganz bei der Sache. Meine Gedanken wanderten immer wieder zu Lena und Max. Ich konnte das alles irgendwie nicht begreifen. Was hat er sich dabei eigentlich gedacht? Wollte er etwa, dass die Beziehung so enden musste?
„Mark, ich liebe ihn." Sie stand schniefend in der Tür und schaute mich mit ihren verheulten Augen an. „Ach Leni, ich weiß doch. Aber möchtest du wirklich wieder zu ihm zurück?" Da kam sie auf mich zu und fiel mir in die Arme. „Nein, aber ich liebe ihn halt. Es tut so verdammt weh."
„Das wird schon wieder, glaub mir." Sanft hab ich ihr einen Kuss auf den Ansatz. „Darf ich dir helfen? So kann ich an etwas anderes denken." Ich hatte kein Problem damit. So half sie mir etwas und ließen den Tag langsam zu Ende gehen.
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More than friendship? (Lenark)
FanfictionKurz nach der Trennung von Max sucht Lena sich Hilfe bei ihrem besten Freund Mark, der immer so gut es geht für sie da ist. Bleibt es bei der Freundschaft oder könnte sich da mehr entwickeln? Beginn : 08.11.2019 Ende: 29.08.2020 *Inhalte sind frei e...
