Kapitel 16: Die Reise

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Ich saß auf der Couch im Büro meiner Großmutter. Wir holten vergangene Zeit nach. Meine Mutter, hatte uns diese 18 Jahre geraubt. 18 Jahre in denen ich nicht wusste, dass ich eine Großmutter hatte. 18 Jahre in denen meine Großmutter nicht wusste, wer ihre Enkelin war. Meine Mutter hatte mir meine Herkunft so lange verschwiegen. Sie wusste inzwischen bestimmt immer noch nicht das ich es wusste. Doch heute würde sich das ändern. Sie hat eine Video Konferenz bei der Direktorin gefordert. Meine Großmutter hatte mir erlaubt dabei zu sein. Es war höchste Zeit mit meiner Mutter darüber zu reden. Wenn ich sie anrief, ging sie nie dran. Bevor die Konferenz jedoch begann, unterhielten meine Großmutter und ich uns noch etwas über meinen Vater. „Woher kommt mein Vater? Wurde er hier auf der Akademie geboren?" Sie lachte. „Nein, natürlich nicht. Kurz nachdem dein Vater geboren wurde, bekam ich die Stelle als Direktorin hier. Ursprünglich stammen wir von der Erde" „Der Erde?" „Ja" „Aber von dort kamen nur sehr selten Magicas" „Ich war eine davon. Wie du weißt, dachte ich ja lange, dass dein Vater gar keine Kraft bekäme. Dein Großvater war ein einfacher Mensch. Er besaß keine besonderen Fähigkeiten. Damals wusste er nicht das ich eine Magica bin. Er verabscheute sie. Wir waren für ihn keine normalen Menschen. Als dein Vater dann geboren wurde, fand er es heraus. Er verstoß mich und Elijah. Ich weiß bis heute nicht was aus ihm geworden ist. Ob er überhaupt noch lebt." „Das tut mir so leid" Ich nahm meine Großmutter in den Arm. „Ist schon gut. Es war wahrscheinlich besser so." „JA wahrscheinlich...habe ich eigentlich noch andere Verwandte?" Sie schüttelte den Kopf. „Nein, dein Vater und ich sind die einzigen." Ich wollte noch etwas erwidern, doch da klingelte schon der Laptop. Ich sah auf die Uhr. Genau Pünktlich. Meine Mutter sah aus wie immer. Jedoch schien sie überrascht mich zu sehen. „Lia?" „Hallo Mutter." Ich war abweisend. Wollte nichts zu nah an mich heranlassen. Meine Mutter bemerkte es. „Was ist los, Lia?" Ich musste mich unter Kontrolle halten, sonst würde ich gleich noch das ganze Büro abfackeln. „Du hast mich mein ganzes Leben lang belogen und als ich dir das auf dem Ball gesagt habe, hat es dich nicht gekümmert. Dir war das Volk wichtiger, als deine eigene Tochter. Dir war es egal wie es mir geht. Und dann hast du mich noch nicht mal mehr verabschiedet, als ich wieder zurück zur Akademie aufbrach." „Lia, es tut mir leid. Du weißt ganz genau, wie viele Pflichten ich als Königin habe. Das Volk durfte nichts von deinem lächerlichen Zusammenbruch erfahren. Am nächsten Tag, musste ich mich darum kümmern, dass niemand herausfand wer du warst." „Lächerlich?" Ich war außer mir vor Wut. Nur noch eine falsche Bewegung und meine Großmutter hätte bald kein Büro mehr. „Ja lächerlich. Keine Ahnung womit ich dich anscheinend, dein ganzes leben belogen habe, aber das kann nichts Wichtiges sein, um so einen aufstand zu machen." „Du hast mir verschwiegen das Roy Sombre mein Vater ist" schrie ich sie an. Und dann geschah es. Ein Sturm verwüstete das ganze Zimmer. Es riss die Akten meiner Großmutter, von ihrem Schreibtisch und ließ die Möbel umfallen. Scheinbar konnte ich meine Feuerkraft inzwischen kontrollieren. Das galt aber nicht für meine anderen Kräfte. Meine Mutter riss erstaunt die Augen auf. Ich erblickte angst in ihnen. Und dann verstand ich es. Sie hat es mir nicht verschwiegen, weil sie mich beschützen wollte, sondern weil sie angst hatte, dass ich genauso werde wie mein Vater. Dies tat mir im Herzen weh. Es zerriss es förmlich. Ich konnte diesen Blick nicht mehr sehen. Ich stürmte aus dem Zimmer. Weg von dem Chaos, weg von meiner Mutter, die Angst vor ihrem eigenen Kind hatte.

Ich flüchtete in den Rosengarten. Gerade wollte ich einfach nur alleine sein. Hier würde mich niemand finden. Konnte es möglich sein? Könnte ich genauso werden wie mein Vater? In der Prophezeiung hieß es doch, ich müsste zwischen Hell und Dunkel wählen. Bis jetzt, dachte ich mir immer, dass es klar wäre, dass ich die Helle Seite wähle. Doch was war wenn es in mir auch eine Dunkle Seite gab. Es ist schon so oft passiert, dass ich mich nicht unter Kontrolle hatte. Ich durfte nicht zulassen, dass mir meine Macht genauso zu Kopf steige, wie bei meinem Vater.

Erbin der Elemente (Tales of Elements 1)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt