Oh, ähm, ich bin ein bisschen spät dran, aber ich hoffe, dass stört euch nicht.
Viel Spaß!
Ich zittere und wühle mich weiter durch die Haufen aus schimmernden Münzen und funkelnden Edelsteinen, auf der Suche nach dem Arkenstein. Der große Diamant wird in meiner Tasche immer schwerer, genauso wie mein Körper. Ich huste und ziehe dann meine Nase hoch. Im Berg ist es bitterkalt und die Kälte hat sich schon längst in meinen Knochen festgesetzt. Mein Kopf dröhnt, meine Glieder schmerzen und meine Nase läuft ununterbrochen. "Bilbo!" Ich drehe mich zu Fili. Der Zwerg schlittert einen der Münzhügel hinunter und stoppt vor mir. Seine Augen mustern mich, dann seufzt er tief: "Ruh dich aus, du siehst furchtbar aus!" Ich schüttele den Kopf und massiere mir sofort die Schläfen: "Thorin bringt mich um." Fili tritt einen Kelch durch den Saal, während er auf Kuzdul flucht. Ich zucke mit den Schultern und widme mich wieder meiner Arbeit. Fili packt meine Schultern und drückt mich auf einen der Stapel: "Soll ich Ori holen?" Ich lehne dankend ab und wir widmen uns wieder dem Sortieren. Fili bewegt sich bald von mir weg und sortiert andere Haufen. Als meine Schmerzen schlimmer werden, lege ich doch eine Pause ein. Plötzlich hallen schwere Schritte durch den Raum: "Ah, der Halbling!" Thorin biegt um die Ecke und sein Blick verfinstert sich, als er mich auf dem Boden sitzen sieht. "Was soll das? Hier wird nicht gefaulenzt!" Ich springe auf und verliere fast das Gleichgewicht. Unter Thorins Blick schrumpfe ich zusammen. "Was ist deine Entschuldigung?" Ich will antworten, aber meine Stimme ist nur irgendwas zwischen Raspeln und Flüstern: "Es... es tut mir leid, ich..." Thorins Blick verändert sich: Von dem hartem blau eines Saphirs zu einem weicheren Farbton. Sofort nähert er sich mir und umfasst meine Oberarme, nicht unangenehm, aber fest. Vorsichtig hebt er mich hoch, eine Hand an meinem Rücken, die andere unter meinen Knien. Ich kuschele mich an ihn und lasse mich die Treppe hoch und in eines der Schlafzimmer der Königlichen Familie tragen. diese Räume haben wie durch ein Wunder Smaugs Zerstörungswut überlebt und werden nun von uns bewohnt. Sanft setzt Thorin mich auf dem Bett ab und beginnt dann, das Feuer im Kamin anzufachen. Plötzlich erstarrt er und dreht sich zu mir, seine Augen wieder kalt und bedrohlich. "Warum arbeitest du nicht?" Seine Stimme ist drohend und ich kuschele mich instinktiv tiefer in die Kissen: "Thorin..." Ich huste erneut und Thorins Blick wird wieder besorgt. Er greift sich an den Kopf: "Bilbo, was... was passiert mit mir?" Ich winke ihn schwach zu mir, dann hebe ich ihm vorsichtig die schwere Goldkrone vom Kopf. "Hör mir gut zu", krächze ich, "Du bist nicht dein Großvater! Du kannst es schaffen, bitte Thorin!" Er zittert und legt die Arme um mich. Schließlich legt er seine Lippen auf meine und ich erwidere den Kuss. Wir haben uns im Stall von Beorns Haus das erste Mal mit einender geschlafen. Als ich wieder husten muss, streicht Thorin mir eine Haarlocke aus der Stirn und erstarrt dann: "Du glühst ja! Mahal, ich hohle Ori, er muss dir helfen!" Er zieht mir die Decke bis zur Nasenspitze hoch und verlässt den Raum. Kurze Zeit später kommt er zurück, Ori und Kili im Schlepptau. Der jüngste Zwerg setzt sich auf die Bettkante und beugt sich zu meinem Ohr hinunter: "Was hast du mit ihm gemacht? Das ist der Wahnsinn!" Ich lächele nur und zucke mit den Schultern. Ori vertreibt Kili und beginnt damit, mich zu untersuchen. Nach etwa einer Viertelstunde nickt er knapp und stellt dann einige Fläschchen auf den Nachttisch: "Trink viel, am besten Tee mit Honig. Und iss gut!" Dann dreht er sich zu Thorin: "Und wehe er arbeitet!" Mein König nickt und setzt sich zu mir. Vorsichtig hebt er meinen Oberkörper an und lehnt mich an seine breite Brust. Ich kuschele mich an ihn. Die anderen verlassen den Raum und wir sind allein. Thorins geschickte und starke Finger beginnen damit, meinen Rücken, Nacken und Kopf zu massieren. Unter seinen sanften Berührungen schlafe ich ein.
Die nächsten Tage verbringe ich, nach Oris Anweisungen, im Bett. Thorin ist bei mir und kümmert sich um mich. Als er den Arkenstein in meinem Mantel findet, hebt er eine Augenbraue: "Wann hattest du vor, mir den zu geben?" Ich lächele entschuldigend: "Ich... ich weiß nicht, vielleicht wenn ich mir sicher sein konnte, dass du... du bist." Für einen Moment wird sein Blick hart, doch dann nickt er langsam: "Danke. Ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn ich ihn früher bekommen hätte. Ist vielleicht gut, dass er erst jetzt auftaucht. Dann sage ich den anderen, dass sie nun mit der Suche aufhören können." Tatsächlich kehrt langsam Ruhe im Erebor ein. Vielleicht brechen nun bessere Zeiten an.
