Kapitel 36

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Marlon saß auf seinem Motorrad,während ich an meinen lehnte. Wir waren beide vorm Nebel stehen geblieben und warteten nun. "Glaubst du Leon kommt noch?", fragte ich nach ein paar Minuten. Ich selbst war mir nicht so sicher. Leon einzuschätzen war manchmal gar nicht so einfach. Er hatte schon mal gekniffen. Es war zwar nur einmal, doch hatte es gereicht, um das Vertrauen zu ihm anzuzweifeln. Selbst nach all den Sachen die seitdem passiert waren. Die anderen würden nicht kommen. Da war ich mir sicher. Sie hatten zu viel Angst vor den Konsequenzen, was an sich verständlich war. Doch zeigte es auch, dass sie an unseren Fähigkeiten zweifelten. Und wie erwähnt, so hatten sie schon längst verloren. "Ich kenne meinen Bruder. Er wird kommen", meinte Marlon und sah zu mir. "Es hat sich mir nur noch nicht ganz entschlossen, warum du so schnell mitkamst." Leicht zuckte ich mit meinen Schultern. "Wir wurden Herausgefordert. Juli würde rasend werden, wenn er wüsste, dass wir unbekanntes Gebiet einfach so verstreichen lassen. Dazu konnte ich dich ja schlecht alleine lassen", fasste ich kurz meine Beweggründe zusammen. Zum Schluss grinste ich ihn leicht an. Was er erwiderte. Wir Kerle halten zusammen. Das allein war an sich Grund genug mit Marlon zu gehen. "Gut zu wissen. Das du mitkamst hat die anderen wohl mit am meisten überradcht", kommentierte er es. Was mich leicht zum glucksen brachte. "Tut mir ja auch leid, doch für Erklärungen war irgendwie keine Zeit."

Wir wurden von Motorengeräuschen unterbrochen. Unsere Blicke wanderten zu der Quelle. Leon war auf seinem Motorrad direkt vor dem Nebel stehen geblieben. Es schien nicht so, als ob er uns bemerkt hätte. Er schaute einfach auf den Nebel. "Was macht ein Revolvermann nochmal wenn er verliert?", fragte dann Marlon, wodurch Leon zu uns sah. Es kam aber keine Antwort von ihm. "Wenn du Pech hast findest du es bald heraus", kam es dann von mir und ich setzte mich auf mein Motorrad. "Beim Sternschnuppen terrorturistichen Sargdeckelnagel", fluchte Marlon dann grinsend, welches wir erwiderten. Wir starteten unsere Motorräder und fuhren durch den Nebel. Er hatte uns ziemlich schnell verschluckt und es war schwer die anderen beiden nicht zu verlieren. Man sah so gut wie nichts, außer den weißen Nebel, welche um uns herum schwebte. Er hüllte uns ein wie eine Decke und hielt uns in sich gefangen. Zwischendurch hatte ich immer mal wieder das Gefühl, dass wir beobachtet wurden. Doch nahm ich an, dass dies einzig und allein an der Atmosphäre lag, die uns umgab. Bald kamen wir auf der anderen Seite an. Es war erstaunlich wie anderes es aussah. Keinerlei wald lag mehr vor uns, nur eine große Fläche von einer Einöde. Welche umrandet war mit Wäldern. Doch lagen diese einige Kilometerweit entfernt. Die Gesamte Fahrt über waren wir still, doch konnte ich auch jetzt nicht dieses Gefühl abschütteln. Das Gefühl von Augen, welche auf uns lagen und uns erforschten.

NAch einer Weile blieb Leon dann einfach stehen. Marlon war etwas vorgefahren und drehte wieder um, um neben Leon stehen zu bleiben. Ich war hinter Leon gefahren, weswegen ich noch bremsen konnte, bevor ich an diesem vorbei war. "Was ist?", fragte Marlon seinen kleinen Bruder. "Willst du wieder nach Hause?" Ich blieb still und beobachtete das ganze Ruhig. Leon schaute weiter gerade aus und schwieg einen kurzen Moment, bevor er meinte: "Da ist sie" Er nickte leicht nach vorne. MArlon und ich wandten beide unsere Blicke in die Richtung. Auf einem kleinen Hügel stand eine Person. Doch musste ich kräftig meine Augen zusammenkneifen, um dies zu erkennen. "Was hab ich gesagt? Sie ist der Horizont", meinte Marlon da, was mich leicht meine Augen verdrehen ließ. MArlon startete seinen Motor wieder. "Und sie wartet auf mich." Er fuhr wieder los und gerade zu dem Hügel. LEon und ich starteten ebenfalls wieder unsere Motorräder und fuhren voran. "Wisst ihr was? Das ende der Welt ist der schönste Ort den es gibt"; rief MArlon während der FAhrt.  Und kurz darauf blieben wir auch schon vor dem Hügel stehen.

"Wie du siehst sind wir da", sprach da Marlon und stieg von seinem Motorrad ab. Seinen Helm hatte er schon abgelegt. "Und wir haben keine Angst", meinte da auch schon Leon großkotzig, während dieser seinen Helm abnahm. Ich tat es den beiden gleich und nahm ebenfalls meinen Helm ab. "Nicht ein so kleines bisschen", kam es wieder von MArlon. Doch dann viel uns wohl allen drein auf, dass diese Person nicht Horizon war. Es war nur eine Puppe, welche sie aufgestellt hatten. Leon und ich stiegen ebenfalls ab. Ich ging näher zu der Puppe und besah sie mir genauer. An sich war das keine große Arbeit, die sie da geleistet hatten. "DAs glaube ich euch nicht", hörten wir dann ihre Stimme. MEin Kopf drehte sich ruckartig in die Richtung, aus der sie kam. BEi MArlon und Leon war es genauso. Horizon lag unter einer Art Zelt. Welches sehr gut getarnt war. Sie erhob sich von ihrem Platz. "Für mich sieht es eher so aus, als würdet ihr euch gleich in die Hosen machen", meinte sie, während sie sich an ihr Motorrad machte. ES war also kein Zelt, sondern eher eine einfache Plane, welches über ihr Motorrad gespannt war. "Du zumindest Marlon.", meinte sie dann an diesen gerichtet, während sie die Plane von ihrem Motorrad zog. Leon sah daraufhin zu Marlon. Und nach kurzem sah Marlon dann zu Leon, woraufhin Leon sich wieder an Horizon wandte. "Tut uns leid, wir sind es nicht gewohnt mit Puppen zu spielen", meinte dieser und ich hörte sein grinsen deutlich raus. "Wir spielen nur Fußball. Also, wo tretet ihr an?" "Über all, Leon", kam die Antwort von Horizon, was mich jetzt schon etwas verwundert zu ihr blicken lies. Sie lies ihren Motor an und meinte: "Überall wo du willst." Dann fuhr sie los und im Kreis um die Brüder herum. "Auf dieser Seite des Nebels wird nicht auf einem Spielfeld gespielt. Wir spielen überhaupt nicht mehr, Leon. Bei uns ist es ernst. Oder hat euch Erik die Tätowierung auf seiner Brust nicht gezeigt", erklärte sie dann. Dann wurde sie still ehe sie weiter in Richtung des Hügels fuhr und dran vorbei weiter. "Ihr müsst mich nur finden", rief sie während der Fahrt. Wortlos hatte ich es die ganze Zeit beobachtet. Ich wand meinen Blick wieder zu den beiden Brüdern. "Ich nehme mal an, dass ihr immer noch herausfinden wollt, was ein Revolvermann macht, wenn er verliert", sprach ich dann und ging wieder zu meinem Motorrad. 

Wir fuhren dann weiter durch diese Steppe. Während der Fahrt sah ich mich so gut wie es ging um. Hier gab es wirklich gar nichts. Völlige Lehre. Und das Felf hier war riesig. Ebenso kriegte ich wieder dieses Gefühl beobachtet zu werden. Doch konnte ich niemanden irgendwo ausmachen. Wir fuhren irgendwann langsamer, um uns besser umsehen zu können. Doch war nirgendswo irgendwas besonderes zu sehen. 

Vanessas CousineWo Geschichten leben. Entdecke jetzt