Der Nachmittag kam schneller als erwartet und nun saß ich, dass erste mal nicht alleine, in dem Sprechzimmer meines Arztes. Er besprach mit mir wie die Behandlung ablaufen wird und dessen Nebenwirkungen.
Leider hatte ich ihm nicht richtig zugehört bis ich von einem Ellenbogen abgestoßen wurde. Iwa schaute mit einem vielsagenden Blick zu mir rüber. Ich verdrehte meine Augen und versuchte jetzt doch bei dem Gespräch aufzupassen.
"Also Oikawa morgen früh beginnen wir mit der Chemo. Sie wissen ja das wir sie nicht heilen können aber durch diese Therapie erhöhen wir zumindest ihre Lebensdauer um eine gewisse Zeit."
"Wie lange?" unterbrach ich den Alten, ernster als es klingen sollte.
"Nun das können wir leider nicht genau sagen. Es können 2-3 Monate sein, vielleicht auch 9 oder 10." gab er bedrückt von sich. Es schien ihm sichtlich nicht leicht zufallen, mir dies zu überbringen.
Und schlagartig wurde mir wieder bewusst das ich nicht mehr länger als ein Jahr hatte. Meine Lunge schnürte sich zu, bei diesem Gedanken, und ich hatte das Gefühl keine Luft mehr zum atmen zu haben. Ich begann hektisch nach Luft zu schnappen und fing an stark zu Zittern.
Ich bekam mit wie Wörter versuchten zu mir durch zu dringen, aber es kam nichts bei mir an. Das letzte was ich mitbekam war wie alles um mich herum in ein dunkles Schwarz getaucht wurde und ich mein bewusstsein verlor.
Als ich wieder zu mir kam befand ich mich nicht mehr auf dem kalten Holzstuhl, sondern lag in meinem warmen Bett. Meine Augen waren noch geschlossen, doch ich hörte zwei Stimmen die sich nicht weit entfernt von mir unterhielten.
"Oikawa wird es gleich schon besser gehen. Das war eine überreaktion seines Körpers. Er wirkt immer ein bisschen so als würde er sich damit abgefunden haben zu sterben aber an dieser Reaktion hat man gemerkt das es ihm doch ziemlich zu schaffen macht. Bitte pass auf ihn auf und bereite ihm eine schöne Zeit, ja Iwaizumi?"
"Das werde ich. Sie können sich auf mich verlassen."
Damit war das Gespräch beendet und ich nahm wahr wie eine Person den Raum verließ. Wahrscheinlich der alte Doktor. Ich begann langsam meine Augen zu öffnen, um mich an das helle Licht zu gewöhnen.
"Oh du bist wach. Wie geht es dir?" Ich drehte meinen Kopf zur Seite und sah zu dem etwas kleineren Jungen, der sich neben mein Bett und auf den Stuhl gesetzt hatte.
"Okay denke ich." Ich legte meine Hand auf meine Stirn da mein Kopf ziemlich dröhnte. "Mein Kopf tut nur ein wenig weh."
"Warte ich hol die ein Glas Wasser."
"Das ist nicht-" und schon war er aufgestanden und hatte das Zimmer verlassen.
Mit einem Seufzen ließ ich mich zurück ins Kissen fallen und schloss meine Augen. Ich fühlte mich ganz schwach. Als hätte jegliche Energie meinen Körper verlassen. Ich hatte das Gefühl als könne ich mich nicht einmal mehr von alleine aufsetzen.
Mein Gefühl bestätigte sich als Iwa-chan wieder kam und ich mich eigentlich hinsetzen wollte, aber meine Körper sich keinen Millimeter bewegte. Der braun-haarige kam auf mich zu und sah mich an.
"Brauchst du Hilfe?" fragte er sanft. Stumm nickte ich. Er stellte das Glas auf den kleinen Tisch neben meinem Bett und griff mir vorsichtig unter die Schultern um mich so aufzustützen. Dann reichte er mir das Wasser.
Zögernd, ob meine Körper das schaffen würde, nahm ich das Wasser. Zu meinem Glück schaffte ich es und trank fast das ganze Glas auf einmal, nur um mich dann wieder achtlos ins Kissen fallen zu lassen. Iwaizumi nahm mir das Gefäß wieder ab und stellte es weg.
