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Lena's POV

Es schmerzte auch irgendwie Kiwi alleine bei Mark zu lassen, er kümmert sich zwar gut, sogar sehr gut um sie, doch es war mein kleines Baby, was ich schon wieder zurücklassen musste. Als ich mich von Mark verabschiedet habe, konnte ich deutlich Trauer in seinen Augen erkennen, ihm fiel es sichtlich schwer mich gehen zu lassen. Aber warum nur? „Maus, kann es sein, dass dein bester Freund Gefühle für dich hat?" Meine Mutter riss mich damit aus meinen Gedanken. Mark und Gefühle für mich? Konnte ich mir nicht vorstellen. „Nein, hat er nicht. Wie kommst du darauf?" Sie grinste mich nur an. Ich konnte mir aber wirklich nicht vorstellen, dass Mark, mein bester Freund, Gefühle für mich hat. Doch andererseits, nein. Ich schob diesen Gedanken zur Seite. Wir waren auch mittlerweile schon angekommen und ich machte es mir auf der Couch bequem.

„Er hat dich so verliebt angeschaut, vielleicht habe ich mich auch nur getäuscht." Ja, sie muss sich wohl getäuscht haben. „Außerdem schien es ihm schwer gefallen zu sein dich gehen zu lassen. Der Kuss auf die Wange?" Jetzt interpretierte sie wohl wie ich, als er mich zum ersten Mal auf die Wange geküsst hatte, zu viel. Es war nur freundschaftlich, nicht mehr und nicht weniger.

Ich musste mit meiner Mutter noch über ein ernstes Thema reden. Es beschäftigte mich schon seit ich das letzte Mal bei meiner Mutter war, doch ich wollte erst mit Max darüber reden und nun war ich wieder bei meiner Mutter und musste mit ihr zuerst darüber reden. „Du Mama?" Sie hob den Kopf erneut an und schaute mich fragend an. „Was denn mein Kind?" Auch wenn es mir wichtig war, fiel es mir deutlich schwer es auszusprechen. „Würdest du mit Markus nach Berlin ziehen, wenn ich euch ganz dringend für etwas längere Zeit brauche? Ich möchte Berlin nur ungern verlassen und-" „Lena? Was möchtest du mir damit sagen?" Oh man, ich fand die passenden Worte einfach nicht und wurde immer nervöser.

„Erstmal anderes Thema. Max ist mir fremdgegangen, deswegen bin ich wieder hier." Warum fiel mir das deutlich einfacher als das, was ich ihr eigentlich sagen wollte? Diesmal brach ich nicht wie erwartet in Tränen aus, ich war nur kurz davor. Da tauchten wieder diese Bilder von diesem Tag in meinem Kopf auf. Ich bekam bei diesen Bildern Gänsehaut am gesamten Körper. Diesen Tag möchte ich einfach nur vergessen und mit Max, diesem Deppen, möchte ich auch nichts mehr zutun haben. Ob er bei Mark wieder aufgetaucht war? Wie es ihm dann wohl gehen mag? Ich machte mir schon große Sorgen um ihn. Wenn ihm was passiert bin ich allein daran Schuld.

Meine Mutter zögerte nicht lange, setzte sich zu mir und nahm mich fest in den Arm. „Ach Lena, es wird alles gut." Genau diese Worte beruhigten mich in diesem Moment so sehr, dass mir gar nicht mehr zum heulen zu mute war. „Max ist es nicht wert, dass ich wegen ihm heule. Aber er möchte mich einfach nicht mehr in Ruhe lassen. Jeden Tag ist der bei Mark aufgetaucht und wollte mit mir reden. Angeblich würde er mich noch lieben. Wenn man jemanden liebt, dann tut man einem sowas nicht an. Ich kenne ihn gar nicht mehr, das ist nicht Max den ich damals kennen und lieben gelernt habe." Ich war gar nicht mehr richtig traurig sondern mehr verletzt und wütend. „Lass es raus mein Kind," flüsterte sie mir ins Ohr. „Ich hasse ihn!" schrie ich nun und es war mehr als ein befreiendes Gefühl. Es tat gut, das einfach mal rauszulassen.

„Was ist denn hier los?" Markus kam gerade von der Arbeit nach Hause und schaute verwirrt zu uns ins Wohnzimmer. „Lena, du meinst doch nicht mich-" Ich schüttelte den Kopf, stand auf und nahm ihn herzlich in den Arm. „Ich meine Max," flüsterte ich. Gegen den neuen Freund meiner Mutter hatte ich nichts, ich war froh, dass sie wieder glücklich war und in meinen Augen war er der perfekte Mann für sie, tausendemal besser als mein 'Vater'. Er hätte schon viel früher ein Teil von Mama's Leben sein können. Sie ist viel glücklicher, seitdem sie ihn kennt. Ach wäre das nur bei Max und mir so gewesen.

„Wenn das so ist, dann ist doch gut." Er lächelte mich an und ich fühlte mich hier einfach willkommen. „Du weißt was ich von dir halte." Als meine Mutter frisch mit ihm zusammen gekommen war, führte ich ein intensives Gespräch mit ihm beim ersten kennenlernen. Wir verstanden uns auf anhieb gut und ich spürte einfach, dass er es mit meiner Mutter ernst meint.

„Max ist ein Idiot. Als ich wieder zuhause war, stand da diese billige was weiß ich vor der Tür, halb nack." Mir war noch immer nicht zum heulen zu mute. Ich war sauer und mit jeder Sekunde, die ich an Max dachte, wurde ich noch wütender. Sowas habe ich doch nicht verdient. Einen Partner, der es nicht mehr ernst meint und einem fremdgeht, hat niemand verdient, das wünsche ich meinem schlimmsten Feind nichtmal.

„Lass es raus Lena. Es tut gut das rauszulassen, darüber zu reden." Ich schrie alles raus, was in mir war. Es war wohl die beste Entscheidung wieder zu meiner Mutter zu fahren. Hier taucht kein Max auf, der mich nerven kann. Hier habe ich meine Ruhe vor ihm, kann mich erstmal erholen und auf andere Gedanken kommen, weit weg von Berlin. Und hier fühlte ich mich noch immer wie Zuhause, mit meinem eigenen Zimmer.

„Du Lena, was wollest du mir vorhin sagen?" Ich musste erstmal schwer schlucken. „Ähm... Ich... Keine Ahnung wie ich anfangen soll." Was tat ich nur? Wie sollte ich ihr das sagen? Es war eigentlich nichts schlimmes, doch belastete mich das sehr, ich war, seitdem ich hier war, regelrecht am verzweifeln, da ich es einfach nicht über meine Lippen bekam. Ich war kurz davor, mein Puls stieg an, ich wurde nervöser und bekam es ganz einfach nicht hin, ihr das zu sagen. „Können wir morgen reden? Ich bin echt schon müde," lenkte ich ab und täuschte ein Gähnen vor. Außerdem wollte ich mich noch bei Mark melden, ihm bescheid geben, dass wir gut angekommen waren und ihn fragen, ob Max bei ihm war. Max wollte ich eigentlich vergessen, doch meine Sorge um Mark war einfach zu groß.

„Klar doch, du kannst immer zu mir kommen wenn was ist, das weißt du." Das wusste ich, doch ich wollte mir vorher die passenden Worte in meinem Kopf zusammenbauen. Ich wollte mich darauf vorbereiten und nicht einfach so mit Wörten um mich werfen, die zusammen keinen Sinn ergaben. Nach zwei Umarmungen legte ich mich in das Bett von meinem Zimmer und rief Mark an. Bitte lass ihn ans Handy gehen, ich brauche ihn gerade doch mehr als ich dachte.

More than friendship? (Lenark)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt