Chapter - 12

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Elian

Schweigend erhob ich mich und die Drei vor mir sprangen sofort auf ihre Beine, so als warteten sie nur darauf, dass ich einen Befehl aussprechen würde. Jedoch hatte ich nicht vor, ihnen irgendwelche Befehle zu geben. Weder hatte ich den Kopf dafür.

Erstmal wollte ich mit Silvan sprechen und das in Ruhe. Doch völlig allein lassen konnte ich sie auch nicht. Wer wusste schon, was ihnen dabei für Ideen kamen. Dakota würde sicherlich ruhig bleiben, bei Kain war ich mir da nicht so sicher. Seth konnte ich nicht ganz einschätzen.

»Ihr müsst sicherlich Hunger haben«, begann ich und atmete tief durch, um Kraft zu sammeln. »Wie wäre es, wenn ihr mir in die Küche folgt und ich euch etwas vorbereite.«

Mit großen Augen schüttelten Dakota und Seth ihre Köpfe. »Wie könnten wir verlangen, dass unser Kronprinz für uns kocht. Wir sind bloß Krieger«, hauchte Dakota erschüttert.

Plötzlich schlich sich ein sachtes Lächeln auf meine Lippen, als ich eine vertraute Verbindung spürte, die gerade das Haus betrat.

»Silvan! Elian! Ich bin wieder zur Hause!«, rief Harper durch die Villa und betrat im nächsten Moment das Wohnzimmer. Ihren Mantel hatte sie über ihren Arm gelegt und als sie mich und die drei Krieger entdeckte, stoppte sie perplex.

Verwirrt runzelte sie ihre Stirn und sah zu mir. Ihr Blick reichte schon, um die unausgesprochene Frage zu hören.

»Das sind...« Ich zögerte. »Das sind alte Freunde von mir«, erklärte ich wage. Alte Freunde traf schon zu, obwohl ich eigentlich nur mit Kain befreundet war.

»Aha«, machte sie vielsagend und mit gehobenen Augenbrauen in meine Richtung, ehe sie an mir vorbei sah. »Es freut mich euch kennenzulernen. Ich bin Harper Silver.«

Erkenntnis trat auf die drei Gesichter und wie der falsch respektvolle Arsch, der Kain war, trat er vor und neigte seinen Kopf. »Es ist uns eine Ehre, die Retterin unseres Kr—«

»Kain«, warnte ich dunkel. Deutlich sah ich, wie sein Adamsapfel auf und ab hüpfte, er aber zum Glück die Klappe hielt. Tief senkte er seinen Kopf, bevor er zurücktrat.

»Kain, huh? Ich nehme an, ihr seid alle Waldgeister?«, fragte Harper und sah zu mir und dann wieder zu Kain.

Er nickte. »Ja, wir sind Waldgeister.«

»Seid ihr alle drei so wie Elian?«

»Waldgeister, aber andere Wesen.«

Ich seufzte, bevor sie noch mehr nachfragen konnte. »Harper, das sind Kain Feles, Dakota Canis und Seth Feles«, stellte ich sie knapp vor. »Ein Jaguar, ein Kojotin und ein Kater von der Form ihrer Geister.«

Leicht zog sie mich zu sich und musterte die Drei skeptisch.

»Seit wann hast du Geisterfreunde? Du hast noch nie etwas von anderen Waldgeistern erzählt. Oder besser gesagt, wieso sind sie erst jetzt aufgetaucht? Haben sie dich etwa im Stich gelassen, als du dich verwandelt hast? Soll ich sie rauswerfen? Ich setzte auch gerne meine Klauen ein. Ruby und ich sind bereit

Leise lachte ich auf.

»Schon gut. Sie haben nichts Unrechtes getan. Wärst du so lieb und würdest ihnen was zu Essen machen? Ich muss noch etwas Wichtiges mit Silvan besprechen«, sprach ich in Gedanken zurück.

Die Braunhaarige zog sich etwas von mir zurück und sah weiterhin skeptisch — mit demselben Blick wie Silvan — an mir vorbei, bevor sie seufzte und ihre Schultern straffte.

»Na dann folgt mir mal. Wir können euch ja schlecht verhungern lassen, wenn Elian mich schon darum bittet.«

Unsicher tauschten sie einen Blick aus, bevor Dakota und Seth in die Richtung gingen, in die Harper deutete — in die Küche.

Forest SpiritWo Geschichten leben. Entdecke jetzt