Kapitel 13

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„Mamaaaa!", Charlie lag bereits im Bett und wartete auf Yvonne. Trotz der Tatsache, dass er Samu wirklich vermisste, war er unglaublich glücklich. Schließlich war seine Mutter wieder Zuhause und außerdem hatte sie ihm sogar versprochen heute noch etwas zu singen. „Ich komm doch schon Großer!", lachend und auch etwas müde kam sie in sein Zimmer. Wirklich seins war es zwar nicht, doch der Finne hatte es extra etwas für ihn eingerichtet. Auch wenn er erst drei war, war dieses Zimmer in Helsinki sein ganzer Stolz und seufzend setzte die Sängerin sich zu ihrem Sohn. „Singst du mir jetzt etwas vor?" Mit großen bettelten Augen sah er zu ihr hoch und lächelnd deckte sie ihn zu. „Ich hab's dir doch versprochen...", erklärte sie ihm liebevoll und strich durch seine braunen Locken. Zufrieden kuschelte der kleine Junge in sein Bett und sah zu Yvonne hoch, auch wenn sie wirklich etwas erschöpft war, konnte sie ihm nicht widerstehen und begann leise zu singen. Gleichzeitig spürte sie aber auch, wie ihr Herz einen Takt schneller schlug. Sie sang hier nämlich auch für ihr Baby und das Gefühl zauberte ihr ein kleines Strahlen auf die Lippen.

Im Nachhinein konnte sie gar nicht mehr sagen, wie lange sie tatsächlich gesungen hatte, doch als sie aufsah schlief Charlie bereits und sanft hauchte sie ihm noch einen Kuss in die Locken. Er sah so klein und friedlich aus, wenn er schlief und seufzend betrachtete sie ihn noch einen Moment. Dann machte sich allerdings ihr Körper bemerkbar und tief atmete sie einmal durch. Ihre Tabletten hatte sie zwar schon genommen, doch wahrscheinlich war das Pfannkuchen machen und danach die Küche aufräumen, nicht das, was die Ärztin unter Bettruhe gemeint hatte. Aber sie hatte es Charlie einfach versprochen und durchatmend strich sie über ihren Bauch. Auch die Müdigkeit holte sie langsam ein und nachdem sie sich noch schnell ihr Handy aus dem Wohnzimmer geholt hatte, ließ sie sich seufzend ins Bett fallen. Sie war wirklich erledigt und schloss kurz die Augen, auch Samu hatte sich nicht gemeldet und so wählte sie seinen Kontakt aus.

Yvonne konnte ihn natürlich verstehen. Riku war für ihn irgendwie mehr als nur ein bester Freund, er war wie sein Bruder und die beiden teilten so gut wie alles zusammen. Es war wirklich lustig die beiden zusammen zusehen und so machte sie sich natürlich auch Sorgen um den Gitarristen. Deshalb rief sie nun auch ihren Freund an, denn neben der Sorge wünschte sie sich trotzdem, dass er endlich wieder neben ihr schlafen würde.

Aber auch, als sie die Leitung durchklingeln ließ bis die Mailbox kam, nahm er nicht ab und unentschlossen ließ sie ihr Handy sinken. Zwar war das bei Samu nichts Besonderes, doch irgendwie hatte sie schon erwartet, dass er noch irgendwie erreichbar war. Schließlich war doch auch gerade sie drei Tage im Krankenhaus gewesen und außerdem konnten doch Charlie oder ihr und dem Baby was passieren. Sie spürte, dass die Hormone wieder etwas in ihr hochkrochen, doch sie war einfach zu fertig um sich noch groß dagegen zu wehren. So sehr sie den besten Freund ihres Finnen mochte, verstand sie nicht, wieso er dafür seine Familie vernachlässigte. Hatte er ihr doch gerade noch gestern versprochen sich heute nur Zeit für sie und das Baby zu nehmen. Woher sollte sie jetzt wissen, ob er heute Nacht noch nach Hause kam? Wusste er denn nicht, dass sie eigentlich im Bett bleiben sollte und nicht auch noch ihrem aufgeweckten dreijährigen Sohn hinterherjagen?

Missmutig zog die Sängerin ihre Bettdecke über sich und rollte sich zusammen, auch die Tatsache, dass die Kissen und Decken nach ihm rochen, half ihr im Moment nicht weiter. Es machte sie eher noch deprimierter und enttäuschte sie, Yvonne hatte sich wirklich auf den heutigen Abend gefreut, denn selbst bevor sie im Krankenhaus gewesen war, war die Situation zwischen ihnen nicht toll gewesen. Sie wollte doch einfach nur ein bisschen Nähe, wie noch vor ein paar Wochen, trug ihr erstes gemeinsames Baby in sich und war bis vor einigen Stunden noch im Krankenhaus gewesen. War das denn so unverständlich?

Zum wiederholten Male atmete sie tief durch und versuchte zu Ruhe zu kommen. Sie wusste, dass sie Schlaf brauchte und fühlte sich auch dementsprechend ausgelaugt, doch immer noch sah sie auf die leere Bettseite neben sich und seufzte. Yvonne vermisste ihn, aber sie war auch einfach enttäuscht, denn der blonde Finne hatte eine Verantwortung und auch wenn er gerade für seinen besten Freund da sein wollte, wünschte sie sich nichts mehr, als ihn hierzuhaben. Traurig rutschte sie zurecht und drehte sich dann, versuchte einfach alles zu vergessen und zu schlafen. Gerade für ihr Baby brauchte sie das und so besann sie sich darauf.

Sei nicht so hart zu dir selbstGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt