Kapitel 35: Auf den Trümmern der Vergangenheit

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Irgendwann mussten wir uns von der Magie des Ortes verabschieden. Die Treppen hinab zu schreiten, war sehr viel bequemer als wie wir sie hoch geschritten sind. Break musste sich jedoch etwas bei mir abstützen, da er immer noch so schwach war. Er hatte so schnelle Schnelligkeit wie noch nie angewendet. Das schwächte ihn genauso, wie mich meine Kräfte schwächten wenn ich sie zu sehr anwendete. Inzwischen wurde die Stadt von einer dunklen Schönheit umhüllt. Im Horizont des Himmels, waren funkelnde Sterne zu sehen. Ein Anblick den ich selten genießen konnte. Sowohl die Akademie, als auch das Schloss standen in der nähe einer hellbeleuchteten Stadt. Ihre Lichter ließen nur selten die Schönheit des Weltalls durchkommen. In einem Raumschiff befanden wir uns in der Mitte dieser Schönheit. Dann konnte es jedoch auch passieren, dass die ganzen Sterne viel zu nah waren, weshalb die Schönheit, die sie ausstrahlten, verdeckt wurden. Ich konnte mir vorstellen das damals zu Lebzeiten der Menschen auf dieser Erde, diese Stadt genauso hell erleuchtet war wie unsere heutigen STädte, sodass auch die Bewohner dieser Stadt selten eine solche Schönheit erleben durften. Unten angekommen hechtete ich schnell in den Park. Wenn ich mich recht erinnerte waren die Pflanzen die hier wachsen, die Pflanze die ich Toetras Mutter mitbringen sollte. Ich konzentrierte mich auf die Erde unter mir. Mit meiner Hand spürte ich wie die Wurzeln sich ineinander verschlungen. Ein leichter kontrollierter Fußstampf reichte, damit sich die Erde um den Pflanzen löste. Drei verschiedene Büsche kamen hervor, deren Wurzeln alle miteinander verbunden waren. Es war als wären sie eins. Ich nahm den Busch in die Hand. Hoffentlich trocknete er nicht aus, bevor wir wieder die Akademie erreichten. „Was hast du gemacht?" Break sah verwundert auf den Busch in meiner Hand. „Wir sollten doch Professorin Aeon eine Erdenpflanze mitbringen." London war überwältigend. Es erinnerte mich ein bisschen an Tiluana-City. Teile der Stadt waren noch aus einer lang vergangenen Zeit, während andere Teile immer Moderner wurden. Doch im Vergleich zu den anderen großen Städten von Lythix, war London immer noch recht altmodisch. Königin Celethe die erste, die vorletzte Königin der Erde, erschuf das Gesetz das London unter Denkmalschutz stand. Das hieß so wie die Stadt damals errichtet war, durfte sie nicht mehr verändert werden. Von hier oben aus dem Raumschiff, sah man wie das Augenmerk auf ein großes, klaffendes Loch in der Mitte der Stadt fiel. Es versetzte mir einen Stich im Herzen. Noch vor wenigen Jahren stand dort das Schloss der Erde. Es war der Ort wo meine Geschwister ihr Leben verloren hatten. Und wie ich jetzt wusste nicht nur meine Geschwister, sondern auch mein Großvater und meine Tante und mein Onkel. Ein großer Teil meiner Familie ist unter den Ruinen dieses Schlosses vergraben. Ich merkte erst wie mir eine Träne über die Wange rinte, als Break sie wegwischte. Ohne etwas zu sagen, nahm er mich fest in seine Arme. Auch Jess kam zu uns, um mir ihre Hand auf den Rücken zu legen. Nur noch Kai wusste, welch schreckliche Ereignisse hier passiert waren. Für die anderen musste meine Trauer, wohl ziemlich verwunderlich sein. Ich erlaubte mir noch einen Moment der Trauer, ehe ich mich von Break und Jess löste, um mir die Tränen vom Gesicht zu wischen. „Die Stadt ist wieder größer als die letzten drei. Ich würde sagen, wir sollten uns wieder aufteilen", sagte ich zu den anderen. „Aber nur du kannst sie doch finden", erwiderte Areo. Ein Seufzer entfuhr meiner Kehle „Ja, jedoch wisst ihr wie sie aussehen und könnt Ausschau halten. Sollte einer ihn vor mir finden, holt mich." Die anderen nickten um mir zu zeigen das sie verstanden haben, was ich von ihnen wollte. In diesem Moment spürte ich ein Rumpeln unter meinen Füßen. Kai setzte zur Landung an. Genau in das riesige Loch. Es war der beste Platz um landen zu können. Mein Magen drehte sich um, als mir der Gedanke kam, das wir auf den Leichnamen meiner verstorbenen Familie standen. Nachdem das Schiff still stand, kam Kai zu uns runter. „Ein Edelstein noch", sagte er zu uns mit großer Freude. Wir hatten es fast geschafft. „Wir teilen uns wieder so wie in New York auf. Also Jess und Kai, Aelin und Areo, Break und ich." Jess nahm sich die Karte von London vom kleinen Tisch. „Kai und ich übernehmen die rechte Seite der Stadt." Sie zeigte auf einer Stelle mit einer Brücke. „Dann übernehmen Aelin und ich die Linke Seite", erklärte Areo, wobei er auf eine Stelle der Karte zeigte, wo ein großer Park abgebildet war. Mir kam das gerade recht. Denn ich wollte sowieso die Ruinen des Schlosses erkunden. Auch wenn es unmöglich sein konnte, hoffte ich ich würde irgendetwas von meinen Geschwistern finden. Etahns Schwert oder Katlains Krone die sie damals getragen hatte. Ich hatte sie noch ganz genau im Kopf. Bei unserer Verabschiedung, als sie aufgebrochen sind, glänzte sie im Sonnenlicht. Wäre sie nicht verloren gewesen, würde ich sie jetzt tragen müssen. Es war die Krone der Thronerbin. Mir war es egal was ich finden würde, Hauptsache ich fände irgendetwas. „Okay. Dann untersuchen Break und ich die Ruinen des Schlosses." Es gab keine Einwände. Doch Jess lächelte mir ermutigend zu. Beim Flug von Paris nach hier, habe ich ihr von meinem Vorhaben erzählt. Sie verstand wie wichtig mir das war. Vor elf Jahren – so ziemlich zur gleichen Zeit wie meine Geschwister gestorben sind – ist ihr älterer Bruder Aeden von zuhause weggegangen. Bis heute hatte er sich nicht mehr gemeldet. Jess würde alles dafür tun um zu wissen wie es ihrem Bruder ergangen war und ob er überhaupt noch lebte. Ich kannte ihn nur von alten Bilder her, die bei Jess zuhause rumstanden. Doch den Grund für sein Verschwinden hatte Jess mir nie verraten. Jedoch war es eine Sache die Jess und mich besonders am Anfang unserer Freundschaft verbunden hat. Wir konnten den Schmerz des anderen verstehen und auch fühlen. Ich sah sie an, doch sie schnallte sich gerade ihr Bandalier mit ihren Messern und Wurfsternen um. Auch die anderen waren damit beschäftigt sich ihre Waffen anzulegen. Auf Aelins Rücken prankten schon ihre Doppelschwerter, Break nahm gerade sein Schwert in die Hand, um es sich umzuschnallen. Nur ich stand immer noch bewegungslos so da, ohne Waffen. Benommen griff ich nach meinem Bogen um ihn mir über den Rücken zu streifen, bis mir einfiel, dass ich immer zuerst mein Waffengürtel umschnallen musste. Sonst käme ich nicht mehr an eine der Waffen ran. Also streifte ich mir den Bogen wieder vom Rücken und legte stattdessen den Gürtel an, indem sich mein Schwert und mein Dolch befanden. Dann wieder der Bogen und zum Schluss der Köcher mit den Pfeilen. Manch einer würde sagen, mit den ganzen Waffen an mir, wäre ich bewegungsunfähig. Doch inzwischen war ich es so gewöhnt, das ich mich mit Leichtigkeit mit den ganzen Waffen bewegen konnte. Fast hätte ich meine Lederhandschuhe noch vergessen, ohne die ich kein Bogenschießen könnte. Doch Break hielt sie mir schon entgegen. Dankmar nahm ich sie entgegen und streifte auch die mir über. Inzwischen waren wir jetzt alle in vollständigen Magica Outfit gekleidet. „Bist du bereit?", erkundigte sich Break bei mir. In seiner Stimme erklang ein hauch von Sorge. Ich holte tief Luft, „Glaube ja." Doch schon bei dem ersten Schritt, den ich aus dem Schiff gegangen war, überkam mich ein Gefühl Leerheit. All meine Gefühle wollten sich abschotten. Ich wollte nichts fühlen. Break nahm meine Hand in seine. Es gab mir ein Gefühl der Sicherheit. So gingen wir zusammen zu der Stelle wo früher der alte Thronsaal gewesen sein musste. Es war der plausibelste Ort wo entweder meine Geschwister gestorben sind oder wo sich der Edelstein befinden konnte. Unter meinen Füßen knirschte das Gerümpel von den Ruinen. Das Schloss war bei seinem angriff in Tausend Teile gespalten wurden. Überall lagen Broken herum. Einzig und allein der frühere Erden Thron stand heil in der Mitte dieses Desasters. Ich kniete mich auf den verschmutzten Boden um das Gerümpel beiseite zu räumen. Und atasächlich fand ich direkt einen goldenen Ring zwischen den Brocken. Meinen Geschwistern konnte er nicht gehören. Er war wohl von einem ehmelaigen Mitglied des Erden Adels. Vielleicht ein Herzog? Ich warf ihn wieder beiseite. „Lia", Break packte mich sanft an den Oberarm um mich wieder hochzuziehen. „Ich muss irgendetwas von ihnen finden." Mein arm versuchte Breaks Griff zu entkommen, doch er ließ nicht locker. „Aber nicht so. In diesen Gerümpel wird es unmöglich sein etwas zu finden." Ich wusste Break hatte recht und doch wollte ich ihm nicht zuhören. Irgendetwas musste zu finden sein. „Break", flehte ich verzweifelt. „Lia. Du weißt ich vermisse sie genauso wie du. Ethan war mein bester Freund", erzählte er mir „Es gab so viel was uns verbunden hat. Wir haben alles zusammen gelernt und er hat mir so viel beigebracht was ich jetzt kann. Du weißt ohne ihn wäre ich nie zum Kochen gekommen." „Ich vermisse sie einfach nur so sehr" wandte ich ein „Und es ist nicht nur das. Sie haben mich im Stich gelassen." Break wollte mich wieder in die Arme nehmen, doch ich wich ihm aus. „Ich weiß sie können nichts dafür. Aber mit ihrem Tod ist die ganze Last die die beiden tragen mussten auf mich gefallen." „Lia..." „Es war nie meine Bestimmung gewesen Königin zu werden. Es war Katlains Bestimmung. Und zum allen übel erfahre ich auch noch das sie nie meine vollwärtigen Geschwister gewesen sind..." Ich musste kurz stocken „Es waren immer nur meine Halbgeschwister...Ich habe das Gefühl das mein ganzes Leben auseinander gerät. Meine Mutter hasst mich, weil ich die Tochter ihre größten Fehlers bin. Meinen richtigen Vater kenne ich nichtmal. Ich stehe gerade wahrscheinlich auf den zermahlenen Knochen meiner Vorfahren. Ich sehne mich doch nur nach einem kleinen Stück Familie. Ethan und auch Katlain haben mich immer verstanden. Sie haben sich um mich gekümmert und sich um mich gesorgt..." Break wollte etwas ansetzen, doch bevor er noch etwas sagen konnte, unterbrach ich ihn. „Wir haben sie ohne Leichnamen vergraben. Ich konnte mich nichtmal richtig von ihnen verabschieden. Ach ich weiß doch noch nicht mal ob sie wirklich tot sind. Etwas von ihnen zu finden würde mir wenigstens Bestätigung geben. Weißt du wie belastend es ist sich immer Hoffnungen zu machen, das sie noch leben?" „Ja", sagte Break mit gepressten Lippen. „Ich will einfach nur endlich Gewissheit haben und mich richtig von ihnen verabschieden." Break hielt die Luft an. Er wollte irgendetwas sagen. „Lia...", stockte er „Ich muss dir etwas sagen..." „Hey", ertönte es von der anderen Seite der Ruine. Kai winkte uns freudestrahlend zu. Schnell wischte ich die Tränen von meinem Gesicht. Break ließ frustrierend seine Schultern sinken

Erbin der Elemente (Tales of Elements 1)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt