Silvan
Vor einer Weile...
»Ganz ruhig, sie werden sicher zurückkehren«, beruhigte ich ein kleines Kind, welches darum weinte, dass ihr Vater in dieser Schlacht war.
Besorgt sah in die Ferne, als könnte ich dort Elian sehen, wie er triumphal angeritten kam, und dann auf Fawn runter, die in meinen Armen lag und schlief. Wie sie in diesem Moment schlafen konnte, war mir unklar. Aber es war auch kein Wunder, denn sie war doch gerade erst geboren. Es war erst Stunden her. Sie war noch so klein und schon bestand die Gefahr, dass sie ihren Vater verlieren könnte.
Nein. Nein. Nein.
Wie war es dann erst für Escolastica gewesen...?
Nein, ich sollte darüber nicht nachdenken! Er hatte versprochen, zurückzukehren. Er hatte es mir versprochen und Elian brach seine Versprechen nicht. Daran hielt ich mit aller Macht fest.
Die Sorge fraß mich förmlich auf.
Ich könnte mich beruhigen und ihn kontaktieren. Aber gleichzeitig wollte ich ihn auch nicht über unsere Verbindung ablenken. Dafür hatte ich viel zu sehr Angst, dass er durch mich verletzt werden könnte.
Erst hatte ich helfen wollen, andere mit dem Zepter zu teleportieren, doch war ich noch zu ungeübt und über große Distanzen hätte ich erst gar nichts ausrichten können. Es war gut gewesen, dass ich vorher noch mit Sapientia einmal ausgetestet hatte, ob ich präzise sein konnte. Ich brauchte noch viel Unterricht.
Stunden vergingen und der Himmel färbte sich bereits in den warmen abendlichen Farben. Im Lager war noch reges Treiben, doch war bereits etwas Ruhe eingekehrt, wofür ich recht dankbar war.
Ich wollte mich selbst gerade hinsetzen, als plötzlich ein grelles Licht, ein grelles Licht das ganze Lager erhellte. So schnell es gekommen war, war es auch vergangen.
Geschockt taumelte ich einige Schritte nach vorne, als ich das Licht erkannte, denn es war eindeutig von Elian. Doch anstatt meinen Gefährten zu finden, erkannte ich die Unmengen an Kriegern, die mit ihm in den Kampf aufgebrochen waren.
Stolpernd rannte ich durch die Zeltreihen, drückte mich durch die Waldgeister und erreichte die zurückgekehrten Krieger an. Viele waren schwer verwundet, während andere nur leichtere Verletzungen besaßen. Doch auch Tote waren unter ihnen. Tote, die sich in Blüten und andere Pflanzen der Natur wandelten, ehe ihre Körper sich ganz auflösten.
Einige der schwerverwundeten Waldgeister kauerten mit bleichen Gesichtern am Boden, andere wiederum schlugen ihre Fäuste auf den Grund und schrien ihre Wut hinaus. Wieder andere standen einfach da, wie festgefroren, als wären sie noch nicht fähig zu verstehen, was gerade geschehen war. Es war ein schrecklicher Anblick.
So viel Blut hatte ich noch nie auf einmal gesehen. Sie waren nicht nur mit ihrem eigenen roten Blut besudelt, sondern auch mit dem schwarzen Blut der Walddämonen.
Übelkeit kroch in mir hoch, doch schluckte ich es herunter, um nicht die Fassung zu verlieren. Obwohl mich alles in mir dazu trieb, jeden Waldgeist zu packen, egal wie verletzt und verwundet, und zu fragen, wo mein Elian war.
Drei weiße Haarschöpfe erschienen in meinem Blickfeld, doch kein Vierter. Verzweifelt wurde mein Atem unruhig. Als ich dann auch noch Mikleo nervös und alleine umher tänzeln sah, hatte ich das Gefühl mein Herz würde mir versagen. Ich fühlte mich so schwach, so verzweifelt, so voller Angst, dass mir meine Beine versagten.
»Silvan!«. Kain kam auf mich zu gesprungen. Er hielt sich seine blutenden Wunden, dennoch hatte er eine Arm um mich gelegt und stützte mich, damit ich nicht zu Boden ging. Blut lief ihm aus der Nase, die ganz krumm stand. Sie war zum Glück schon dabei zu heilen, was deutlich an dem Knochen zu sehen war, der sich unter seiner Haut bewegte.
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Forest Spirit
FantasiaCover Credits gehen an @Beyond_Borderland ! Danke für dieses fantastische Cover! ☪ Elian, der verfluchte Waldgeist, der zu einem Walddämonen wurde und seinen Gefährten in der Geschichte von Harper fand, erhält nun seine eigene Geschichte. Liebe wäc...
