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Ich wunderte mich, wieso meine Mutter so früh war, doch weiter dachte ich nicht und öffnete die Tür. Es war nicht meine Mutter sondern Max.

Schlagartig erhöhte sich mein Puls, ich wurde nervös und bekam es stärker mit der Angst zutun. Was machte er hier? Wie hatte er mich hier gefunden? Was wollte er von mir? Ich verstand es nicht. Dabei dachte ich, er hätte es endlich verstanden, doch da habe ich mich nur getäuscht.

„Verschwinde!" schrie ich und wollte ihm die Tür vor der Nase wieder schließen, doch er wehrte sich und drückte dagegen. „Es tut mir leid," seufzte er und betrat die Wohnung meiner Mutter. „Ich sagte verschwinde! Hörst du schlecht oder was? Ich hab dir klar und deutlich gesagt, dass ich nichts mehr mit dir zutun haben möchte." Meine Stimme war noch immer etwas lauter, doch ich schrie ihn nicht mehr an.

„Wie hast du mich hier gefunden?" fragte ich ruhiger und schloss die Haustür. Nun könnte ich wieder lauter werden, da die Tür nun geschlossen war und die Nachbarn nicht mehr alles hören konnten.

„Ein Kinderspiel. Ich glaub deinem Neuen doch nicht, dass du alleine oder mit sonst wem im Urlaub bist. Komm schon." Seine Art zu reden widerte mich an, so als würde er mich für dumm halten. Meinem Neuen? Meinte er etwa Mark? Er war doch nicht mein Neuer, sondern nur mein bester Freund. „Marek ist nicht mein Neuer! Wenn ich dich dran erinnern darf, du bist mir doch fremdgegangen, nicht ich dir!" griff ich ihn an und verschwand im Wohnzimmer.

„Ach, du nennst ihn schon Marek? Da seit ihr euch in der kurzen Zeit aber echt nahe gekommen. Weißt du eigentlich, wie sehr mich das verletzt?" Da musste ich laut auflachen. Ihn sollte das verletzen? Ich hatte doch gar nichts getan. Eher war ich von ihm verletzt, was er mir da angetan hatte. Plötzlich kam ich auf eine Idee. Ich könnte so tun, als wäre ich wirklich mit Mark zusammen, doch wenn er Mark darauf ansprechen würde, wäre ich tot. Mark würde da sicher nicht mitmachen. Schnell verwarf ich diesen Gedanken wieder.

„Tu hier nicht so auf Opfer Max. Er ist nicht mein Neuer. Außerdem darf ich ihn so nennen, weil er mein Bester Freund ist!" Nun war der Punkt gekommen, an dem ich so schnell wie möglicher wieder nach Berlin wollte, mit meiner Mutter zusammen. Dort würde ich mich wohl sicherer fühlen als hier, wobei ich mich nirgends mehr sicher fühlte. Max hatte es geschafft mich an dem Ort zu finden, wo ich eigentlich dachte, am sichersten zu sein.

„Max, verschwinde bitte einfach wieder. Du gehst mir dermaßen auf die Nerven, tust so, als wärst du das Oper. Nochmal zur Erinnerung, das bist du nämlich nicht. Ich bin dir immer treu geblieben und du meintest eine andere vögeln-" „Hab ich aber nicht. Ja, ich wollte, aber ich habs nicht gemacht." Das spielte für mich überhaupt keine Rolle, er wollte, und das zählte schon zum fremdgehen.

„Wie alt war die eigentlich?" Ich wusste selbst, dass ich nach dieser Antwort sehr verletzt sein werde. „Ähm, 19," sagte er knapp. Da blieb mir der Mund offen stehen. Die war 19 Jahre alt. Wie ein tiefer Schnitt ins Herz fühlte es sich an, das zu hören. „Ach, bin ich dir jetzt etwa zu alt mit meinen 27 Jahren?" fragte ich verletzt. Da schüttelte er den Kopf. „Anscheinend ja schon. Max, verschwinde einfach. Du kannst das nie wieder gut machen, das wird nie wieder etwas mit uns!" schrie ich ihm ins Gesicht. Max senkte traurig seinen Blick und wollte gerade zur Tür laufen. Da stoppte ich ihn.

„Warte, ich möchte dir noch was sagen!" Das würde ihn zwar vermutlich noch mehr verletzen, doch anders hatte er es nicht verdient und ich musste unbedingt meine ganze Wut aus mir lassen. „Ich kenne dich nicht mehr. Das bist nicht der Max, den ich damals kennengelernt habe. Du hast dich verändert, aber ins negative. Abartig, was du mir angetan hast. Du brauchst hier auch nicht mehr von Liebe reden, denn das ich keine Liebe mehr. Ich brauche dich nicht mehr. Mir reichen meine Familie und meine besten Freunde, besonders Mark. Im Gegensatz zu dir, möchte er wirklich, dass es mir gut geht..." Ich stoppte ganz kurz um nochmal Luft zu holen, denn ich war noch lange nicht mit dem fertig, was ich ihm noch sagen wollte.

„Sieh's mal so Max, du bist frei, du kannst jede haben die du willst, in jedem Alter von achtzehn bis du halt Lust hast. Ich hab kein Problem damit! Ich bin nun auch frei, muss nicht mit so einem widerlichen Mann, wie dir, mein Leben verbringen. Wenn ich wollte, könnte ich mir Mark schnappen und es dir unter die Nase reiben, damit du endlich das hören kannst, was du willst, doch so bin ich nicht. Ich bin kein Untermensch wie du. Du bist das letzte Max und jetzt geh!" rief ich und führte ihn noch raus vor die Tür. Er widersprach mir nicht, sondern hörte sich alles genau an. Doch ich konnte erkennen, wie sehr ihn das verletzte. Nur kein Mitleid bekommen, sonst hätte er das geschafft, was er wollte, sagte ich innerlich zu mir und schob ihn zur Tür raus.

Bevor ich die Tür schloss, schaute ich ihm ein letztes Mal ins Gesicht und sah, wie langsam eine Tränen über seine Wange lief. Scheiße, dachte ich und bekam doch Mitleid, was ich ja eigentlich nicht wollte. Damit ich nicht schwach werden konnte, schloss ich schnell die Tür. „Ich liebe dich," waren seine letzten Worte, bevor die Tür komplett geschlossen war. Schnell lief ich zurück ins Wohnzimmer und verkroch mich unter einer kuscheligen Decke, wo ich sofort in Tränen ausbrach.

Irgendwas mache dieser Satz mit mir, er muss mich doch eigentlichen lieben. Er wollte zwar mit einer anderen schlafen, doch dies hatte er nicht getan, er kämpfte um mich, auch wenn mich das nervte. Wegen mir ist er extra nach Hannover gefahren, um das mit mir zu klären. Er hatte den ganzen weiten Weg auf sich genommen um mit mir zu reden, mich zu suchen. Es war zu voreilig, ihn einfach wieder wegzuschicken, er liebte mich doch wirklich.

Es zerriss mir das Herz, ihn so traurig zu sehen. Max weinte nicht oft und wenn, dann musste es ihn sehr belasten und ihm sehr wehgetan haben. Vermutlich war ich zu hart zu ihm. Auch wenn er mich betrogen hat, gibt es mir nicht das Recht, ihn so zubehandeln. Ihn weinend weggeschickt zu haben, ließ mich doch schlecht fühlen, ich bekam ein schlechtes Gewissen. Was wäre, wenn er sich deshalb nicht auf den Straßenverkehr konzentrieren kann und deswegen einen Unfall baut. Nein! Warum dachte ich soweit? Schnell musste ich diesen Gedanken aus meinem Kopf werfen, ihm wird sicher nichts passieren. Ich musste nur positiv denken. Ich kenne Max, ihm wird sicher nichts passieren. Ich blieb so lange unter dieser Decke, bis es wieder klingelte. Das musste aber nun meine Mutter sein, ich hoffte es so sehr.

More than friendship? (Lenark)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt