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Mark's POV

Lena wirkte auf mich wie ausgewechselt, als ihre Mutter kam, was mich umso mehr freute. Nun stand ich an der Straße und blickte dem Auto nach, bis es nicht mehr zu sehen war. Einerseits freute ich mich, dass sie sich nun besser erholen kann, doch andererseits verspürte ich plötzlich einen stechenden Schmerz in der Brust. Ich wusste einfach nicht was mit mir los war. Eigentlich möchte ich nur das Beste für Lena, doch warum tut es dann so weh?

Naja, da Lena nun weg war und ich nicht wie der letzte Depp dumm bis zum Ende der Straße starren wollte, ging ich wieder nach oben. Kiwi hätte bestimmt Lust etwas zu laufen. Lena wollte sie nicht unbedingt mitnehmen, da es schon ein längerer Weg wäre und Markus Hunde nicht unbedingt haben möchte.

Als ich die Tür aufschloss saß Kiwi schon vor der Tür und schaute mich mit ihrem süßen Hundeblick an. Sie schien Lust darauf zuhaben etwas zu laufen. Wie süß können Hunde denn nur sein? So süß wie Kiwi ist, muss man sie einfach lieben. Ich schnappte mir die Leine und wollte gerade mit Kiwi nach draußen gehen, doch daraus würde wohl nichts werden.

„Max?" fragte ich überrascht, als ich diesen vor meiner Haustür erblickte. „Du wolltest also mit meiner Freundin und Kiwi spazieren gehen? Ich wollte Lena sprechen." Wenn ich diesen Mann schon sehe steigt bei mir die Wut. Max wirkte auf mich so ruhig, doch gleichzeitig schien er auch etwas eifersüchtig zu sein. Ich möchte doch gar nichts von Lena?

„Fast richtig. Erstens, Lena ist nicht mehr deine Freundin und zweitens gehe ich alleine mit Kiwi spazieren." Nun musste ich ihn bei weiteren Fragen belügen, wenn er wissen möchte wo Lena ist. „Ach übrigens, Lena ist nicht da." „Wo ist sie? Bei einer Freundin? Wolltest du sie abholen, wenn ja dann kann ich bestimmt mitkommen. Es ist wichtig." Begreift dieser Kerl nicht, dass diese Beziehung zwischen ihm und Lena vorbei ist? Dass er allein daran Schuld ist und dass sie nichts mehr von ihm möchte?

„Max, sie ist im Urlaub für eine ungewisse Zeit. Deswegen ist Kiwi bei mir. Du solltest ihr Zeit geben. Bis jetzt bist du jeden Tag hier aufgetaucht, glaubst du nicht, dass du ihr damit schadest, anstatt dass es ihr besser geht?" Max verdrehte genervt die Augen. Er hat es wohl noch immer nicht verstanden.

„Sag mir einfach wo sie ist. Ich kauf dir nicht ab, dass sie plötzlich im Urlaub ist. Mit wem denn überhaupt?" Mist, daran habe ich wirklich nicht gedacht, ich wusste was ich sagen könnte, wenn er wissen wollte wo, doch aber nicht, wenn er wissen möchte mit wem sie im Urlaub ist. Ich überlegte nicht lange und haute einfach etwas raus. „Mit einer Freundin." Toll, das war sicher nicht sehr schlau von mir. Auf eine Freundin wäre er sich auch von alleine draufgekommen.

„Du lügst doch Mark. Glaubst du Lena verletzt mich nicht mit dem, was sie macht?" Wovon sprach er überhaupt? Er ist Lena doch fremdgegangen, nicht sie ihm. Und wenn sie jetzt mit jemandem etwas anfangen würde, wäre es nicht Max Problem, sie kann machen was sie möchte. „Ich verstehe nicht, was du mir damit sagen möchtest." Sein Grinsen wurde immer frecher und ich spürte, dass das nicht gut ausgehen würde.

„Du, du bist Schuld daran, dass Lena nicht mehr nach Hause kommt, dass sie mich verlassen hat. Jeder sieht, dass du voll in sie verschossen bist. Du machst dich an Lena ran, da kann ich es ihr nicht übel nehmen, wenn sie wieder weg ist." Ich sollte Gefühle für Lena haben? Nein, ganz bestimmt nicht. Oder doch? Hatte ich Gefühle für Lena? Schmerzte es deshalb so sehr sie zu ihrer Mutter gehen zu lassen? Bestimmt nicht, nein ich hatte keine Gefühle für sie.

„Ersten habe ich keine Gefühlte für Lena und zweitens ist sie wegen dir wieder weggefahren, weil du hier ständig aufkreuzt. Versteh es doch endlich, dass du einen Fehler gemacht hast und sie dir das nicht so schnell verzeihen wird." Falls sie ihm das überhaupt verzeihen kann. Irgendwie konnte ich mir nicht vorstellen, dass sie ihm irgendwie verzeihen kann, aber selbst da kann ich nicht in Lena's Kopf schauen.

Mir wurde das langsam zu blöd. Was bin ich da froh, dass ich mich vor über einem Jahr im guten von meiner Freundin getrennt habe. Wir hatten uns in den Jahren auseinandergelebt und beide beschlossen, dass es besser wäre, wenn da nur Freundschaft ist. Und bist jetzt hatte ich auch kein Problem damit, im Gegenteil, ich freute mich für sie, dass sie nun wieder glücklich war.

„Wer's glaubt! Naja, jetzt raus mit der Sprache, wo ist Lena? Ich mache mir doch auch Sorgen um sie. Ich liebe sie doch." Pah, wenn er sie wirklich lieben würde, hätte er ihr sowas nicht angetan. Eigentlich wollte ich mit Kiwi noch etwas laufen, doch die Lust daran war mir vergangen. Ich wollte einfach nur, dass Max hier verschwindet. Meine Geduld reichte wohl nicht mehr lange aus und die Wut in mir wurde immer größer.

„Verschwinde Max, sie möchte von dir in Ruhe gelassen werden. Keine Ahnung wann sie wieder kommt. Und es bringt dir überhaupt nichts, wenn du ständig hier auftauchst. Und Lena möchte dich nicht zurück haben." Max machte mich echt nicht schlauer, er bringt mich zum verzweifeln. Wollte er Lena wirklich wieder zurückhaben oder wollte er sie fertig machen? Ihr Leben zerstören, da er genau weiß, dass Lena ihn liebt? Eine echt furchtbare Vorstellung, daran zu denken machte mich noch wütender. Eigentlich bin ich nicht so, aber am liebsten würde ich ihn jetzt schlagen, ihm eine reinhauen. Darf ich aber nicht, Gewalt ist keine Lösung und dann hätte ich eine Anzeige von ihm am Hals und eine große Schlagzeile im Internet, wenn dies an die Öffentlichkeit kommen würde, was ich Max auch zutrauen könnte.

„Du Mark, ich bin gleich weg, aber eine Sache muss ich dir noch sagen. Lena bekommst du nicht, sie wird dich nie lieben können, wie sie mich liebt. Sie wird sich nie in dich verlieben!" Das waren seine letzten Worte, bevor er ging. Total durcheinander ging ich erstmal in die Küche um mir ein kaltes Glas Wasser zu holen. Ich brauche einen klareren Kopf. War ich wirklich in meine Beste Freundin verliebt? Hatte ich wirklich Gefühle für sie? Nach all den Jahren? Ich wusste es nicht, einerseits musste ich schon grinsen, wenn ich an sie denke, es schmerzt sie gehen zu lassen und am liebsten wäre ich bei ihr, ich hatte sie auf die Wange geküsst und es hat sich verdammt gut angefühlt und um ehrlich zu sein wollte ich sie richtig küssen, doch innerlich wollte ich das nicht, ich wollte nicht in meine Beste Freundin verliebt sein.

Es hat sicher schon gewisse Vorteile, wenn man sich in die beste Freundin verliebt, man kennt sich schon, doch wenn es nicht im guten auseinander geht, dann ist die Freundschaft auch vorbei. So sehr in Gedanken versunken merkte ich gar nicht, dass das Wasser lief. Mein Glas war schon übergelaufen und das kalte Wasser lief über meine Hand, was zu gleich auch sehr angenehm war. Vielleicht sollte ich einmal kalt duschen gehen und anschließend mit Kiwi nach draußen gehen, das würde mich sicher auf andere Gedanken bringen. Den Wasserhahn machte ich wieder aus und trank das kalte Wasser. Nach der Dusche muss ich dringend raus.

More than friendship? (Lenark)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt