Kapitel 10: Die alte Bibliothekarin

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Am nächsten Morgen wachte ich in meinem wunderschönen Himmelbett auf. Die Sonne schien durchs Fenster und auf meinem Gesicht schienen kleine Sonnenstrahlen, die mich erwärmten. Die Vögel zwitscherten das Morgen Lied. Heute war die Sitzung mit dem Rat des Saturns. Ich war aufgeregt. Mir war immer klar, dass ich irgendwann dabei sein musste. Doch ich wusste nicht, dass das schon so schnell passieren würde. Doch es musste so langsam auch mal passieren. Nur noch Vier Jahre, dann würde ich zu Königin gekrönt werden und ab diesen Tag wäre es meine Angelegenheit mich mit dem Rat zu treffen. Anfangs würde meine Mutter noch als Unterstützerin fungieren, aber nach der Zeit musste ich lernen alleine Entscheidungen zu fällen. Ich stand vom Bett auf. Mein Zimmer war groß. Eine ganze Ecke nahmen 3 Große Bücherregale ein. Doch vom Platz her benötigte ich noch ein viertes. In meinem ganzen Zimmer verteilt lagen Bücher die in die Bücherregale einfach nicht mehr hineinpassten. Neben den Bücherregalen stand ein großer Schreibtisch voll mit Schreib Utensilien. In der anderen Ecke des Zimmers stand eine Couch vor einem Kamin. Dort saß ich immer gerne und schmökerte in meinen Büchern. Es war sehr entspannend. Neben der Couch, gelang man durch eine Tür auf den Balkon. Ein kleiner. Aber man konnte von dort den ganzen Schlossgarten überblicken. Ich trat hinaus auf den Balkon. Eine sanfte Herbstbrise kam mir entgegen. Auch wenn es auf dem Saturn genau genommen immer Sommer Temperaturen waren, hatten wir trotzdem das System der Vier Jahreszeiten. Ich sah wie auf der Wiese des Gartens zwei kleine Häschen hoppelten, oder wie in den Bäumen die Vögel nesten. Die Mutter fütterte gerade ihre Neugeborenen mit Würmern. Auf einmal hörte ich wie meine Zimmertür geöffnet wurde und zwei junge Frauen hineinkamen. Ich ging wieder zurück ins Zimmer. „Guten Morgen Prinzessin." Begrüßte mich die eine. „Ich bin Viola und meine Freundin hier ist Luna. Wir sollen ihnen helfen sich für das treffen mit dem Rat fertig zu machen" erklärte sie mir. „Ich brauche keine Hilfe, dass kriege ich schon wunderbar alleine hin!" „Keine Chance Eure Hoheit. Eure Mutter hat uns aufgetragen sie zurecht zu machen und dies machen wir jetzt auch" meldete sich die andere, die anscheinend Luna war zu Wort. Ich beschloss, dass es sinnlos war zu protestieren, da die zwei eh nicht gehen würden. Also ging ich stattdessen in mein Ankleidezimmer. Viola und Luna folgten mir. Überall standen Mannequins mit Kleidern im Raum. Das schönste Kleid war Gold mit ganz viel Glitzer. Ich trug es nur zu ganz besonderen Anlässen. Entscheiden tat ich mich allerdings für mein Lieblingskleid. Es war Rosa und der Oberkörper war verziert mit Rosen. Außerdem war es Schulterfrei. Viola half mir dabei in das Kleid zu kommen, während Luna die passenden Schuhe raussuchte. Danach frisierten sie mir die Haare und verzierten mein Gesicht mit Make-Up. Zum Schluss schmückte ich meinen Hals, mit einer Kette. Auf dem Anhänger war unser Wappen drauf. Doch der Krönende Abschluss schloss das Diadem auf meinem Kopf. Als ich in den Spiegel sah, erkannte ich mich nicht mehr wieder. Ich sah nicht mehr aus wie Lia. Ich sah aus wie meine Schwester immer hätte aussehen sollen. Wie eine Kronprinzessin, die bereit war ihr Amt bald anzunehmen. Aber ich war überhaupt nicht bereit. Ich wollte einfach nur flüchten um niemals diese Last tragen zu müssen. Die Besprechung mit dem Rat, war ein Schritt näher um zu lernen eine Königin zu werden. Sobald ich 23 war, würde ich den Thron besteigen müssen. Doch jetzt musste ich mich erstmal nur den Rat stellen. Viola und Luna begleiteten mich noch bis zum Esszimmer, wo meine Mutter auf mich wartete. Auf dem Tisch standen unzählige Speisen. Von Waffeln bis hin zu geräucherten Lachs. Doch am liebsten hätte ich jetzt einfach den Speck aus der Cafeteria der Akademie. Nur der Gedanke daran, ließ in meinem Mund schon das Wasser laufen. „Du siehst wunderschön aus" erklärte mir meine Mutter. „Danke, doch beim nächsten Mal brauche ich keine Personen mehr die mir helfen." „Doch die brauchst du. Als Königin wirst du keine Zeit mehr haben dich selber fertig zu machen. Da bist du froh für die Hilfe. Deswegen musst du schon jetzt damit lernen klar zu kommen." Ich erwiderte nichts mehr. Nach dem Frühstück gingen wir zum großen Konferenzsaal. „Drinnen warten schon alle auf uns. Denk immer daran, wenn du Königin bist musst du die anderen auf dich warten lassen. Die Königin ist immer die letzte die den Saal betritt und das Meeting fängt erst an, wenn sie eingetroffen ist." Mir gingen die ganzen Regeln jetzt schon auf die Nerven. „Warte hier mein Liebling. Du wirst gleich hineingebeten." Mit diesen Worten ging sie in den Saal und ließ mich hier draußen alleine stehen. Doch schon nach ein paar Minuten wurde ich hineingebeten. Auch der Rat vom Saturn hatte mich noch nie gesehen. „Darf ich vorstellen. Meine Tochter, Kronprinzessin Jezelia Kadira Adriana Runa Abrany Anderson." Ich ging hinein und sah mich im Raum um. Viele Adelige saßen an einem Tisch, an der Spitze des Tisches stand meine Mutter, die Königin. Unter den Adeligen waren unter anderem Breaks Vater Herzog Richard, sowie Jess Mutter die Hüterin des Saturns Adyra. Doch als ich genauer hinsah erkannte ich das neben den beiden noch zwei Personen saßen. Break und Jess. Was machten die hier? Sie sahen mich an und gaben mir unbemerkt zu verstehen, dass wir uns nachher treffen würden und sie mir dann alles erzählten. Dies musste mir erstmal reichen. Meine Mutter zeigte auf den Platz zu ihrer linken Seite, der noch frei war. Als erstes fing Herzogin Juana von Mimas an zu reden. „Eure Hoheit, es ist mir eine Ehre Sie endlich kennen lernen zu dürfen." Die anderen stimmten ihr zu. „Ich muss wohl nicht betonen, dass alles was ihr hier gesehen habt auch hier im Raum bleibt?!" Meine Mutter erklärte den Fürsten die Situation mit dem neuen Gesetz des großen Rats. Derweil tauschte ich mit Break und Jess blicke aus. Break sah geschockt aus und Jess wütend. Jess wusste schon immer wie grausam der große Rat war. Auch sie wurde schon von ihm konfrontiert. Damals wollte der große Rat sie von ihrer Mutter wegzerren und sie als die neue Hüterin des Saturns ausbilden. Erst als meine Mutter sich einmischte durfte Jess bleiben, aber auch nicht für lange Zeit. Adyra schickte sie zur Akademie, damit Jess lernte ihre Kräfte benutzen zu können. Sobald sie ihren Abschluss mache, wird sie zur nächsten Hüterin ausgebildet. Jessica konnte die Zeit kontrollieren. Sie konnte sie anhalten oder zurückdrehen. Manchmal konnte sie sogar die Zukunft voraussagen. Ihre Träume waren immer sonderbar. Diese Träume waren damals das erste Zeichen ihrer Kräfte gewesen. Schon mit Vier Jahren träumte sie davon, dass in Tiluana ein großer Streit ausbreche. Am nächsten Tag brach dann wirklich einer aus. Mit Zehn Jahren hielt sie das erste Mal die Zeit an, um mir aus der Patsche zu helfen. Ich wollte über die Straße gehen, als plötzlich aus dem nichts ein Auto angerast kam, welches mich überfahren hätte. Doch das hat es nicht. Jess hielt die Zeit an und konnte mich noch rechtzeitig von der Straße zerren. Damals wusste sie noch nicht wer ich war, aber wir fingen an Freundinnen zu werden. Eines Tages dann erzählte ich ihr die Wahrheit über mich. Doch es war ihr egal. Ich war ihre beste Freundin und sie würde mich nicht anders behandeln nur weil ich eine Prinzessin war. Zu der Zeit lebten meine Geschwister noch. Wenige Monate nachdem ich ihr die Wahrheit erzählt hatte, starben meine Geschwister. Sie half mir durch die schwere Zeit und war immer für mich da. „Prinzessin, wie würden Sie sich damit fühlen, wenn die Öffentlichkeit ihr Gesicht zusehen bekäme?" fragte mich Herzog Antuan. „Für mich wäre es nicht mehr sicher. Ich würde in ständiger Furcht leben, dass mich jemand attackiert." Natürlich würde ich keine Angst haben, aber ich musste eine Ausrede erfinden damit der Rat nicht die Wahrheit über meine Kräfte und der Akademie erfuhr. Sie würden es missbilligen. Break sah mich verwirrt an. Er wusste das ich nicht so schnell Angst kriegte. Aber er wusste auch dass der Rat nichts erfahren durfte, also wendete er den Blick wieder ab.

Erbin der Elemente (Tales of Elements 1)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt