Kapitel 37

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„Nach Auswertung der Gutachten, Hausbesuchen und Aussagen ihres Umfeldes ist das Gericht nun zu einer Entscheidung gekommen...", begann der Richter. „Ich möchte hierbei hinzufügen, dass diese Entscheidung aufgrund ihres langwidrigen und genauen Prozesses fürs Erste nicht anfechtbar ist und sich beide Parteien zuvor zu diesem Teil des Familienrechtes bereit erklärt haben." 
„Jetzt mach schon...", murmelte Andreas mehr zu sich selber, doch die werdenden Eltern neben ihm waren schon so angespannt, dass sie kaum etwas anderes mehr wahrnahmen.

„Hiermit bestätigt das Familiengericht Berlin-Mitte den Antrag auf geteiltes Sorgerecht von Frau Yvonne Catterfeld und Herrn Samu Haber und erteilt letzterem seinen Teil dazu. Charlie Catterfeld kann somit ab heute amtlich dokumentiert als Charlie Haber verfügen und unterliegt keinerlei Verantwortung oder Verfügungsgewalt von Tom Jonas. Des Weiteren empfiehlt das Gericht weitere rechtliche Schritte gegen den biologischen Vater einzuleiten, da seine Absichten und sein Verhalten als gefährdend für Familie Haber und ihr Zusammenleben einzuschätzen sind."

Die Stille der er im Saal hinterließ war ohrenbetäubend und Yvonne realisierte erst, was eben geschehen war, als Samu leise aufschluchzte. Er hatte sein Gesicht in den Händen vergraben und ungläubig drehte sich die Schwangere zu ihm. Sein Körper bebte und immer wieder schüttelte er den Kopf. Das war es gewesen. Es war vorbei. Sie hatten es wirklich geschafft. Automatisch zog sie den Blonden etwas näher, der sofort nach ihren Händen griff und seine Stirn gegen ihre lehnte. Einige vereinzelte Tränen rannen über seine Wangen und erst als Yvonne in das leuchtende Hellblau vor ihr blickte, verstand sie, dass es wirklich geschafft war. So verschwamm auch ihr die Sicht etwas und der Blonde strahlte sie an. „Wir haben es! Yvi, we did it...", hauchte er ihr entgegen und sie nickte. „Es ist vorbei!"
Um Luft ringend hielt sich das Paar aneinander fest, sie bekamen gar nicht wirklich mit wie Tom begann zu schreien und anschließend sogar von Sicherheitskräften herausgeführt wurde. Sie waren für einen Moment wie in einem Tunnel gefangen und auch Samu spürte auf einmal, wie erschöpft er von all den letzten Wochen war. Die Tour und dann die Verhandlungen hatten mehr an seinen Nerven gezerrt, als er es sich eingestanden hatte und nach der ganzen Panik der letzten 48 Stunden spürte er auf einmal, wie müde und erschöpft er war.

Es war Andreas, der das Paar vorsichtig aus seiner Zweisamkeit riss und Yvonne sanft anstupste. „Ihr müsstet einmal die Papiere vorne unterschreiben, damit das ganze auch amtlich gültig ist!" Die beiden nickten sofort und erhoben sich. Doch während die Sängerin sich als erste auf den Weg nach vorne machte, hielt ihr Freund einen Moment inne und musste sich an seinem Anwalt festhalten. Ihm war auf einmal etwas schwindelig geworden. Er konnte sich nicht erinnern heute schon etwas getrunken zu haben, geschweige denn gegessen und sofort hielt Andreas seinen Arm. „Samu?! Bist du okay?", er nickte sofort und ließ ihn los. „Alles fine, I just tripped...", log er schnell und folgte der Mutter seiner Kinder um endlich die Papiere unterschreiben zu können. Er konnte dabei einfach nicht verhindern, dass sich ein breites Grinsen auf seine Lippen legte und stolz grinste er die Sängerin an. „We have two kids now!" Sie lachte leise und lehnte sich gegen ihn. Sie konnte es immer noch kaum glauben und seufzte leise, als er ihr einen Kuss auf die Lippen drückte. Alles schien auf einmal so unfassbar leicht und dankbar sah sie ihn an. „Ich liebe dich Samu. Dich und unsere Familie!" Er lächelte stolz und küsste sie ein weiteres Mal. „I love you too!" Auch Heide kam nach vorne um die beiden zu umarmen und zu beglückwünschen. Auch wenn sie immer daran geglaubt hatte, war es nun eine unglaubliche Erleichterung für alle beteiligten und tief durchatmend lehnte sich Yvonne in ihre Arme.

Nachdem auch die rechtlichen Sachen mit Unterschriften und dem Rest geklärt waren, verließen die beiden mit ihrem Anwalt und der Managerin den Raum und verwirrt sah sie zu ihrem Freund hoch. „Bist du eigentlich alleine gekommen? Aus Seinäjoki jetzt?" Er lächelte entschuldigend. „We all came once again...", gab er zu. „Es war die beste and most fast decision and damit ich kann kommen schnell hierher, Heide picked me up and die Boys and Mikko machen slower and sind maybe schon at your home. Just in case the news were bad, they didn't want to leave us alone!" Sie lächelte berührt und nickte. Das war nun mal genauso wie sie seine besten Freunde kennengelernt hatte, doch dann kam ihr eine Idee.
„Sag mal, denkst du wir könnten morgen mit dem Privatflugzeug direkt wieder zurück nach Finnland? Ich meine das muss ja eh nach Helsinki, unsere Koffer sind schon gepackt und ich weiß, dass das vielleicht teuer ist...", murmelte sie verlegen. „Aber ich meine wir hätten das Geld ja und ehrlicherweise wäre das ja schon entspannter und-" „That's a great idea!", unterbrach Samu sie sofort und sah sie zustimmend an. „Ich habe das nicht gedacht!" Sie lächelte erleichtert. Heide hatte sich bereits verbaschiedet um für die anstehende Reise im Büro noch einige Unterlagen zu holen, doch bevor die drei ebenfalls das Gericht verließen, hielt er einen Moment inne. Ihm war immer noch etwas unwohl und so gab er seiner Freundin einen Kuss ins Haar, bevor er sich kurz einmal um die Ecke in Richtung Toiletten verabschiedete. Etwas kaltes Wasser würde bestimmt helfen, doch während er dies über seine Handgelenke laufen ließ, begann sich sein Sichtfeld auf einmal zu drehen.

Sei nicht so hart zu dir selbstGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt