Kapitel 31

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„Ich weiß, dass es klingt komisch, aber ich bin Charlies Papa!", tief atmete er durch und nickte dann bestärkend. „Vielleicht nicht auf die Papier, aber er sagt Papa and ich bin der Papa für seine kleine Schwester! Ich kenne ihm seit er ist ein kleines Baby und seit Tag- Tag eins, ich-", er kam ins Stocken und Yvonne schluckte, spürte nur am Rande wie Riku beruhigend ihre Hand drückte und ebenfalls versuchte durchzuatmen.
Er hatte genau gehört wie Samu die letzten Tage auf Tour versucht hatte seinen Monolog zu lernen und wie sehr er sich Mühe gegeben hatte die richtigen Worte zu finden um den Richter von sich zu überzeugen. Er musste es einfach schaffen, Charlie und sein Papa gehörten zusammen. Jeder der den blonden Sänger ansatzweise kannte, wusste wie schlimm seine ersten Staffeln bei ‚the Voice' gewesen waren. Doch als in der Dritten Yvonne und ihr kleiner Sohn dazugekommen waren, war er nicht mehr wiederzuerkennen gewesen und hatte freudestrahlend von ihnen erzählt.

Rikus Gedanken unterbrachen sich. Scheinbar hatte Samu seine Stimme wieder gefunden und sprach, fester als zuvor, weiter. „Seit Tag 1 ich will einfach, dass Yvonne und Charlie safe sind, glücklich und ich will bei ihnen sein. Wir bekommen noch ein Baby, das ist ein for- für immer!" Unterbewusst fuhr er sich über den Unterarm, wohlwissend dass unter dem Stoff seines Hemdes eben diese Worte fest in seine Haut eingearbeitet waren.
„Wir sind eine richtige Family und damit sie alle sind sicher, ich will Charlie adoptieren, dass ich bin sein Papa auch auf die Papiere und kann ihn be- ähm- beschützen vor diesem Mann!" Anklagend richtete er die Hand Richtung Tom, der nur verächtlich schnaubte und Anstalten machte etwas sagen zu wollen. Doch sein eigener Anwalt hielt ihn zurück und während Andreas Samu einen stolzen und aufmunternden Blick zuwandte, holte dieser erneut Luft.
„Ich will Yvonne, unsere Prinsessa und auch Charlie vor diesem Mann schützen! Er hat Dinge über Yvonne gesagt, he threatened her, er-", wieder musste er sich kurz konzentrieren, doch bevor er überhaupt die Chance hatte an die richtige Übersetzung zu kommen, stand sein Gegner auch schon wieder auf den Beinen und grölte empört auf.

„Das ist eine Lüge! Du Penner hast doch gar keine Beweise dafür, also halt doch einfach die Fresse!" In einer Lautstärke, die bis auf den Gang zu hören war, schleuderte er ihm diese Worte aggressiv entgegen. Sofort reagierte der Richter und übertönte mit seiner Autorität augenblicklich jedes Geräusch und maßregelte die Aggressivität von Charlies Erzeuger. Andreas hingegen lächelte dabei nur in sich hinein und nickte auch seinem Mandanten weiter zu. Er und Samu wussten beide, dass mehr Wutausbrüche dieser Art ihnen in die Karten spielen würde. Tom war wirklich aufbrausend und während der Blonde nur kopfschüttelnd daran dachte, dass Yvonne wirklich mit diesem Ekelpaket zusammen gewesen war, begann sein bester Freund sich einige Reihen weiter hinten wirklich Sorgen um die Schwangere zu machen.
Nicht nur, dass sie inzwischen weiß wie eine Wand war, ihre Hände waren auch ganz kalt geworden und er rückte ein Stück näher an sie heran.

„Yvonne hey...", versuchte er ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen und nervös blickte sie zu ihm. „Du siehst nicht gut aus, das ist nicht gut hier für dich!" Sie schluckte nur und legte schützend ihre andere Hand auf ihren Bauch. „Es geht schon..." Ihre Stimme war dünn, doch sie konnte jetzt nicht einfach abbrechen. Alle hier gaben ihr Bestes um ihre Familie zu unterstützen und so musste auch sie jetzt einfach durchhalten. „Kannst du bitte einfach meine Hand halten?" Der Gitarrist nickte sofort und umschloss mit beiden Händen eine von ihren. Er hatte Samu auch ohne Gerichtstermin versprochen, wann immer er nicht da war, auf die beiden aufzupassen und so würde er alles tun, damit hier alles glatt lief.

Nachdem der Richter Tom erneut ermahnt und diesmal vor allem abgemahnt hatte, räusperte er sich und sah zu Andreas hinüber. „Es gibt zwar keine konkreten Beweise für Drohungen, aber ich habe gehört, dass es Zeugen gibt?" Andreas nickte sofort und erhob sich ebenfalls, während der blonde Sänger durchatmend wieder neben ihm Platz nahm. Sein Part war fürs erste vorbei und er spürte, wie seine Hände zitterten. Es war nicht vorbei, doch das hier war ein wirklich guter Anfang gewesen und zum ersten Mal konnte er nun endlich Yvonne anblicken und schenkte ihr ein schwaches Lächeln. Die beiden brauchten keine Worte um sich hier zu verständigen und sie nickte leicht und konnte sich ebenfalls ein zartes Lächeln abringen. Sie war unfassbar stolz auf ihn und auch wenn sie das gerade nicht zeigen konnte, wusste er wie viel hinter diesem kleinen Lächeln steckte und atmete durch.

Sei nicht so hart zu dir selbstGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt