Kapitel 23

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Seufzend schritt sie also langsam hinter den beiden durch den Park. Es war noch unter der Woche, also nicht so viel los und trotzdem sah sie sich immer zweimal um. Ständig hatte sie das Gefühl beobachtet oder beschattet zu werden und jeder noch so kleine Schatten wurde analysiert.
So bekam die Sängerin auch nicht mit, dass ihre Managerin ein paar leise Worte an Charlie gab, welcher kurz überlegte und dann nickte. Also drehte Heide sich schließlich um und lächelte Yvonne an.
„Was hältst du davon Vonni, wenn du dich mal dahinten zu den Bänken in den Schatten setzt und Charlie und ich Eis holen?" Verunsichert sah sie sich um. Der Park war relativ groß, trotzdem schien er sonnendurchflutet zu sein und einige Familien und Spaziergänger waren ebenfalls unterwegs. Charlie zerrte schon ungeduldig an Heides Hand und bevor er noch mit einem Drama begann, atmete die Erfurterin durch und nickte dann. So viel würde nicht dabei sein und selbst von hier erkannte sie die Eisdiele.
Langsam schritt sie dann schließlich durch das Gras und setzte sich anschließend auf die Bank. Diese war von den Sonnenstrahlen bereits gewärmt und für einen kurzen Moment erlaubte sie sich die Augen zu schließen und die Wärme im Gesicht zu genießen. Ihr Körper entspannte sich ein wenig und es kam ein wenig Ruhe über sie. Das Rauschen der Bäume, die Sonne schien und tief atmete sie ein paar Mal durch. Die Atmosphäre tat ihr gut, half ihr wieder ein wenig klarer zu sehen. Unauffällig fand ihre Hand ihren flachen Bauch und sie strich darüber. Ihr Ex würde ihr nicts von dem nehmen, was zu ihrem Leben gehörte. Weder Charlie, ihr Baby, noch sonst was. Das hier war ihre kleine Blase, der Ort an dem sie sicher und glücklich war.

Doch auf einmal schob sich ein Schatten über ihr Gesicht, die warme Sonne verschwand und sofort riss die Sängerin die Augen auf. Vor ihr erkannte sie eine Silhouette, welche die Strahlen verdeckte, doch durch das plötzliche Licht und den Schatten musste sie einige Male blinzeln. Im selben Moment war sie aufgesprungen und versuchte auf Abstand zu gehen. Wer auch immer das war, war ein groß gewachsener Mann mit Kaputze und nun erkannte sie auch unscharf eine Sonnenbrille.
Das alles beruhigte sie nicht sonderlich, ihr Herz begann unruhig zu schlagen und ihre Augen brauchten einen Augenblick, bis sie wieder genauer sehen konnten. Schließlich konnte das hier jeder sein...

„Hey...", etwas unbeholfen sprach der Mann sie an, doch spätestens beim Klang seiner Stimme riss Yvonne die Augen auf und hielt inne. Nach wie vor konnte sie kaum erkennen, wer sich unter diesem Aufzug versteckte, allerdings ließ diese Stimme ihr Herz stocken und nach und nach erkannte sie seine Statur und Gesichtszüge. Ein Büschel blondes Haar blitzte unter der Kaputze hervor und langsam zog der anscheinend doch nicht so Fremde seine Sonnenbrille vom Gesicht.

„Samu...", nur flüsternd verließen diese Worte ihren Mund und ein verhaltendes Lächeln schob sich auf die Lippen ihres Gegenübers. Er hatte genau erkannt, dass er sie eben für einen Moment kurz erschreckt hatte, doch so eine heftige Reaktion hatte er nicht erwartet. Trotzdem und lächelte er sie unsicher an. Als sie das letzte Mal geredet hatten, hatten sie sich gestritten und Dinge an den Kopf geworfen. Danach war er mit einer anderen Frau essen gegangen und sie hatte sich dabei entschuldigen wollen. Ziemlich alles war drunter, drüber und daneben gegangen und so war es nicht verwunderlich, dass der Finne total angespannt war und sich bereits im Flieger zurecht gelegt hatte, wie er sich entschuldigen wollte. Schließlich musste sie sich komplett bescheuert und sitzen gelassen vorgekommen sein und er war nicht unschuldig daran.

Allerdings hatte der blonde Sänger nie gedacht, dass sie ihm einfach um den Hals fallen würde. In Yvonne hatte sich in den letzten Sekunden etwas zusammengebraut. Die ganzen letzten Tage und vor allem Stunden hatten sie unendlich aufgewühlt und nun stand er wieder vor ihr. Der einzige Mensch, bei dem sie in den letzten zwei, fast drei Jahren immer Schutz, Hilfe oder Zuneigung bekommen hatte. Seit Charlie 8 Monate alt war, stand er ihr zur Seite und die letzten 7 Monate waren noch einmal anders gewesen. So brach einfach eine Hilflosigkeit und gleichzeitig Dankbarkeit über sie herein.
Sie wollte nur noch seine Arme spüren, sich sicher fühlen.

Sei nicht so hart zu dir selbstGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt