Elian
»Und du hast auch wirklich alles geregelt?«, fragte ich Harper ein weiteres mal. Nicht, um sie zu nerven, obwohl ich verdammt nahe dran war.
Sie setzte sich gerade ihren Rucksack auf den Rücken und sah finster zu mir. »Zum tausendsten Mal, ja!«
Unsicher spielte ich mit meinen Fingern.
»Hey«, murrte sie dann nachsichtig und legte mir ihre Hand auf die Schulter. »Es wird ihm nichts passieren. Und am Wochenende kommt er doch wieder zu dir. Außerdem ist es nicht mehr weit bis zu seinem Abschluss. Dann hast du ihn ganz für dich. Du brauchst dir also wirklich keinen unnötigen Kopf machen, Elian. Vor allem, weil du doch extra einen Waldgeist an seine Seite gestellt hast, die ihn verteidigt, falls irgendwas geschehen sollte, was nicht passieren wird.«
Zweifelnd zog ich meine Augenbrauen zusammen, nickte dann aber ergeben. Sie hatte ja recht. Aber ich war ein Bündel an Nerven und konnte nicht aufhalten, dass ich mir schreckliche Sorgen um Silvan machte. Nicht mit dem Wissen, dass die Dämonen noch unterwegs waren.
Harper drehte sich wieder zu ihrem Yakul, der mich aufmerksam ansah, weil ich seine Zügel ergriffen hatte.
»Du bist mir auch wirklich nicht böse, wie alles gekommen ist?«, hauchte ich und streichelte die Nase des Yakuls, der mir sanft seine Nase entgegen streckte.
»Elian, Silvan ist dein Gefährte. Ja, es ist vielleicht etwas seltsam, weil du ihn hast aufwachsen sehen. Aber ich könnte dir niemals böse sein, weil du ihn liebst. Wenn du ein Arschloch wärst, dann hätte ich dir den Gar ausgemacht. Bist du ein Arschloch? Nein. Du liebst ihn und hast deine eigenen Bedürfnisse zurückgestellt, weil du selbst wusstest, dass er noch ein Kind und es nicht richtig war. Und jetzt gehört er ganz dir, weil er dich gewählt hat.«
Bestimmend ergriff sie meine Hand und grinste mich schief an. »Außerdem, was würdest du ohne ihn machen, wenn er im hohen Alter sterben würde. Das würdest du nicht verkraften. Und er schon gar nicht, weil er wissen würde, wie sehr du leidest. Sei entschlossen in deiner Entscheidung und lass dich nicht von ihr abbringen.«
Harper antwortete auf meine Frage, doch ich wollte sie so viel mehr fragen.
Ich wollte wissen, wie es jetzt mit dem Rudel weiter ging. Harper und Lukas würden noch einige Jahre das Rudel führen, da sie nicht vor hatten, wie einige andere Alphapaare, das Rudel schon früh ihren Nachfolger abzutreten. Doch früher oder später würden sie es abtreten wollen.
Aber was dann? War Silvan dann schon unsterblich? Würde er überhaupt ein unsterblicher Alpha für sie sein können? Ein Rudelführer sollte bei seinem Rudel sein und Silvan konnte nicht immer bei ihnen sein. Oder doch? Und ich war ebenso die zukünftige Luna des Rudels. Ich hatte Nelantulis und ihnen gegenüber Pflichten. Ich würde versuchen beiden nachzukommen, aber die Unsterblichkeit war lang und wie sollte ein Rudel nur einen Alpha besitzen, nachdem Lukas abdankte. Wäre das Rudel überhaupt einverstanden damit?
Mein Blick glitt zu Lukas, der deutliche Probleme hatte seinen Yakul still zu halten. Der Grund war aber auch, dass seiner zu dem von Harper wollte und er keinen Moment später neben uns stand und ziemlich gestresst wirkte. Seine Hände waren an den Zügeln und am Sattel festgekrallt und der Ausdruck auf seinem Gesicht war eine Mischung aus Frustration, Angst und Wut.
»Wir laufen das nächste Mal als Wölfe, wenn wir Silvan und Elian besuchen«, brummte er eingeschnappt.
»Ach stell dich nicht so an, du Memme. Die Schnuckis sind doch total liebenswürdig«, meinte Harper lachend und tätschelte den Hals ihres Yakuls.
DU LIEST GERADE
Forest Spirit
FantasiCover Credits gehen an @Beyond_Borderland ! Danke für dieses fantastische Cover! ☪ Elian, der verfluchte Waldgeist, der zu einem Walddämonen wurde und seinen Gefährten in der Geschichte von Harper fand, erhält nun seine eigene Geschichte. Liebe wäc...
