Kapitel 28

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Die nächsten Tage vergingen alle sehr ähnlich. Alex blieb fast nur im Haus, Jack war von seinem besten Freund zu seinem persönlichen Diener umfunktioniert worden und Chrissy hatte sich vorgenommen, diese Seite von Jack ab und zu ausnutzen zu wollen, was ihr einen kleinen Stoßer und ein Schmollen von Jack eingebracht hatte. Sofie schien immer noch nicht verstanden zu haben, dass wir sie nicht wirklich in unsere Gruppe haben wollten, so gemein es auch war. Aber vor allem seit dem Zwischenfall in der Küche versuchte ich mich von ihr fern zu halten.

Alex wollte endlich wieder aus dem Haus raus und weil ich noch ein paar schulische Sachen erledigen musste, hatten wir vereinbart und an der Eisdiele Jacks Straße runter zu treffen und einfach ein bisschen zu reden und Eis zu essen. Der perfekte Plan, wenn man mich fragt. Ich suchte mir die Sachen aus meinen Schrank und sah mich in meinem Ganzkörper Spiegel an. Von meinen Schultern hing eine weiß, schwarze Jacke und eine schwarze skinny Jenas umgab meine Beine, meine braunen Haare hatte ich gelockt und unter einer roten Mütze versteckt. Für ein einfaches Eis essen fand ich es in Ordnung. Meine Mutter sah mich mit einer hochgezogenen Augenbraue an. „Wohin geht's?" Ich sprang die letzten paar Stufen hinunter und griff meine ausgelaufenen Vans. „Ich treffe mich mit Alex" sie war immer noch der festen Überzeugung, dass Alex das typische Bandmitglied ist und mich nur ausnutzen würde und dass sie natürlich Recht hat damit, dass er mich bald verlassen wird und ich alleine und elendig vor dem Fernseher mit einem Löffel und Eiscreme landen werden.

Was natürlich ihren jetzigen Gesichtsausdruck erklärte. Sie seufzte dramatisch und ich wusste genau was sie von mir wollte. Das war typisch, sie sagte nie, was sie wollte, sie gab versteckte Hinweisen und wartete, bis man es von selbst tat. Allerdings hatte ich es in diesem Fall jetzt mal nicht vor und gab einfach vor, dass ich keine Ahnung davon hatte, was sie von mir wollte. Stattdessen nahm ich mir meine Winterjacke und warf sie schnell über. „Sorry, ich muss jetzt echt los" Ich schenkte ihr nur noch ein hastiges Lächeln bevor ich aus der Tür raus war. Eigentlich hatte ich noch relativ viel Zeit, aber in letzter Zeit war ich viel zu oft, viel zu schnell von meiner Mutter genervt und versuchte mich so viel wie möglich von ihr fernzuhalten. Es war gemein und auch komisch, aber vor allem die Sache mit Alex stand momentan zwischen uns und das konnte ich nicht ... ich konnte es nicht verstehen, warum sie mir nicht einfach das Glück ließ.

Wie immer fuhr ich mit meinem Longboard und ich seufzte erleichtert. Ich war viel zu lange nicht mehr draußen gewesen. Eigentlich war es viel zu kalt für das Board, aber ich konnte es mir nicht verkneifen. Es war vielleicht der letzte Tag an dem die Sonne noch schien und das wollte ich ausnutzen. Der kalte Wind strich mir durch die Haare und ich zog meine Mütze etwas tiefer über meine Ohren und stopfte meinen Schal noch etwas in meine Jacke. Okay, vielleicht doch nicht die beste Idee im November Eis essen zu gehen. Leider ist uns das irgendwie zu spät eingefallen.

Trotzdem brachte ich den Weg hinter mich und klemmte mir das Board unter meinen Arm. Die Glastüren öffneten sich und ich trat in die Eisdiele. Obwohl es eine Eisdiele war, war es drinnen wärmer als draußen und ich öffnete meine Jacke. Weil ich zu früh losgefahren war, war ich jetzt auch vor Alex da, suchte uns aber schon mal einen Platz. Es waren nur wenig Menschen da, obwohl der kleine Laden schön und bequem eingerichtet war. Auf den Holzstühlen lagen kleine Kissen, die aussahen, als wären sie von Hand gemacht. Auf der Tekte stand ein rosa farbenes "Willkommen"-Schild, das einen schönen Konotrast zu dem ansonsten grünen Rest bildete. Es stand sogar eine abgenutze braune Couch, auf der nun ein altes Ehepaar saß, das sich einen Becher Eis teilte. Durch die Lautsprecher an der Decke drang leise Jazz Musik und ich wippte langsam mein Bein im Takt. Minute um Minute verging und nie öffnete sich die Tür und Alex kam herein. Ich fing an nervös zu werden, als er auch 25 Minuten nach unserer vereinbarten Zeit nicht gekommen war. Ich strich mir die Haare hinter die Ohren und zog mein Samsung Handy aus meiner Hosentasche. Er hatte mir nicht geschrieben, also müsste er eigentlich kommen. Vermutlich reagierte ich über, aber er lief immer noch auf Krücken und ich wusste nicht, ob Jack ihn hinbringen konnte oder ob er laufen musste. Natürlich hoffe ich auf erstes, aber wie ich nun mal war, hatte ich vergessen vorher nachzufragen. Sonst hätten wir ja auch zusammen hier hin gehen können. Weitere zehn Minuten vergingen ohne, dass er auftauchte und ich bekam auch keine Nachricht. Ich beschloss ihm eine SMS zu schreiben und hoffte darauf, dass er möglich bald antworten würde. Besorgt schaute ich alle paar Sekunden auf das Display und war schon kurz davor Jack anzurufen, als mir eine Nachricht von Alex angezeigt wurde. Blitzschnell klickte ich auf die Anzeige und ein kurzer Text erschien. „Sorry, ich schaff's nicht" Ich sperrte mein Handy und legte es auf den Tisch. Es war nicht der Fakt, dass er es nicht schaffte, der mich wütend machte, es war die Tatsache, dass er es nicht für nötig hielt, mir Bescheid zu sagen, während ich krank vor Sorge auf ihn wartete. Ein genervter Atemzug entfuhr mir und ich stand aprubt auf. Vermutlich war es schon wieder über reagiert, aber ich hatte die letzte Stunde damit verbracht, mir jegliches, schreckliches Szenario vorzustellen, das Alex hätte zustoßen können und das alles nur, weil er vergessen hatte auf sein Handy zu schauen und mir die vier, kurzen Wörter zu schreiben.
Meine Schritte waren schneller und härter, als ich die Eisdiele genervt verließ.


Ich weiß, es ist mal wieder nicht so gut, ich hatte nur so viel zu tun. Ich hoffe aber trotzdem dass es euch gefällt und bitte vergesst nicht zu kommentieren :)

Long Live The Reckless And The Brave (Alex Gaskarth FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt