Elian
Grelles Licht brachte meinen Kopf vollkommen zum Platzen. Stöhnend kniff ich meine Augen zusammen. Es fühlte sich an, als würde irgendwas meinen Kopf zerteilen. Unangenehm verzog ich mein Gesicht als ich an meinen Hinterkopf, der seltsam warm und geschwollen war.
»Wie viel habe ich bitte gestern getrunken?«, murmelte ich und setzte mich langsam auf.
Stopp.
Es fühlte sich falsch an.
Ich merkte es sofort, auch wenn ich vorher benebelt vom Schmerz war. Das hier waren nicht die Schmerzen eines Katers. Das hier war schwerwiegender, belastender, gefährlicher. Mir war speiübel, aber gleichzeitig hatte ich nicht das Gefühl mich übergeben zu müssen. Ich war erschöpft und mir war so verdammt kalt...
Nein. Nein. Nein.
Ein ungutes Gefühl breitete sich in mir aus.
»Elian, du bist wach!«, hörte ich Silvan erleichtert rufen.
Verschwommen sah ich dabei zu, wie er auf mich zukam. Warum lag er denn nicht neben mir? Sonst kuschelten wir immer solange, bis der andere wach war. Sonst war er an meiner Seite. Sonst ließ er mich nicht alleine. Sonst...
Nein. Nein. Nein.
»Wie viel habe ich getrunken, dass ich mich an nichts erinnern kann und ich so höllische Kopfschmerzen habe?«, fragte ich stattdessen — ignorierte die Wahrheit, die mir direkt auf der Hand lag. Schmerzlich rieb mir nochmal die pochende Stelle am Kopf.
»Nicht so viel, wie du erwartest, mein Herz«, wisperte er träge und umschloss meine kalte Hand.
Nein. Nein. Nein.
Langsam klärte sich mein Blick und gab die Sicht auf meine beiden Brüder, Kain und Lord Lance frei. Stirnrunzelnd sah ich die anderen Anwesenden an.
»Was tut ihr hier?«
Qualvoller Schmerz zuckte durch meinen Kopf, weshalb ich zischen meine Hand wieder an meinen Kopf legte. Genau, als ich diesen Laut von mir gab und die Bewegung gemacht hatte, hörte ich ein verzweifeltes Wimmern, welches nur zu Klaudius gehören konnte. Verwirrt runzelte ich meine Stirn, immer noch mit meiner Hand am Kopf.
Nein. Nein. Nein.
»Was schauen denn alle so düster?«, murmelte ich.
Nein. Nein. Nein.
Ich blickte zu Silvan, der mich erschöpft musterte. »Es war schon wieder fast soweit«, offenbarte er bitter.
Gequält schloss ich meine Augen, als meine Erinnerungen zurückkehrten. An alles, was ich gesagt und getan hatte. Die Wahrheit war längst nichts mehr, was ich ignorieren konnte. So sehr ich ihr entkommen wollte.
»Du hast mich K.O. geschlagen.«
Daher kam also die Beule, von der das unangenehme Pochen kam. Aber eigentlich hätte sie doch schon längst heilen sollen?
»Anders hätte ich dich nicht aufhalten können. Es war das einzige Mittel, das mir eingefallen ist. Wenn ich in deinen Kopf hätte eindringen müssen, hätte ich Alexi gebraucht und sie ist nicht hier. Ich wollte dir nicht wehtun, aber ich weiß, was du als Dämon hättest anrichten können. Das hättest du dir nie verziehen«, wisperte er und schaute mich entschuldigend an, und biss sich dabei auf die Unterlippe.
»Lieber eine Beule, als ein Monster.« Ich drückte seine Hand und wollte meine Beine an meinen Oberkörper anziehen, jedoch musste ich zischend inne halten, als ein betäubender Schmerz von meinem Bein meine ganze Wirbelsäule hochschoss.
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Forest Spirit
FantasyCover Credits gehen an @Beyond_Borderland ! Danke für dieses fantastische Cover! ☪ Elian, der verfluchte Waldgeist, der zu einem Walddämonen wurde und seinen Gefährten in der Geschichte von Harper fand, erhält nun seine eigene Geschichte. Liebe wäc...
