Kapitel 25

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'Wir können nur eine kurze Distanz in die Zukunft blicken, aber dort können wir eine Menge sehen, was getan werden muss.' ~Alan Turing

Ich wusste nicht was getan werden musste. Den Tag nach unserem Clubabend hatte ich nur in meinem Bett gelegen, an die Decke gestarrt und darüber nachgedacht, was ich jetzt fühlen sollte. Zwar hatte es erst ziemlich lange gedauert, bis ich mich an alles erinnern konnte, aber als dann die Einzelheiten zu meinem Bedauern wieder zurück in mein Bewusstsein gelangt waren hatten die Gedanken angefangen. Ich fühlte mich schuldig, aber warum? Ich hatte viel in den Kuss gesteckt, den ich nun bereute. Aber hatte ich jetzt das gleiche getan wie Jenny? Waren diese Küsse gleichzusetzen oder hatte ich schlicht weg versucht mich zu rächen und einen Ausgleich zu schaffen und es ließ sich damit rechtfertigen? Doch was hatte es mir gebracht? Zu meiner depressiven Stimmung und dem Ärger konnte ich nun auch noch Scham zählen. Ich konnte nichts weiter leisten, als auf meinem Bett zu liegen und die Nachrichten von Mino, die die ständige Frage nach meinem Wohlbefinden enthielten, zu beantworten. Er machte sich wohl noch immer Sorgen, warum ich so früh mit der flüchtigen Erklärung "Ist Mitternacht. Gehe nach Hause, gute Nacht." abgehauen war. Gestern dann, wurde ich gezwungen mich aus meinem Bett zu erheben, wobei etliche Krümel von mir abfielen, und mich von Netflix, Büchern und meinen Gedanken loszueisen. Gott war ich in den zwei Tagen verwarlost, aber mir fehlte einfach die Kraft. Meine Mutter hatte mich mit den Worten "Da ist jemand für dich!" an die Tür gerufen. Genervt von der Vorstellung dazu gezwungen zu werden zu kommunizieren war ich in Richtung Türe geschlurft. Dort hatten mich Mino und Nat erwartet. Mino mit einer Tüte Fressalien in der einen und einer großen Tasche, die ziemlich fluffig wirkte und vermutlich gefüllt war mt Übernachtungskram, in der anderen. Nat fühl seinen Teil hielt eine Playstation mit drei Controllern in den Armen. Beide hatten mich angegrinst als wäre das ihre beste Idee seit Jahren gewesen. Zuerst hatte ich auf genervt getan, aber sie dann doch reingelassen. Sobald sie ihre Sachen abgeladen hatten, war Nat wieder ins Nachbarapartment geflitzt und seinerseits mit Decke und Kissen wiedergekommen. Wir hatten den Tag und Abend mit spielen, essen und lachen verbracht nachdem ich ihnen kurz geschildert hatte was mich zu meinem Unmut seit dem Clubabend verleitet hatte. Mino hatte in dem Moment aufgrund seines Vorsprungs in Form von Hintergrundwissen bezüglich Jenny natürlich mehr Verständnis aufbringen können als Nat. Auf mein Bitten war die Sache jedoch damit abgehakt gewesen und wir hatten kein Wort mehr darüber verloren.

Am Samstag dann, wir waren gerade in unser Aufwachphase, kam meine Mutter in mein Zimmer. Sie sah überrascht aus, was man ihr bei dem Blick der sich ihr bot nicht verübeln konnte. Eigentlich hatten Nat und Mino vorgehabt, frei nach dem Motto 'als Mann müsse man leiden' auf dem Boden zu schlafen, waren dann aber wie erwartet in mein Bett gekrochen, das zum Glück groß genug war. Erst kam Mino und dann Nat, beide von mir abgewandt, ich in der Mitte. Meine Mutter lachte.

>>Mum. Raus.<< verabschiedete ich sie, da ich die Tatsache, dass sie reinkam, ohne anzuklopfen als unangenehm empfand.

>>Schon gut, schon gut. Ich wollte euch nur Bescheid sagen, dass es bereits elf Uhr ist und ich das Frühstück für euch fast fertig habe.<< sie zwinkerte mir nach einem kurzen Blick auf Nat zu und verschwand wieder.

Ich verdrehte die Augen und ließ mich zurück ins weiche Kissen plumpsen.

>>Hat wer Frühstück gesagt?<< nuschelte Mino als er sich reckte.

Nat gähnte herzhaft. Auch wenn ich Nat noch nicht lang kannte war ich froh die beiden in Kombination meine Freunde nennen zu dürfen. Sie hatten mich am gestrigen Tag zur rechten Zeit aus meinem tiefsten Tief geholt. Ich wusste es würde noch einige Zeit benötigen um meine Gedanken effektiv zu ordnen. Nach einer Weile standen wir auf und gingen frühstücken. Mein Vater hantierte in der Küche, er briet uns Spiegeleier.

Thoughts - Wenn die Liebe anders denkt (gxt) (GirlxTeacher)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt