Kapitel 15

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Mit großen Augen sah der blonde Finne zu ihm hoch und saß direkt ein Stück aufrechter. „Was?!" Er spannte sich an und spürte, wie der Druck in seiner Brust immer größer wurde, wusste er doch genau, weshalb Yvonne diesen Entschluss gefasst hatte. „Haber! Was hast du ihr gesagt?!" Riku schien ehrlich bestürzt und die Tatsache, dass sein bester Freund mehr als nur schuldbewusst wirkte, machte ihn wirklich nervös. Seit die kleine Familie in dessen Leben gekommen war, wirkte Samu viel glücklicher, gerade nach seiner letzten Beziehung. Die beiden taten ihm wirklich gut und auch er mochte den quirligen kleinen Jungen samt seiner Mutter.

„Ich hab Mist gebaut...", murmelte sein Gegenüber schließlich kleinlaut und hätte der Gitarrist nicht strickte Anweisungen bekommen, im Bett zu bleiben, hätte er ihn jetzt ordentlich durchgeschüttelt. „Verdammt Samu! Mach endlich deine bescheuerte Klappe auf!" Unruhig knetete Samu seine Hände. Er war nervös, wäre innerlich am liebsten raus und nach Hause gerannt, doch etwas hielt ihn zurück und so stand er einfach auf und lief unruhig auf und ab. „Ich- also ich hab da was gesagt..." Er schien nicht wirklich die richtigen Worte zu finden und immer wieder fuhr er sich durch sein Haar.

„Verdammt ich habe zu ihr gesagt, dass Charlie doch nicht mein Sohn ist und alles...", brach es schließlich doch aus ihm heraus und hilflos sah der Blonde zu dem Krankenbett. "Das ist einfach aus-" „Was Haber?! Dir rausgerutscht?! Sag mal hast du einen Knall?" Der sonst so entspannte Musiker schien zu explodieren und versuchte sich zu beherrschen. „Du kannst doch verdammt nochmal nicht allen Ernstes zu der Frau die du liebst, oder es zumindest behauptest, dass du ihren Sohn nicht willst?" Der Sänger schluckte schwer und sah auf den Boden. „Aber ich liebe sie doch..." „Sieht für mich echt anders aus...", gab Riku sofort trocken zurück und schüttelte entgeistert den Kopf.

„Man Haber! Sie hat schon mal eine Beziehung aufgegeben um sich um ihr Baby zu kümmern, diesen einen Jungen, für den sie auch wieder alles aufgeben würde! Ich habe gesehen wie sie mit ihm umgeht! Ist dir bewusst, dass du deine eigene Beziehung gerade zerstörst?!" Dem Finnen traten die Tränen in die Augen und wieder suchte er nach Worten. „Aber- Ich- Das will ich doch gar nicht! Ich war einfach nur wütend...", seine Stimme schien schier zu brechen und tief atmete sein bester Freund durch. „Ich weiß Samu, aber du kannst das doch nicht an deiner schwangeren Freundin auslassen! Was machst du denn überhaupt noch hier?" Schwach zuckte er mit den Schultern.

„Ich hab Angst...", dünn halten die Worte durch den Raum und nach Fassung ringend fuhr sein Gegenüber sich durchs Haar. „Hapa, dann sag ihr das doch! Was ist daran denn so schwer! Sie kennt das alles doch und außerdem liebt sie dich, wieso wäre sie denn sonst verletzt und würde nach Hause wollen?" Samu zuckte erneut mit den Schultern, hielt diesmal allerdings mitten in seiner Bewegung inne und bekam große Augen. „Darf sie überhaupt fliegen?!" Ein kalter Schauer fuhr über seinen Rücken. Das war doch Belastung pur! Wusste sie das denn nicht?

„Solltest du das nicht wissen?", fragend und auch etwas ahnungslos kam die Gegenfrage und alarmiert schnappte er sich seine Jacke. „Was ist, wenn sie das nicht weiß? Oder wenn sie es drauf ankommen lässt? Oder hat sie das Baby schon-?" Angewurzelt blieb er stehen. So sauer er auch gewesen war, sehr wohl hatte er noch mitbekommen, wie sie ihm etwas durchs Treppenhaus nachgerufen hatte und sein Herz überschlug sich. Sie hatte gewimmert! Seinen Namen und noch etwas gerufen und dann wie abgebrochen!
Er schlug sich die Hand vors Gesicht. Sie war aus dem Bett gesprungen! Ihm hinterher! Obwohl sie Schmerzen gehabt haben musste!

„Ich muss los...", ließ er Riku noch wissen, dann war er auch schon verschwunden. Erleichtert ließ der Gitarrist sich zurückfallen und atmete tief durch. Jetzt hieß es nur noch beten, beten das Samu ja keinen Unfall bauen würde und das mit Yvonne in den Griff kriegen. Er hatte doch gesehen, mit welchen Blicken sie sich gegenseitig ansahen, welche große Liebe zwischen den beiden herrschte und wie sehr beide strahlten, wenn der jeweils andere glücklich war. Vielleicht glaubte er nicht an Schicksal und all das andere, doch er wusste, dass sein bester Freund und die Sängerin mehr als nur für einander gemacht waren, dass Samu ein Familienmensch war und die beiden, ja die drei, einfach liebte. Selten war er so überglücklich nach einem seiner Deutschland-Aufenthalte zurückgekehrt und hatte bis über beide Ohren gestrahlt. Er war in dieser neuen Rolle doch wirklich aufgegangen! Seufzend versuchte er sich zu beruhigen und erneut in eine bequemere Position zu finden, wirklich etwas machen konnte er ja nicht...

Sei nicht so hart zu dir selbstGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt