-32- (Ende)

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5 Monate später

Wieder einmal wandelte ich durch die scheinbar unendlichen Hallen des imposanten Schlosses, während helles Mondlicht durch die Fensterscheiben fiel, was dem ganzen eine noch viel majestätischere Aura verlieh.

Ich verbrachte meine freie Zeit oftmals damit, durch das Schloss zu gehen und und einzelne Räume genauer zu betrachten, da ich vorher niemals die Möglichkeit dazu gehabt hatte.

Dieses Schloss war ein wirklich beeindruckender Ort und besaß unsagbare Schönheit, was ich als Mensch niemals entdeckt oder jenen Gedanken akzeptiert hätte.

Anfangs wollte ich diese Erkenntnis tatsächlich nicht wahr haben, doch ich begann, diesen Ort als mein Heim zu akzeptieren. Es fühlte sich an, als würde ich genau hier her gehören und an keinen anderen Ort.

Ich hatte mich in meinem bisherigen Leben niemals akzeptiert oder gar geliebt gefühlt, seitdem meine Familie mich verließ. Ich erfuhr keine Liebe, Akzeptanz oder sonstige positive Gefühle und führte ein erbärmliches Leben in stiller Einsamkeit.

Doch nun schien mein Leben eine drastische Wendung zu nehmen und sich mit allen Details zu wandeln.

Ich hätte es niemals geglaubt, doch ich wurde von allen Bewohnern dieses Schlosses akzeptiert und fröhlich empfangen.

Ich lernte die verschiedensten Personen und ihre Schicksale kennen, einige erzählten mir von ihrer Vergangenheit oder über das Leben als Vampir.

Auch einige Freunde hatte ich bereits gewonnen, was ich mir ebenfalls niemals zu träumen gewagt hätte.

Darunter zählten beispielsweise Michael und Carla, die ich mit der Zeit besser kennengelernt hatte und die mir wirklich eine große Hilfe gewesen waren, mich hier zurechtzufinden.

Den beiden hatte ich ebenfalls einige meiner neuen Bekanntschaften zu verdanken, wofür ich Ihnen mehr als nur dankbar war. Sie erzählten mir viel von ihrem bisherigen Leben und ihrer Vergangenheit, wodurch ich das Gefühl hatte, man akzeptierte mich hier.

Hätte ich denn wirklich erst du dem Monster werden müssen, welches ich stets am meisten fürchtete, um dieses Gefühl zu spüren?

Doch so unglaubwürdig es auch klingen mochte, ich hatte nicht vor, dieses Schloss wieder zu verlassen. Ich fühlte mich hier geliebt und als würde ich hier gebraucht werden, ich konnte es einfach nicht erklären.

Nachdenklich setzte ich mich auf die Fensterbank, um in die kalte Nacht hinauszuschauen und den Sternenhimmel zu betrachten.

Manchmal fragte ich mich, wie mein Leben wohl verlaufen wäre, wenn meine Familie überlebt hätte.

Manchmal vermisste ich sie, und vor allen James, der damals nicht nur mein Bruder, sondern genauso mein bester Freund gewesen war.

Ich konnte mich nur wage an die Gesichter meiner Eltern und Großeltern erinnern, nur jener leidende und schockierte Gesichtsausdruck meines Bruders war genau in meinem Gedächtnis verankert, als er leblos vor meine Füße fiel.

Ich sah hinauf zum Sternenhimmel und dem hell scheinenden Mond, dessen Licht durch die Fenster fiel und den Raum erleuchtete.

Ob sie mich nun von dort oben beobachten konnten, so wie Mutter es immer sagte? Was würden sie wohl denken, wenn sie mich hier sitzen sehen würden, in genau diesem Moment?

Mutter hatte an solche Phänomene geglaubt. Sie erzählte mir dies oft und es gehörte zu den Wenigen Kleinigkeiten, die mir von ihr im Gedächtnis geblieben waren.

Sie erklärte es mir, als mein Großvater gestorben war, da ich den Tod in diesem Alter noch nicht wirklich verstehen konnte. Sie setzte sich eines Abends zu mir und versuchte es mir zu erklären.

Vampire's SlaveWo Geschichten leben. Entdecke jetzt