„Mama, wo ist Papa?" Müde kletterte Charlie zu seiner Mutter ins Bett und jammerte leise. Es war nachts und Yvonne lächelte, während sie ihn zu sich unter die Decke zog. Die beiden lagen im Tourbus, das heutige Konzert war bereits seit einigen Stunden vorbei und doch lagen die beiden alleine in ihrem Wohnwagen. Morgen würde das letzte Konzert vor der Pause und der damit verbundenen Gerichtsverhandlungen sein und so hatten die Bandjungs diesen letzten entspannten Abend genutzt um mit ihrem Frontmann doch noch einmal durch die Bars Hamburgs zu ziehen.
Doch gerade Charlie störte es, dass sein Vater noch nicht wieder zurück war und schnell schob Yvonne ihren Laptop zur Seite, damit Charlie sich an sie schmiegen konnte. Auf ihr liegen, war durch ihren Bauch kaum noch möglich und die Sängerin stimmte es stolz nun den 6. Monat erreicht zu haben.
Gleichzeitig hatte auch sie in dieser Nacht kaum Ruhe gefunden, in zwei Tagen war die erste Verhandlung und es machte sie nervöser als sie zugeben wollte ihren Ex erneut sehen und hören zu müssen. Da auch Charlie wohl einmal etwas sagen müsste, hatte sich Mikko bereiterklärt ihn, während er nicht dran war, zu beaufsichtigen, denn der Schwangeren lief ein kalter Schauer über den Rücken, wenn sie daran dachte, dass er auf seinen Erzeuger treffen könnte. Zwar hatte Andreas ihr versichert, dass es unter keinen Umständen dazu kommen sollte, doch das half ihr nur bedingt und so war sie bis eben die Unterlagen durchgegangen. Der Anwalt hatte ihr einen groben Plan geschickt von Fragen die er aus Erfahrung erwartete und so hatte sie versucht sich vorzubereiten.
Allerdings war nun Charlie zu ihr gekommen und so schenkte sie ihm ihre vollständige Aufmerksamkeit. Auch das tat ihr unfassbar gut und liebevoll fuhr sie durch seine Locken. „Papa kommt später, er und die anderen sind ein bisschen draußen..." Er jammerte leise und seine Mutter lachte leise. „Ich bin doch da mein Schatz und deine kleine Schwester auch, sie ist sogar wach..." „Was echt? Kannst du das spüren?" Sie lächelte und nickte sanft, bevor sie seine kleine Hand nahm. „Schau mal, da liegt sie gerade, du kannst mal drücken!" Mit großen Augen sah der Lockenkopf zu ihr und drückte dann ganz vorsichtig auf ihre gespannte Bauchdecke.
Yvonne lachte, als er wenige Sekunden später die Augen aufriss und sie staunend ansah. Er hatte genau denselben Gesichtsausdruck wie ihr blonder Finne und sie lächelte, als er sich ganz eng an den Bauch drückte. „Sie kann sich ja bewegen Mama!" Sie nickte liebevoll und gab ihm einen Kuss. „Sie wird eben immer größer und freut sich auf dich!" Er kicherte nur glücklich und schob seinen Kopf dann an ihren Hals und brabbelte leise. „Ich freu mich auch auf sie...", murmelte er schläfrig zurück.
Die Sängerin lächelte liebevoll und fuhr weiter durch seine Locken, sang leise und wartete bis er eingeschlafen war. Es tat ihr nach all den Jahren jedes Mal aufs Neue unglaublich gut ihm dabei zuzusehen und seufzend richtete sich auf. Wie bei ihrer ersten Schwangerschaft spürte sie auch dieses Mal wie ihre Beine schmerzten und sie wusste, dass sie sich etwas bewegen sollte, um Wassereinlagerungen zu verhindern.
So deckte sie ihren Erstgeborenen sorgfältig zu, bevor sie sich eine Jacke überzog und das Wohnmobil verließ. Die kühle Luft tat gut und tief sog sie diese eine, bevor sie begann ein wenig um die Busse zu laufen. Entspannt summte sie dabei leise und wie von selbst fanden ihre Hände den Platz auf ihren Bauch. Sie liebte ihre Kugel mittlerweile unglaublich und seufzend sah sie in den dunklen Nachthimmel hoch. Da die Halle und somit auch die Busse etwas außerhalb der Stadt standen, konnte sie hier sogar ein paar Sterne erblicken und lächelte. Die Gedanken an die bevorstehende Verhandlung waren für einen kleinen Augenblick verschwunden und beruhigt schloss sie für einen Moment die Augen. Die Ruhe hier war unglaublich schön und ihr Lächeln wurde noch breiter, als sie erneut einen ganz sanften Tritt spürte. Ihre kleine Maus hatte die letzten Nächte durchaus schon stärker gestrampelt, so war diese sanfte Berührung von innen fast schon angenehm und verzaubert legte die werdende Mutter eine Hand genau auf die Stelle.
„Hallo Prinzessin...", murmelte sie sanft und lächelte. „Ich freu mich schon so doll auf dich und dein Papa erst! Wir und dein großer Bruder tun alles, damit du das allerschönste Zuhause der Welt kriegst, versprochen..." Sie seufzte leise und malte gedankenverloren ein Muster auf ihren Bauch.
Was sie gar nicht mitbekam, war, dass wenige Meter weiter bereits der Vater ihres Babys stand und sie verliebt beobachtete. Er war bereits etwas früher als die anderen zurückgekehrt und das Bild, dass sich ihm hier bot, war es absolut wert gewesen. Wie seine Yvi hier stand, mit ihrem gewölbten Babybauch, mit diesem unglaublichen Lächeln auf den Lippen und mit dieser strahlenden Ausstrahlung schien es ihm, als verliebte er sich noch einmal völlig neu und sein Lächeln wurde nur noch breiter, als er das Lied erkannte, welches sie summte. Es war ‚forever yours' und sofort strich auch er sich kurz über den Schriftzug an seinem Unterarm. Schließlich war er genau das, für immer nur noch für sie und ihre gemeinsame kleine Familie bestimmt.
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Sei nicht so hart zu dir selbst
Storie breviThe Voice of Germany ist für's erste vorbei und endlich kann Yvonne Catterfeld mal abschalten und ganz die Zeit mit ihrem kleinen Sohn Charlie genießen. Die verwirrenden Gefühle gegenüber ihrem besten und wohlgemerkt auch vergebenen Freund Samu Habe...
