Jennys Sicht
Noch einmal atmete ich tief durch, bevor ich die kühle Klingel zu dem Appartement der Thompsons drückte. Ich fühlte mich unwohl. Beinahe zitterte mein Körper. Ich hörte Schritte hinter der Türe und einen Augenblick später, entgegen meiner Erwartungen, öffnete Mr Thompson die Türe. Auch, wenn er mir bereits das "Du" angeboten hatte, so blieb er in meinen Gedanken doch immer der Direktor Mr Thompson. Er hatte seine Haare wie immer ordentlich gekämmt, trug ein Hemd und eine Stoffhose, was für andere schon förmlich sein mochte, für ihn aber nicht annähernd mit der Arbeitskleidung mithalten konnte.
>>Guten Morgen Jenny, kann ich dir weiterhelfen?<< grüßte und fragte er freundlich.
Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, obwohl mein Ziel eigentlich eindeutig war. Nur wollte ich mir meine Unsicherheit nicht anmerken lassen.
>>Guten Morgen! Ich wollte etwas mit Zoe besprechen.<< erwiderte ich in der Hoffnung er würde nicht weiter nachfragen weshalb, denn so weit hatte ich mir noch keine Ausrede einfallen lassen.
>>Ich kann mal sehen, ob Zoe wach ist. Als sie vorhin rüber kam sah sie ziemlich fertig aus und ist sogleich in ihrem Zimmer verschwunden. Scheint wohl eine aufregende Nacht gewesen zu sein.<< überlegte er laut und schaute mich mehr oder weniger vielsagend an.
Ich wollte nicht, dass er nachfragt und mich womöglich ankündigte, denn dann würde Zoe mich vermutlich direkt und ohne zu zögern abweisen. Zurecht.
>>Wäre es in Ordnung, wenn ich einfach zu ihr gehe? Sollte sie zu müde sein, werde ich natürlich wieder gehen.<< sagte ich. Würde ich das?
Mr Thompson überlegte kurz, schien zu zögern, ging dann aber doch einen Schritt zur Seite und ließ mich hinein.
>>Du findest den Weg?<< fragte er noch kurz.
Ich nickte nur, bereits völlig auf Zoes Zimmertür fokussiert. Auf dem Weg dorthin lief mir Bethany über den Weg. Sie schaute erst sehr verwirrt, lächelte dann aber und grüßte mich kurz.
Dann, ohne zu klopfen drückte ich langsam die Klinke herunter in dem Wissen und gleichzeitigem Unwissen darüber, was mir, besser gesagt uns, nun bevor stand. Ich betrat den gemütlichen Raum. Ich erblickte Zoe, eingerollt unter ihrer Bettdecke, jene mit zum Kinn gezogen, die Augen starr nach vorne gerichtet. Scheinbar hatte sie mich nicht gehört. Kurz räusperte ich mich, denn ich wusste nicht welches Wort das richtige war um zu beginnen. Sie erschrak, drehte sich um und schaute zur Türe, die ich leise hinter mit schloss. Langsam trat ich in die Raummitte. Zoe, die nun erkannt hatte, dass ich es war stand augenblicklich auf, kam aber nicht auf mich zu sondern verschränkte lediglich die Arme. Ich erkannte, dass sie geweint hatte.
Ich verringerte den Abstand zwischen uns immens und stand nun unmittelbar vor ihr. Ich wunderte mich kurz darüber, dass sie nicht zurückwich. Ich hatte das Gefühl, zu spüren, wie sie mit sich selbst rang. Zorn funkelte in ihren Augen. Dann, aus dem Nichts und doch mit einer gewissen Rechtfertigung landete Zoes Hand mit beachtlicher Präzision auf meiner Wange durch die augenblicklich ein stechender Schmerz fuhr. Ich zuckte zusammen. Damit hatte ich nicht gerechnet, wie auch. Ich hob meine Hand zu der pochenden Stelle und wich selbstständig zurück. Ungläubig sah ich sie an.
>>Zoe, hör mir zu ich...-<< setzte ich an und merkte wie mein Stimme vor Schock zitterte.
>>Nein!<< stoppte sie mich. >>Ich will nichts von dir hören Jenny!<< ihre Stimme war brüchig, deshalb abernicht weniger wütend.
>>Lass es mich erklären, bitte Zoe, hör mir einfach zu.<< bat ich.
Energisch schüttelte sie den Kopf.
DU LIEST GERADE
Thoughts - Wenn die Liebe anders denkt (gxt) (GirlxTeacher)
RomanceEine Liebesgeschichte zwischen einer Schülerin und ihrer neuen Lehrerin. Doch kann das überhaupt funktionieren? Jenny Blake ist die neue Klassenlehrerin von Zoe und ihren Mitschülern, die gemeinsam ein Internat am südlichsten Zipfel Englands besuche...
