Kapitel 4

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Meine OP war auf den darauffolgenden Tag angesetzt und zu sagen, ich war nervös, war eine Untertreibung. Wie auch immer ich es geschafft hatte, bis zu dem jetzigen Zeitpunkt war ich immer um so etwas rumgekommen und hatte es irgendwie geschafft einen anderen Weg zu finden. Dr. Hampson machte meinen Rekord kaputt.
Chrissy hatte versprochen, die ganze Zeit auf mich zu warten und da zu sein, wenn ich wieder auf mein Zimmer kam. Meine Eltern konnten beide nicht, irgendwelche Notfälle auf der Arbeit. Ein wenig nahm ich ihnen das übel, aber ändern konnte ich es dadurch auch nicht. Dafür hatte man ja seine beste Freundin.
Drei Schwestern machten mich fertig, steckten mir Nadeln in die Arme, die ich am liebsten wieder rausgezogen hätte und stülpten mir eine Haube über die Haare. Wie solche Duschkappen, die kaum einer benutze. An den Schlauch, der in meinem Arm stecke wurde ein Beutel mit einer trüben Flüssigkeit gehängt. Vermutlich das Betäubungsmittel. Meine Vermutung bestätigte sich, als alles um mich herum in einander verschwamm. Der eigentlich weise Raum wurde eins mit dem grauen Fernseher und die Gesichter der, noch immer wie Bienen um mich herum schwirrenden Krankenschwestern verzerrten sich. Wenn ich nicht schon halb abwesend gewesen wäre, hätte ich davon vermutlich Albträume bekommen. Und dann war alles weg.

Als ich aufwachte musste ich ein paar Mal blinzeln damit ich mich an das blendende Licht das auf mich herunter strahlte gewöhnen konnte. Das erste was ich bemerkte war, dass ich meinen Knöchel nicht spüren konnte. Es war ziemlich taub und aus irgendeinem Grund musste ich darüber lachen. Erst als ich ein Kichern neben mir hörte, bemerkte ich, dass ich nicht alleine im Raum war. Chrissy saß neben mir und grinste vor sich hin. „Chriiiiiissyyyy", ich war eindeutig noch nicht ganz wieder bei Sinnen, aber aus irgendwelchen Grünen fand ich gerade Chrissy orange Haare so interessant, dass ich sie zwang, ihre Haare aus dem Dutt zu befreien und sie über ihre Schultern fallen zu lassen. Ich griff danach und sie hielt still, während ich es immer wieder zwischen meinen Fingern hindurch gleiten ließ. „Dir geht's anscheinend ziemlich gut", Chrissy konnte es echt nicht lassen zu grinsen, aber im Moment war mir das egal. „Mein Fuß fühlt sich lustig an", war meine Antwort. Ich konnte nicht wirklich kontrollieren, was da aus meinem Mund kam. „Jack ist draußen. Er wollte sicher gehen, dass es in Ordnung für dich ist ihn jetzt hier zu haben. Soll ich ihn reinholen?" Sie sprach, als säße ein Kleinkind vor ihr. Ich nickte energisch, gab aber ein unerfreutes Stöhnen von mir, als sie aufstand und damit ihre Haare aus meiner Reichweite waren. Sie öffnete die Tür und Jack kam rein. Als ich ihn sah, brach mein Gesicht in ein breites Grinsen aus und ich streckte meine Arme nach ihm aus. „Jackyy" Er lachte als er auf mich zu kam. „Wie geht's dir?" „Super. Aber ich will eine Umaaaarmung" Immer noch lachend ging er auf meine Vorderung ein und umarmte mich. Als er wieder zurück gehen wollte, verstärkte ich meine Griff um ihn und flüsterte, was vermutlich lauter als geplant war, zu Chrissy: "Psht, Chrissy! Schließ die Tür ab. Wir haben ein wildes Jack Barakat gefangen" Fast fiel sie darauf hin von ihrem Stuhl vor Lachen.
Ein paar Stunden später hatte das Betäubungsmittel an Wirkung verloren und ich konnte wieder klar denken. Und ich musste gar nicht erwähnen, wie peinlich mir die vergangenen Stunden waren. Gefüllt mit sinnfreien Gerede und Gelächter seitens Jack und Chrissy. Wobei ich auch alles lustig fand. Wirklich, alles. Zwischendurch waren auch Krankenschwestern reingekommen um nachzusehen, wie es mir ging. Und selbst die konnten sich das ein oder andere Lachen nicht verkneifen. Aber jetzt war ich einfach nur müde und wollte nur noch schlafen. Jack verabschiedete sich damit, dass er mal nach Alex sehen sollte. Anscheinend hatte er während ich im OP war die ganze Zeit mit Chrissy gesprochen. Angeblich wollte er nur kurz vorbei sehen, war dann aber irgendwie stecken geblieben. Aber anders als erwartete ging Chrissy nicht sofort in den Fanmodus sondern war die gute Freundin, die sie nun mal war, auch wenn ich wusste, dass sie darauf brannte mir alles zu erzählen. Und ich würde sie danach fragen. Gleich nachdem ich ein bisschen geschlafen hatte.
Ich wusste nicht wie lange ich geschlafen hatte, aber als ich aufwachte war Chrissy immer noch da und hielt meinen DS in der Hand. Vermutlich war sie dabei Mario Bros zu spielen.
Der Rest des Tages verging wie im Flug. Krankenschwestern kamen und gingen, Dr. Hampson schaute einmal vorbei und sagte, alles sei gut gegangen und ich könne morgen wieder nach Hause. Darüber war ich mehr als froh. Meine Abneigung gegenüber Krankenhäusern hatte keinesfalls abgenommen und wenn es nach mir ginge, wäre ich schon lange hier raus, leider hatte ich da kein Mitspracherecht. Jack, der irgendwann doch noch einmal rein schaute, hatte das alles aber um Einiges erträglicher gemacht, als er erzählt hatte, dass, sobald ich morgen wieder „ein freier, unabhängiger Mensch"- Zitat- war, konnten wir Alex besuchen. Und das war etwas wovor sowohl Chrissy als auch ich unglaublich aufgeregt waren. Trotzdem konnte ich es nicht erwarten und wollte eigentlich nur, dass dieser Tag vorbei ging. Jetzt noch mehr als vorher. Damit ich nicht komplett wie ein Idiot da stehen würde, weihte Chrissy mich ein wenig in die Band ein. Schon mal gut zu wissen, dass es vier Leute waren. Das hätte peinlich werden können. Ich versuchte mir die wichtigsten Sachen zu merken, wie wer hieß, was Chrissy mir - Gott sei Dank- an Bildern verdeutlichte. Auch ihre Musik zeigte sie mir und um ehrlich zu sein, bereute ich es leicht, nicht schon vorher auf sie gehört zu haben und mir eher Lieder von ihnen angehört zu haben. Obwohl ich als großer Fan vermutlich anders auf das Treffen mit Jack im Flur reagiert hätte. Besser oder schlechter konnte ich nicht sagen, auf jeden Fall anders. Als Besucherzeit vorbei war, musste Chrissy gehen und ließ mich alleine zurück. Also blieb mir nichts anderes als der Tätigkeit nachzugehen, die ich schon den größten Teil des Tages machte: Schlafen.

Ich weiß nicht, ob ich es schonmal gesagt habe, aber ich update jeden Mittwoch :)
Kommentiert doch bitte wie ihr es findet :') Danke, für's Lesen

Long Live The Reckless And The Brave (Alex Gaskarth FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt