Mark's POV
Da ich gestern nicht wirklich schlafen konnte, wollte ich heute länger schlafen. Doch daraus wurde wohl nichts. Etwas leckte mir über die Hand. Genervt schob ich es etwas zur Seite, doch plötzlich legte sich etwas auf meine Beine und weckte mich endgültig.
„Man Kiwi, musst du schon wach sein?" Diese blickte mich wieder mal mit ihrem süßen Hundeblick an und stand auf. Lena hatte mir eigentlich verboten, dass Kiwi im Bett schläft, doch sie musste es nicht wirklich erfahren und außerdem war sie ja nicht hier. Und dieser Hund brachte mich irgendwie auf andere Gedanken.
Sie wollte raus, das wusste ich, jedoch war ich zu müde, da ich gestern zu lange wach war. Ich machte mir viele Gedanken, besonders Lena wollte mir einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen. Ich kam einfach nicht drauf, wieso sie gestern Abend weinte. Es sei nichts schlimmes, doch so glücklich, wie ihre Mutter meinte, hörte sie sich nicht an. Nicht mal eine Idee hatte ich, was sie gerade so belasten könnte, was nicht Max ist.
„Gib mir noch fünf Minuten Kiwi," flüsterte ich Kiwi zu und drehte mich wieder um. Warum dachte ich nur so viel über Lena nach? Das war mittlerweile nicht mehr normal. Vielleicht machte ich mir einfach zu große Sorgen. Aber sie war doch gerade bei ihrer Mutter um sich etwas abzulenken. Auch wenn es eine Sache war, die sie beschäftigte, müsste es ihr eigentlich besser gehen. Kein Max würde bei ihr auftauchen.
Kiwi konnte keine fünf Minuten warten und sprang erneut zu mir auf's Bett. „Ich sagte noch fünf Minuten Kiwi." Diese bellte mich allerdings nur an. „Ist ja gut, wir gehen nach draußen. Dann lässt du mich bitte in Ruhe Kiwi!" Als ob Kiwi mich verstanden hätte, sprang sie wieder auf den Boden, setzte sich hin und schaute mich wieder so süß an. Toll, nun hatte sie es geschafft, dass ich ein schlechtes Gewissen bekam.
„War nicht so gemeint Kiwi. Ich gehe ja mit Dir raus und dann bekommst du lecker Frühstück von mir." Die frische Luft würde mir sicher, wie gestern Abend, auch gut tun. Allerdings, sobald ich meine Wohnung wieder betrete tauchen diese ganzen Gedanken wieder auf. Vielleicht wäre es eine bessere Idee, wenn ich etwas länger mit Kiwi laufen würde. Und sobald ich wieder zuhause bin, werde auch ich frühstücken.
Langsam stand ich auf und ging kurz in die Küche um Kiwi schonmal etwas zum trinken zu geben. So überlegte ich auch, was ich frühstücken sollte. Ich warf einen Blick in den Kühlschrank, Brot wäre nicht schlecht mit Käse, dazu eine Tomate. Vielleicht wäre noch im Kühlschrank etwas zum Essen. So viel war da auch nicht mehr drin, etwas Eis, tiefgefrorene Kirschen und ein paar Kleinigkeiten. Im Obstkorb neben dem Kühlschrank lag noch eine Avocado, die ich auch mal verwenden kann. Das wird bestimmt ein gutes Frühstück.
Fertig angezogen und frisch gemacht schnappte ich mir Kiwi's Leine und ging langsam mit ihr nach unten. Innerlich hoffte und betete ich, dass Max heute nicht bei mir auftauchen wird. Was würde ihm das eigentlich bringen? Nichts! Lena war so oder so nicht hier.
Als ich mit Kiwi unten war, traute ich meinen Augen nicht. „Na du? Hast du etwa vergessen, dass ich komme?" Da musste ich schlucken. Ich hatte tatsächlich vergessen, dass meine Schwester Natalie mich besuchen wollte. „Nein... doch tut mir leid, aber mein Kopf war echt voller Gedanken." Ich fühlte mich schlecht und noch nie zuvor hatte ich meine Schwester vergessen.
„Wenn's dir nichts ausmacht, dann würde ich mit euch beiden laufen, wenn du mich meine Sachen anstellen lässt." Das Treffen mit meiner Schwester brachte mich wieder so durcheinander. Wie konnte ich sie nur vergessen? „Äh klar doch." Ich ging mit ihr also wieder hoch zur Wohnung, sie legte ihre Sachen im Flur ab und folgte mir wieder nach unten.
„Jetzt sag mal, wo ist Lena und warum hast du Kiwi?" „Sie hat sich von Max getrennt und weil der ständig vor meiner Tür auftaucht, ist sie wieder zu ihrer Mutter und ich sollte auf Kiwi aufpassen," antwortete ich schnell und blickte sie währenddessen nicht an. Ich war tatsächlich in Lena verliebt, das spürte ich tief in mir. Lena tauchte immer wieder in meinem Kopf auf und dieses angenehme kribbeln, was ich immer verdrängt hatte, wurde immer stärker.
Natalie, Kiwi und ich liefen in Richtung Park, wo Natalie mich nun auch umarmte. „Ich hab dich vermisst Marek." „Wir hatten uns doch erst vor kurzem bei Mama gesehen," lachte ich und setzte mich auf die kalte Bank im Park, doch durch die Sonne, die schien, fühlte es sich gleich schon wärmer an.
„Was genau ist mit Lena?" Könnte sie mal aufhören mich auszuquetschen? „Max ist ihr fremdgegangen und da hat sie halt für ein paar Tage bei mir gepennt. Nichts weiter." Nun hob ich meinen Kopf etwas an und schaute meiner Schwester in die Augen. „Ach, da ist nichts weiter. Merkst du eigentlich wie nervös du bist, wenn du über Lena sprichst? Marek, schau mir in die Augen. Kann es sein, dass du deine beste Freundin naja etwas mehr magst?" Ich schüttelte schnell den Kopf.
Nur weil ich etwas nervös war, heißt es ja nicht, dass sie gleich wissen muss, dass ich sie etwas mehr mag. „Marek, ich merk das nicht nur an deiner Nervosität, ich kenne dich schon seit ich auf der Welt bin...." So leid es mir auch tat, ich musste sie einfach unterbrechen. „Wir reden bei mir weiter Natalie. Sonst kann uns jeder hören." Zwar trug ich gerade keine Cap, doch trotzdem könnte man mich irgendwie erkennen und ich wollte einfach unnötige Schlagzeilen vermeiden, die vermutlich Lena schnell erreichen würden.
Wie würde Lena denn nur reagieren, wenn sie von meinen Gefühlen wüsste? Es war noch nie so mein Ding ganz offen über meine Gefühle zu reden und das würde sich so schnell auch nicht ändern. Außerdem empfand Lena doch sowieso nichts für mich, sie hat sich doch gerade erst von Max getrennt.
Sie könnte ganz gelassen reagieren, wir könnten so tun als wäre nichts passiert. Doch unsere Freundschaft könnte sich dadurch auch ins negative verändern. Sie könnte auf Abstand gehen. Ich könnte mir alles vorstellen. Da Lena etwas Ruhe brauchte, sollte sie von meinen Gefühlen erstmal nichts wissen.
Lange blieben wir nicht draußen und machten uns nach einer guten Viertelstunde wieder auf den Rückweg. Schweigend lief ich neben meiner Schwester. Es war dieses unangenehme Schweigen, in der sich niemand von uns beiden traute etwas zu sagen. Lange überlegte ich dieses Schweigen zu brechen, doch hatte ich irgendwie im Gefühl es noch unangenehmer zu machen.
„So Marek, dann erzähl mal," fing Natalie an, als wir zusammen im Wohnzimmer saßen. „Ich... ähm," stotterte ich und fand den passenden Anfang überhaupt nicht. „Lena? Ich bin deine Schwester und kenne dich zu gut. Nach unseren Eltern kenne ich dich am besten. Jetzt sag schon, was ist das von deiner Seite aus?" Ich gab meiner Schwester Recht, niemand von meiner Familie kannte mich so gut wie Natalie, doch fiel es mir sichtlich schwer über das zu reden, was in mir vor sich ging.
„Ich, keine Ahnung wie ich's dir sagen soll Nati. Du weißt, dass es nicht so mein Ding ist ne?" Sie nickte, rutschte nun näher zu mir und gab mir einen Kuss auf die Wange. „Sag mir bitte eins. Also beantworte die Frage entweder mit Ja oder mit Nein. Kann es sein, dass du Lena mehr magst als Dir recht ist?" Es brachte nichts meine Schwester anzulügen, es wäre auch nicht gut. „Vielleicht... Keine Ahnung, ich weiß es selbst nicht... Wenn du's wirklich wissen willst, Ja."
Es fühlte sich komisch an, das meiner Schwester gesagt zu haben, doch andererseits war es doch ein Erleichterndes Gefühl. „Ich will jetzt auch nicht weiter über Lena reden. Sie erholt sich gerade bei ihrer Mutter und wenn sie wieder da ist, muss ich weiter schauen. Wie lange bleibst du?" lenkte ich vom Thema ab und nahm sie einfach fest in den Arm.
„Ähm, für zwei, drei Tage, das hatten wir doch ausgemacht. Ach Marek, du solltest nochmal eine Nacht drüber schlafen." Damit hatte sie nun auch wieder recht. Ich sollte vielleicht wirklich nochmal eine Nacht drüber schlafen und dann versuchen alles wieder in den Griff zu bekommen.
DU LIEST GERADE
More than friendship? (Lenark)
Fiksi PenggemarKurz nach der Trennung von Max sucht Lena sich Hilfe bei ihrem besten Freund Mark, der immer so gut es geht für sie da ist. Bleibt es bei der Freundschaft oder könnte sich da mehr entwickeln? Beginn : 08.11.2019 Ende: 29.08.2020 *Inhalte sind frei e...
