Kapitel 17

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Für die Zeit bis zur Abreise beschäftigte ich mich also mit Charles ultra geheimer Geheimmission. Ich schnappte mir Lily, die sich wirklich einmal von Cody lösen konnte und wir machten uns auf den Weg in Richtung der Adresse die mir mein Onkel genannt hatte.
"Er wohnt nicht weit von eurem Hotel entfernt" hallten mir Charles Worte durch den Kopf während wir seit über einer Stunde gefühlt nur geradeaus gingen.

>>Wie lang noch Zoe? Hätte ich das gewusst nh... warum haben wir keinen Bus genommen?<< jammerte Lily.

>>Ersten Lily, wusste ich das auch nicht, aber ich leide genauso... und zweitens gibt es halt einfach keine Busverbindung auf dieser beknackten Strecke<< seufzend verdrehte ich die Augen.

Nach weiteren zehn Minuten sturen Laufens, mit dem idyllischen Fahrbahngeräusch neben uns, erreichten wir endlich die angegebene Seitenstraße auf der sich das Haus befinden sollte. Fast hätten wir diesen eher jämmerlich wirkenden Weg verpasst, wenn Lily nicht, seit wir losgegangen waren, jedes einzelne Schild, das sie entdeckte, laut vorgelesen hätte.

>>Hier! Da müssen wir rein.<< ich zeigte in die Richtung in der ich hoffte das Haus zu finden.

>>Welche Hausnummer?<< fragte Lily.

>>Ehm Nummer 21b ein gewisser Mr Hudson<< murmelte ich, während meine Augen Haus für Haus absuchten.

Wie das Schicksal es wollte fanden wir die gesuchte Nummer ganz am Ende der Straße. Das Haus war recht dunkel, Schieferplatten verkleideten die Seitenwände und eine Rankenpflanze zierte die massive Holztür. Lily die mir bisher immer einen halben Schritt voraus war blieb nun stehen und gewährte mir den Vortritt.

>>Das darfst du jetzt machen, ist schließlich auch dein Auftrag.<< sagte sie und zog mich vor sich.

>>Sehr großzügig, danke.<< gab ich zurück.

Wir beide schoben uns, seitdem wir uns kannten, gegenseitig die Aufgabe zu irgendwo zu klingeln oder Anzurufen, wenn wir mussten. Jetzt suchte ich zwischen den Ranken vergeblich nach einer Klingel und nahm stattdessen den großen, golden verschnörkelten Ring der an der Tür hin und klopfte drei Mal. Eine gefühlte Ewigkeit später öffnete eine zierliche, in die Jahre gekommene Dame die Türe.

>>Ohh, hallo. Was treibt zwei so hübsche Damen zu uns?<< fragte sie mit gebrechlich freudiger Stimme und strahlte übers ganze Gesicht.

>>Ich soll von meinem Onkel, Charles Thompson ein Paket an Mr Hudson überreichen. Wohnt er hier?<< fragte ich freundlich.

>>Aber ja natürlich. Kommt nur herein, ich bin Martha, Erics Mutter. Mein Sohn wohnt in der Wohnung über mir. Kann ich euch was anbieten? Tee, Kaffee, Wasser, Kuchen, frische Kekse?<< bat sie warmherzig an.

Ich warf einen Blick zu Lily, sah ihr aber an, dass auch sie nicht wirklich begeistert war sich hier länger als nötig aufzuhalten.

>>Sehr nett, aber nein danke. Wir haben noch einen ordentlichen Rückweg vor uns und unser Bus zurück nach Lizard geht um 16 Uhr.<< ich blickte demonstrativ auf meine Armbanduhr, sicher noch ausreichend Zeit zu haben.

14 Uhr und 48 Minuten las ich leise in meinem Kopf ab. Daraufhin erfolgte ebenfalls still in mir eine Weile des Fluchens. Mist die Zeit reicht niemals um rechtzeitig zurück zu sein. Wie war der Mittag denn bitte so schnell vergangen? Der Bus würde schon nicht ohne uns fahren, aber Ärger würden wir mit Sicherheit bekommen.

>>Och schade, wir haben hier im Grunde nie Besuch, nur mal zu Weihnachten und selbst das nicht jedes Jahr.<< erwiderte die Dame.

Sofort verspürte Mitleid und das dringende Bedürfnis sie zu umarmen. Lange konnte ich jedoch nicht darüber nachdenken, denn da kam auch schon, wie ich vermutete, Eric Hudson die Treppe herunter. Seine Erscheinung war noch grauer als jene von Charles. Ein Dreitagebart ließ ihn älter aussehen als er wahrscheinlich war und er trug, im Gegensatz zu Charles Anzügen, ein Hemd und darüber einen Pullunder.

Thoughts - Wenn die Liebe anders denkt (gxt) (GirlxTeacher)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt