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„Du Mark, meine Mutter kommt morgen kurz vorbei und holt mich ab." Doch keine Reaktion seinerseits. Wir waren bereits im Studio, doch von Nitti war weit und breit keine Spur zu sehen. „Ich bleibe dann etwas bei ihr. Vielleicht kann ich Max so besser aus dem Weg gehen, wenn er sonst die ganze Zeit vorbei kommt," erklärte ich. „Du warst doch erst bei deiner Mutter?" „Ja, schon aber..." „Es kam jetzt etwas falsch rüber, oder? Aber ich meine ja nur, vielleicht kommt er von alleine auf die Idee, dass du bei deiner Mutter sein könntest." Mir kam das gerade komisch vor. Die Stimmung hier im Studio war auch etwas komisch. Eigentlich fühlte ich mich immer wohl, wenn ich hier war, doch daran war gerade nicht zu denken.

„Ja schon, aber ich war ja erst vor kurzem bei meiner Mutter und so weit denkt dieser Idiot sicher nicht." Ich seufzte auf. Wäre ich doch lieber in Mark's Wohnung geblieben. Ich stand auf und stellte mich ans Fenster. Das Wetter spiegelte meine Gefühle wieder. Es regnete, mir war gerade zum heulen zumute, der ganze Himmel grau und so fühlte ich mich auch.

„Es tut mir leid," kam es plötzlich flüsternd von Mark. Auch wenn seine Worte leise waren, zuckte ich kurz zusammen. „Alles gut. Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Ich bin grad nur so durcheinander und weiß nicht weiter," gab ich zurück und starrte weiterhin aus dem Fenster. Und schon dachte ich wieder an Max. Warum musste diese billige Frau bei uns in der Wohnung sein? Warum hat er die Beziehung nicht schon früher beendet, wenn er an sowas denkt? Würde er mich wirklich lieben, wäre er nie so weit gegangen. Ich wäre doch selbst nie auf die Idee gekommen ihn zu betrügen.

„Du denkst an ihn oder?" Mark stand plötzlich hinter mir und umarmte mich von hinten. Das brauchte ich in diesem Moment einfach. „Mhm," flüsterte ich. Da war plötzlich diese angenehme Wärme, die sich durch meinen Körper zog. Ich fühlte mich langsam wieder wohl und irgendwie auch verstanden. „Er ist es nicht wert. Du..."

„Das weiß ich, aber keine Ahnung, es ist so schwer und so kompliziert. Wir waren so viele Jahre glücklich und nun? Nun hat er nichts anderes im Kopf als eine billige was weiß ich zu vögeln. Er hat keine Sekunde an mich gedacht, wie ich mich dabei fühlen könnte. Nur weil ich ihm das in letzter Zeit nicht geben wollte, muss er nicht so ein billiges Angebot annehmen. Warum hat er nicht schon vorher Schluss gemacht? Es wäre um einiges leichter gewesen, das zu verarbeiten. Nein, er muss ja so ein egoistisches Arschloch sein. Ich kenne ihn nicht wieder. Das ist nicht der Max, den ich kennenlernen durfte, der mir so viel Liebe geschenkt hat. Er ist fremd geworden!" Ich schluchzte wieder und brach in Tränen aus. Doch im gleichen Moment spürte ich eine Erleichterung in mir. Es tat gut das auszusprechen und im gleichen Moment von Mark umarmt zu werden.

„Du fährst dann erstmal für eine Weile zu deiner Mutter. Wenn er nochmal auftaucht, dann bist du für seinen Glauben im Urlaub, spontan. Es wird alles irgendwann gut." Diesmal glaubte ich ihm voll und ganz. Es muss einfach besser werden. „Danke Forsti," flüsterte ich und wischte mir die restlichen Tränen aus dem Gesicht.

„Nitti kommt übrigens später wieder. Ich möchte dir erstmal so ein paar Dinge zeigen, die sich so ergeben haben. Aber nur wenn du möchtest." „Ich wäre beleidigt, wenn du dies nicht tun würdest. Wieso bin ich denn sonst hier?" sagte ich leicht lachend und blickte in Mark's Augen, die mich in diesem Moment so besonders anfunkelten. „Genau deswegen, damit du auf andere Gedanken kommst. Und Schau, du lachst schon wieder."

Aber er schafft es auch immer wieder mich zum Lachen zu bringen, auch wenn mir nicht immer danach ist.

„Und weil du mich immer so zum lachen bringst, bin ich froh, dass du mein bester Freund bist." Und schon fiel ich ihm wieder in die Arme und drückte ihn ganz fest. Ich spürte wie sehr er die Umarmung genoss und dies tat ich auch. Ihn wieder loszulassen, daran dachte ich in dem Moment nicht, weshalb wir eine Weile so da standen.

„Möchtest du die Dinge jetzt hören oder mich weiter umarmen?" Er brachte mich leise zum kichern. „Beides," flüsterte ich. „Geht schlecht. Du kannst mich nachher noch so lange knuddeln wie du möchtest Leni-Bärchen." Wie kann er einen nur so schnell auf andere Gedanken bringen? Wie schafft dieser Mann sowas? „Ach, dein Bärchen soll dich knuddeln? Normalerweise wird ein Bärchen immer geknuddelt," sagte ich gespielt beleidigt und dreht mich um. Er jedoch stellte sich wieder vor mich und nahm mich wieder in den Arm. „Überredet, du bekommst später deine Umarmungen. Erst zeige ich Dir was, später kommt Nitti und dann fahren wir wieder." Hörte sich nach viel Spaß  und besonders viel Ablenkung an. Was bin ich froh so einen besten Freund zu haben.

More than friendship? (Lenark)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt