Chapter - 45

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Elian

Ihre schwarzen Klauen hatten sich wie Würgeschlangen um meine Arme geschlungen. Ihre entstellten Gesichter waren hinter tiefe Kapuzen versteckt und wenn ihre Visagen doch zum Vorschein gaben, waren sie verweste Monster, die nur aus Albträumen entspringen konnten.

Mit all meiner Kraft versuchte ich mich gegen ihren eisernen Griff zu stemmen, probierte mich loszureißen, damit ich ihnen mit voller Wucht ins Gesicht schlagen konnte. Ihnen ihre Herzen rausreißen konnte. Sie Bewegungsunfähig machen konnte. Alles, damit ich fliehen konnte.

Nichts half.

Ich war ihnen hilflos ausgeliefert. Erschöpft vom Kampf und von den stärksten Dämonen gefangen. Die Verderbnis und Verwesung dieses Ortes raubte das Leben aus meinen Knochen. Es war ein Gegenteil, der nicht mein Gegenteil war. Es war kein Gleichgewicht. Das ihr war pure Qual.

Sie ließen nicht locker. Die Dämonen zogen mich einfach weiter durch die fauligen Gänge. Es stank bestialisch und jeder Atemzug brannte wie Säure in meiner Nase und meinem Rachen.

Immer wieder begegneten meinen Augen tote Ratten oder noch lebendige, wie sie durch die Gänge huschten. Ratten, anders als die zur menschlichen Welt. Sie waren größer, ihre Zähne und Klauen länger und Teile von ihnen waren verrottet, obwohl sie noch lebten. Wenn sie uns sahen, rannten sie nicht davon, sondern gaben eine Art quietschendes Fauchen von sich und stürzten sich auf uns. Nicht nur eine von ihnen hatte mich in die Füße und Waden gebissen.

»Lasst mich los!«, knurrte ich laut, setzte meine ganze Macht, die mir noch zur Verfügung stand in meine Stimme ein. Doch die Dämonen erschauderten nicht einmal.

Der eine von ihnen zischte mich nur an. Beinahe wie eine Schlange. Und wenn ich mich nicht irrte, blitzten schlitzförmige, grüne Augen unter der Kapuze hervor, ebenso wie eine schmale, gespaltene Zunge.

Dämonen konnten reden, aber keiner von ihnen sagte ein Wort zu mir. Nicht mal eine Drohung oder Beleidigung. Eine Reaktion wäre mir genug gewesen, um zu wissen, dass dort noch ein eigener Wille in ihnen steckte. Doch ihre verdorbenen Seelen hatten bereits keine andere Chance, als den Worten ihres Herrschers zu folgen.

Ich hatte Hoffnung, dass sie hypnotisiert waren, dass ich ihnen noch helfen konnte, dass ich irgendwas für sie tun konnte. Aber jegliche Hoffnung wurde mit einem Blick in ihre Augen erloschen. Dort steckte eine so große Loyalität zu Adonai in ihnen, dass ich beinahe die Furcht übersah, die sich mit der Loyalität kombinierte. Vielleicht wussten die Dämonen auch schon nicht mehr, ob sie Adonai aus Furcht oder wahrer Loyalität folgten. Aber eines war sicher, sie folgten seinem Wort und das war genug.

»Ich sagte, ihr sollt mich loslassen, ihr widerlichen Drecksviecher!«, versuchte ich es erneut.

Der eine ließ meinen Arm los. Ich reagierte sofort mit einer gehobenen Faust. Ein Schlag musste sitzen. Doch ehe ich zuschlagen konnte, hatte er die Zellentür bereits geöffnet und mich hinein gestoßen. Der Spalt war gerade so groß, dass ich hindurch passte.

Stolpernd landete ich auf meinen Knien in einer braunen Pfütze, von der ich nicht wissen wollte, was sie war. Obendrauf schürfte ich mir auch noch meine Knie und Handflächen an dem rauen Gestein auf. Meine Heilung setzte trotz meiner Erschöpfung ein.

Unsicher hob ich meinen Kopf. Der Boden war rau und nass. Die Wände waren feucht und schimmelig. Die Pfützen braun und gaben einen fürchterlichen Gestank von sich. Zum Teil sollten die braunen Klumpen mal Stroh gewesen sein, glaubte ich.

Zornig wirbelte ich herum und schlug mit meiner Faust gegen die verschlossene Tür.

»Lasst mich raus!« Kraftvoll donnerte ich gegen die Tür. Warf mich mit meiner Schulter dagegen, obwohl das wenig Wirkung zeigte.

Forest SpiritGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt