Ein paar Tage später ging ich zusammen mit Chrissy mal wieder in die Richtung des Krankenhauses. Ein paar Mädchen verfolgten uns schon seit mehreren Straßen und ich war kurz davor einfach zu ihnen hinzugehen und sie zu fragen, ob sie mit uns sprechen wollten, oder ob sie uns einfach in Ruhe lassen könnten. Aber es waren nur noch wenige Meter bis wir unser Ziel erreichen würden, also versuchte ich mich zu beherrschen und sie einfach zu ignorieren. Wir waren kurz vor der automatischen Tür, als ich ein fast schon höhnisches Lachen hinter uns hörte. Ich drehte mich um und, Überraschung, fand die zwei Mädchen auf der anderen Seite der Straße. „Kann ich euch helfen?", rief Chrissy, die Arme über ihre Brust verschränkt; offensichtlich ebenfalls gestört von ihrem Verhalten. „Um ehrlich zu sein, ja" Ich hob eine Augenbraue, als sie die Straße überquerten und näher zu uns kamen. „Könnt ihr euch bitte endlich von den Jungs fernhalten?" Es gab so viele nette Fans, warum trafen wir immer auf die unglaublich unhöfflichen. Wie viel Pech konnte man den haben. Ich rollte nur mit den Augen und drehte mich wieder zum Eingang des Krankenhauses. Hinein durften sie uns sowieso nicht folgen. Chrissy schien den gleichen Plan zu haben, denn sie hatte schon den halben Weg zur Tür hinter sich gelegt. „Ihr lenkt 'Lex nur davon ab, wieder richtig gesund zu werden. Währet ihr nicht hier, wäre er schon lange wieder auf der Bühne" So wie sie über ihn sprach, klang es, als wären sie die besten Freunde und ich konnte mir das Lachen nur schwer verkneifen. Das war schon fast lächerlich. Leider wusste ich nicht, wie viel die Fans über den Unfall wussten und konnte leider nicht mit den medizinischen Kenntnissen, die ich eigentlich nur von den Ärzten überhört hatte, angeben. Trotzdem ignorierten wir sie weiterhin und schafften es endlich durch den Eingang. Zum Glück hatten die Mädchen wenigstens so viel Verstand um zu wissen, dass sie nicht weiter kommen würden.„Unmöglich", murmelte Chrissy. Ich nickte nur. Oben angekommen, rannte uns ein aufgeregter Jack entgegen. Ich wich ihm aus und dachte er würde an uns vorbei laufen, aber er griff Chrissy an der Hüfte, hob sie hoch und warf sie sich über die Schulter, bevor er einfach weiter lief. Ich hatte schon vor langer Zeit aufgehört diesen Jungen zu hinterfragen. Also winkte ich nur hinterher und machte mich alleine weiter auf den Weg. Als ich die Tür aufmachte, sah ich als erstes den Rücken von Dr. Williams. Ein Barren war in dem Zimmer aufgestellte und auf dem Boden standen kleine Hindernisse, höchstens fünf Zentimeter hoch. Alex hatte seine Hände auf die Barrenstangen gelegt und verteilte sein ganzes Gewicht darauf. Und dann musste er versuchen über die kleinen Hindernisse zu steigen. Als er mich sah lächelte er mich an, viel zu konzentriert darauf, das kleine Holzstück zu seinen Füßen nicht umzuwerfen. Dr. Williams nickte mir als Begrüßung zu und ich setzte mich auf Alex' Bett. Er kam eigentlich ziemlich gut über die Balken hinweg. Hier und da viel mal einer um, und jedes Mal frustrierte es Alex sichtlich, aber ansonsten schaffte er das ziemlich gut. Zumindest dachte ich das. Alex schien von mal zu mal frustrierter zu werden und als er den Fuß wieder nicht hoch genug hob und das Stück Holz umwarf. Er stöhnte genervt und warf die Hände wütend in die Luft. Keine gute Idee. Sobald seine Hände den Barren verließen, gaben seine Beine nach und er fiel zu Boden. Noch bevor Dr. Williams reagiert hatte, war ich an seiner Seite. Er grummelte ein leises ‚Super' und lehnte sich mit dem Rücken an die Wand. „Das wird doch eh nichts" „Hey, Alex" Ich nahm seine Hand. „So was braucht Zeit. Das kannst du nicht von jetzt auf gleich erzwingen. Du kannst das schaffen. Sich darüber aufregen bringt dich auch nicht weiter. Komm, wir machen das zusammen" Ich half ihm zusammen mit Dr. Williams auf und er stellte sich wieder an die Stangen. Ich legte meine Hand über seine und es erinnerte mich an die Sonnenfinsternis. Ein Lächeln schlich sich auf meine Lippen, als ich daran zurück dachte. „Okay, wir probieren es erstmal mit vier Hindernissen. Zwei mal jeder Fuß", sagte ich und sah Dr. Williams zur Zustimmung an. Er nickte und ich wies Alex an vorsichtig und langsam den Fuß über das Teil zu heben. Er machte es, wie ich es ihm gesagt hatte und kam problemlos drüber hinweg. „Ich sag doch, du kannst das" Wir machten weiter und jedes Mal, wenn er es schaffte, wuchs das Lächeln auf seinem Gesicht. Die vorgesehenen vier machten wir innerhalb weniger Minuten. Voller Übermut wollte Alex noch mehr machen und wir brachten noch ein paar hinter uns. Dr. Williams beendete es dann. Man sollte doch immer mit einem guten Ergebnis aufhören. Genau so wie mit der Hundeerziehung, erst aufhören, wenn der Hund es einigermaßen richtig gemacht hat, damit er nicht in den Kopf bekam, er könne machen was er wolle. In Alex' Fall diente er allerdings nur der Motivation. Und es funktionierte, denn von der eben noch vorhandenen Frustration war nichts mehr zu sehen, als er sich wieder auf sein Bett legte. Er bedankte sich noch dafür, dass ich ihm geholfen hatte und ich konnte nicht anders als zu grinsen. Es freute mich, wenn er glücklich war und jedes Mal wenn er lächelte, bekam ich dieses klischeehafte warme Gefühl in meinem Bauch. Es war schwer zu beschreiben, aber ich mochte es mehr in seiner Nähe zu sein, als von irgendjemand anderen und ich wusste genau was das hieß. Ich verliebte mich langsam.Ich schüttelte den Gedanken ab, als ich merkte wie Alex mich ansah. „Alles okay?" Ich nickte und grinste ihn zum Beweis an. „Was hat Jack eigentlich vor?", fragte ich einige Zeit später, während Alex immer wieder zwischen den drei Krankenhaussendern wechselte. „Du meinst mit Chrissy?"Ich nickte.„Er will sie was fragen" „Und das kann er nicht hier machen?"„Nein, die Frage, kann er nicht hier stellen"Ich sah ihn ein wenig an, bevor ich verstand was er meinte. Die Frage.
Nächste Woche oder spätestens die danach passiert dann auch mal was :')
Ich hoffe es gefällt euch und sagt mir doch bitte in den Kommentaren, wie ihr es findet:)
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Long Live The Reckless And The Brave (Alex Gaskarth FF)
FanfictionNach einem Unfall im Tanzstudio muss Leila ins Krankenhaus. Dort trifft sie Jack Barakat, der Gitarrist von All Time Low; die Lieblingsband Leilas bester Freundin, Chrissy. Alex Gaskarth war in einen Autounfall verwickelt. Nachdem Leila und Chrissy...