4 »BONUSKAPITEL« || XX

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[Nach Ewigkeiten und einigen Fragen zu einer Fortsetzung, hier endlich die Erlösung vom Trigger, den ich vor einem guten Jahr verursacht habe. 😂
Ich hoffe, es freut sich jemand. Einen wunderschönen Tag noch und einen herzlichen Dank für jede*n treue*n Leser*in!

Übrigens ein Hinweis: Dieses Kapitel hat verschiedene POVs. Vielleicht errät ja jemand, welche Personen hier ihre Geschichte erzählen (?!)]

[Nicht überarbeitet]

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XX

Und wir stehen dort, wo alles anfing und dort, wo alles endete.

Und wir stehen dort, wo alles begann und alles seinen Schluss fand.

Und wir stehen dort, wo das Licht der Sonne aufging und dort, wo es am Horizont wieder erlosch.

Und wir stehen dort eine ganze Weile.

Und wir stehen dort für immer.

Es gab Tage, da war die Welt so düster, als hätte man seine Augen niemals aufgetan und würde noch immer durch geschlossene Lider nichts als Schwärze erblicken.
Tage, an denen es schien, als wäre man gar nicht aufgewacht. Als würde man noch immer träumen und sich im völlig falschen Film befinden.

Dann gab es Tage, die sich endlos in die Länge zogen und die man zur selben Zeit an sich vorbeirasen sah, als wären mehrere Tage nur wenige Stunden und Minuten und viel zu schnell gezählte Sekunden.

Es gab Tage, an denen dieses Leben nicht lebenswert erschien.
Weil einem der Verlust und die Realität ins Auge fassten und allen Dingen, die Sinn ergaben, keinen Sinn mehr zuordneten. Und wer keinen Sinn sah, der hatte nicht mehr lange zu leben.

Wer keinen Sinn sah, der war verloren.
Der hatte nicht verstanden, wie man dieses Leben spielte.
Der hatte nicht verstanden, dass es nicht um das Gewinnen ging.
Denn Gewinn war in jedem endgültigen Fall immer eine Illusion.
Am Ende des Lebens gewann niemand, außer der Tod.

Der Tod. Das unweigerlich scheußlich scheinende Etwas, das einem das entriss, was man am liebsten hatte und niemals wieder zurückgab.

Am Ende des Tages hieß es also immer verlieren.
Traurig sein.
Verloren sein.
Hoffnungslos.

Und bevor es verloren war, traurig und hoffnungslos, da war es grau und leer und unwissend.

Der psychische Tod vom physischen nicht zu unterscheiden.

Ich wusste, dass dieses Leben ziemlich schnell vorbei ging.
Ich wusste, wie schnell es gehen konnte und ich wusste, wie hässlich die Schmerzen waren.
Ich wusste, wie man starb.
Ich hatte es mit eigenen Augen gesehen.
Mehrmals.
Oftmals täglich.

Wie in endlos Schleife lief es mir durch den Kopf.
Die Bilder.
Die Umgebung.
Die Gesichter.
Die Tränen.
Die Asche.

Wie gewalttätig war es doch, einen Menschen zu verlieren.
Verlust zu erleiden.
Wie zerberstend.
Und wie unfassbar war es doch mit anzusehen, wie alles, was einmal gewesen war, in sich zusammenfiel wie ein Kartenhaus.

Totalschaden.
Totaler Schaden.
Aus.
Und.
Vorbei.

So erschien es doch.
So wollte man es.
So wollte man es so oft.

Dass es endlich aufhörte.
Weil es genügte.
Weil es zu viel war.
Weil es reichte, alles um sich kaputt zu sehen, aber selbst noch nicht kaputt zu sein.

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