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Dieses Schreien von Lena war nicht normal. Schnell stand ich auf und lief zuerst in die Küche, da sie da eigentlich sein wollte, war sie aber nicht. „Mark bitte!" rief sie verzweifelt. Eindeutig kam es aus dem Badezimmer. Was war denn jetzt los? Daniela selbst war nicht mehr in der Küche. Ich fand sie schließlich bei Lena im Badezimmer.

„Scheiße." Mein erstes Wort, nachdem ich Lena heulend auf der Toilette sah, Blut in der Unterhose. Nicht viel, nur ein kleines bisschen.  „Lena, wir fahren los ja? Alles wird gut." Es wird nicht alles gut, Lena hatte da Blut und dies war in einer Schwangerschaft wohl nicht normal. Was wäre, wenn sie ihr, unser, Baby verlieren würde? Nein, das darf nicht passieren.

„Ihr zwei, ich fahre mit euch. Markus kann warten, Ihr seid mir hier jetzt wichtiger. Lena, alles wird gut ja?" Lena schüttelte nur den Kopf und brach stärker in Tränen aus. „Mein Baby," schluchzte sie. In diesem Moment fühlte ich mich so unfassbar hilflos.

„Alles wird gut mit dem Baby. Wir fahren jetzt sofort zum Frauenarzt und lassen das abklären." Lena nickte nur leicht und versuchte aufzustehen. „Hast du Schmerzen?" fragte ich, doch sie schüttelte nur den Kopf. Es war nicht viel Blut, doch es machte uns allen Angst. Ich war ziemlich überfordert und wusste nicht, was ich in dieser Situation machen sollte.

„Mama fährst du bitte? Ich möchte bei Make hinten sitzen," schluchzte sie. Als sie nun vor mir stand, fiel sie mir weinend in die Arme. „Alles wird gut, dem Baby wird sicher nichts passieren." Sanft strich ich ihr durch die Haare und legte meine Lippen auf ihren Ansatz.

„Kind, das können auch nur harmlose Zwischenblutungen sein. Das kann schonmal in den ersten drei Monaten vorkommen." Ich hoffte so sehr, dass ihre Mutter recht hatte. So wäre mit unserem Baby alles in Ordnung. Sie darf es einfach nicht verlieren, das würde sie so schnell wohl nicht verkraften, ich genauso wenig.

„Glaubst du?" fragte Lena unsicher. In ihrer Stimme nahm ich ein wenig Hoffnung wahr. „Wir hoffen es mal," sagte ich schnell. „Es muss ja nichts schlechtes bedeuten. Positiv denken."

Lena's POV

Mark sprach vom positiv denken, während ich Angst um mein Baby hatte? Es war nicht viel Blut, nur ein wenig, doch dies reichte aus um mich völlig zu verunsichern. „Es muss nichts schlechtes bedeuten," wiederholte Mark erneut und schaute mir tief in die Augen.

„Und wenn doch?" fragte ich und senkte traurig meinen Blick. „Denk nicht so weit Schatz. Es wird alles gut. Das muss jetzt nicht bedeuten, dass du unser Baby verlierst. Wir fahren jetzt zum Arzt, kommen hoffentlich sehr schnell dran und dann schauen wir weiter. Mach dich nicht noch fertiger, als du schon bist. Ich bin bei dir, egal was passiert." Ich nickte und nahm ihn nochmal fest in den Arm, bevor ich ihn losließ, damit er sich schnell fertig machen konnte.

Harmlose Zwischenblutung, da könnte etwas dran sein, ich hoffte sehr, dass es nur das war. Mein Baby darf nicht einfach so verschwinden, ich hatte es bereits schon jetzt in mein Herz geschlossen. Es war so ein kleines Dropsi in mir, wie Mark doch so schön meinte, ein kleines Wunder. Es war ein kleines Wunder, denn wie kann denn auch so einem kleinen Ding ein Baby, ein fertiger Mensch,  werden? Ich verstand schon wie das abläuft, doch war es für mich noch unbegreiflich und unvorstellbar.

Als ich es das erste Mal sah, war ich schockverliebt. In diesem Moment wusste ich, dass dieses Baby allein zu mir gehört und mein Leben ins positive verändern wird. Es würde ein neuer Lebensabschnitt sein, für mich und für Mark. Ein neues Abenteuer mit vielen Hindernissen, neuen Aufgaben und einer sehr großen Verantwortung. Es liegt allein in Mark's und meinen Händen, was wir aus diesem neuen Lebensabschnitt machen.

Wenn mein Baby wirklich überlebt, werde ich es, soweit die Risikozeit um ist und man meinen Bauch nicht mehr übersehen kann, der Öffentlichkeit sagen. Ein einziges Babybauchfoto dürfte genügen, nicht mehr und nicht weniger. Mein Kind wird nicht in der Öffentlichkeit aufwachsen, so werde ich es komplett aus der Öffentlichkeit raushalten. Bei dem Gedanken wurde mir wieder ganz warm ums Herz. Es war zwar noch nicht so weit, doch langsam bekam ich durch diese Gedanken etwas mehr Mut und Hoffnung, dass es wirklich nur eine harmlose Zwischenblutung sein kann.

„Wir können!" rief Mark und riss mich aus meinen Gedanken. Meine Mutter schnappte sich schnell den Autoschlüssel und wir folgten ihr zum Auto. Während der gesamten Fahrt, hielt ich Mark's Hand fest und wollte diese überhaupt nicht mehr loslassen. Beim Arzt kam ich auch relativ schnell dran, wie ich meinen Frauenarzt doch liebe. Nur noch hoffen, dass es nichts schlimmes ist.

More than friendship? (Lenark)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt