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Langsam, noch immer am weinen, ging ich zur Tür und öffnete diese. Zu meinem Glück war es meine Mutter, die von der Arbeit kam. Schluchzend fiel ich ihr in die Arme. Ich brauchte sie gerade mehr denn je.

„Max war da," fing ich schluchzend das Gespräch an. Ich löste mich von meiner Mutter und ließ sie ertsmal richtig in die Wohnung kommen. „Ach Lena, ich bin doch da. Was wollte er?" fragte sie, als sie mit ins Wohnzimmer kam. Ich erzählte ihr jedes kleinste Detail, von Anfang bis zu dem Punkt, als ich ihn aus der Wohnung geschmissen haben. „Er liebt mich Mama," seuftze ich. „Er hat meinetwegen geweint, das ist bis jetzt noch nie vorgekommen und du weißt doch, wie selten er weint. Meine Mutter nickte und nahm mich erneut in den Arm. Sie gab mir das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit, sie wusste, was das richtige war.

„Das schon, aber er ist trotzdem ein Idiot. Da kannst du machen was du willst, er ist und bleibt ein Idiot. Ich hindere nicht daran, ihm zu verzeihen, doch denk daran, was er dir angetan hat, wie sehr du wegen ihm gelitten hast, wie er dich einfach nicht in Ruhe lassen wollte. Es gibt so viele ehrliche Männer auf der Welt, so viele treue Seelen und einen kennst du." Sie wollte wieder auf Mark hinaus, das wusste ich. Recht hatte sie schon, doch wäre es nicht besser, wenn Max und ich zusammen ein Kind großziehen würden? Vielleicht gebe ich ihm nochmal eine Chance, wenn ich schwanger sein sollte.

„Mama, wir sind nur Freunde," argumentierte ich und wischte mir die letzten Tränen aus dem Gesicht. „Denk nicht daran, dass du Max eine Chance geben kannst, nur weil du vermutlich schwanger bist. Es ist völlig egal, ob dein Kind mit dem Erzeuger aufwächst oder mit einem Mann, wie Mark, der es wie sein eigenes lieben würde. In beiden Fällen würde dein Kind mit Vater und Mutter aufwachsen." Ich schüttelte energisch den Kopf. „Erstens, hast du ja recht mit Max." Das sah ich nun auch ein. „Zweitens, du weißt nicht, ob Mark wirklich Gefühle für mich hat und drittens, weißt du noch nichtmal, ob ich überhaupt Gefühle für Mark habe," argumentierte ich.

Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass mein bester Freund Gefühle für mich haben sollte. Aber andererseits, wie er immer für mich da ist, sich Sorgen um mich macht, mich immer zum Lachen bringt und ganz genau weiß, wann es mir schlecht geht, wie es ihm schwer gefallen war, mich zu meiner Mutter gehen zu lassen, wie er einfach anfangs nicht wollte, dass ich gehe. Je länger ich drüber nachdachte, desto eher freundete ich mich mit diesem Gedanken an. Aber machen das beste Freunde nicht immer?

„Wie blind bist du eigentlich?" Ich blickte sie ahnungslos an. „Man merkt, dass Mark Gefühle für dich hat, das sieht man mein Kind. Ich sehe das." Daraufhin schüttelte ich nur den Kopf. Woran sieht man das denn direkt? Wie kam sie überhaupt darauf, sie hatte Mark nicht lange gesehen. „Ich seh's nicht, Mama," murmelte ich leise vor mich hin.

„Na weil du noch so sehr mit Max beschäftigt bist. Seine Blicke sagen alles, achte mal darauf, wenn du wieder in Berlin bist. Schau ihm tief in die Augen, wenn er seinen Blick sofort abwendet, dann könnte da was dran sein." Ja, könnte, dachte ich nur. Doch nach diesen Worten schaute ich sie verdutzt an und musste einmal schlucken. Weil ich so sehr mit Max beschäftigt bin? Plötzlich verstand ich es, auch wenn ich eine Weile Ruhe vor meinem Ex hatte, nahm er trotzdem unbewusst so viel in meinem Kopf ein. Ich hatte gar kein Platz in meinem Kopf, um so intensiv darüber nachzudenken, doch welcher Mensch dachte so sehr darüber nach, dass sein bester Freund Gefühle für einen haben könnte, wenn man selbst eigentlich keine Gefühle für ihn hat.

„Apropos, Mama, können wir so schnell wie möglich nach Berlin? Ich fühl mich hier nicht mehr sicher, wegen Max, der könnte doch..." „Sag mir wann und wir fahren. Allerfrühestens morgen erst." Meinte sie das gerade ernst? Morgen schon könnten wir nach Berlin fahren?

„Sicher Mama, deine Arbeit?" Sie nickte nur. „Ist momentan wenig los. Ich kann das alles nachholen oder von Mark's Wohnung aus arbeiten. Kein Problem mein Kind. Ich werde hier noch verrückt, wenn du so lange auf den Schwangerschaftstest wartest," lachte sie. Je früher, desto besser, dachte ich mir und fing an zu strahlen.

More than friendship? (Lenark)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt