Kapitel 20

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Erwartungsvoll sah ich die Jungs an, wartend auf die Antwort. Sie schienen mir keine geben zu wollen also blieb ich still und hoffte auf eine von Sofie. Aber sie starrte die Jungs einfach genau so an, wie sie es mit ihr getan hatte. Diese Situation ging mir langsam auf die Nerven. "Komm schon Alex. Du kannst doch nicht ernsthaft noch daran festhalten?"
Wie vom Blitz getroffen sprang Alex von seinem Stuhl auf und zeigte auf sie. "Du hast alles zerstört was ich hatte"
"Du hast es doch noch. Und natürlich verstehe ich, dass ich einen Fehler gemacht habe aber-"
"Nein. Du verstehst gar nichts"
Ich hatte Alex noch nie so aufgebracht gesehen. Meistens war er ruhig und in der Zeit, die er nicht mit Medikamenten vollgepumpt war, war er ein lustiger, freundlicher Mensch. Aber jetzt, wo er wütend war, war er ziemlich einschüchtern.
Sofie war davon wenig beeindruckt, denn sie verschränkte einfach nur die Arme und sah ihn an. "Ich kann nicht mehr tun, als mich zu entschuldigen" Aus Jacks Richtung hörte ich ein leises "verschwinden" und grinste schief.
"Und das habe ich schon getan also kann ich euch nur noch mal bitten mir endlich zu verzeihen" Weder Jack noch Alex sahen sonderlich angetan von der Idee aus, also beschloss ich endlich mal was zu tun. Ich schlich mich von hinten an Alex an - ich war nicht mal wirklich leise, er war nur zu sehr damit beschäftigt das Mädchen in Grund und Boden zu starren- und legte beide meine Hände auf seine Schultern. Sofort fühlte ich, wie er sich entspannte und seine Schultern hängen ließ. "Gut, ich verzeih dir. Und jetzt geh" Zumindest hatte ich ihn dazu gebracht, seinen Groll gegen sie fallen zu lassen. Wenn er sie aber nicht
hier haben wollte, konnte ich dagegen auch nichts machen. Immerhin war es sein Zimmer.
Sie seufzte :"Lass uns doch bitte ein wenig reden" Da ich die Idee relativ gut fand setzte ich Alex hin, der sich nur gering wehrte.
Zu sagen das Gespräch war eigenartig wäre eine Unterschätzung. Auf jede Frage gab es nur eine kurze Antwort und darauf folgte lange, unangenehme Stille. Irgendwann verabschiedete sie sich. Alex und Jack winkten nur halbherzig, während ich mit ihr rausging. Ein wenig nett musste ich ja sein. Als wir draußen vor der Tür standen, erwartete ich, dass sie einfach weggehen würde, aber sie blieb stehen und sah mich an. Von ihrem Blick verunsichert fing ich einfach an zu reden. "Ich muss mich für die beiden entschuldigen", sagte ich und nickte in Richtung der geschlossenen Tür.
"Sie haben schon recht. Was ich gemacht habe war nicht richtig"
Ich nickte nur. Dann lächelte sie noch einmal und verschwand. In mir machte sich Erleichterung breit, als sie um die Ecke ging und außer Sicht war. Seufzend ging ich zurück in den Raum. Alles schien sich beruhigt zu haben. Jack hatte angefangen gegen Chrissy Armdrücken zu spielen- way für ein Pärchen- und Alex stöberte durch meine Tasche. Ich zog eine Augenbraue hoch als ich zu ihn rüber ging. Kurz bevor ich vor ihm stehen blieb räusperte ich mich. Als würde er mich gar nicht bemerken, wühlte er einfach weiter durch meine Sachen. "Was ist das?", fragte er und zog einen länglichen Gegenstand aus dem Chaos. Ich rollte mit den Augen und schnappte ihm beiden weg. "Das nennt man Lippenstift, du Idiot" Er sah zu mir hoch, seine Augen so rund und dunkel braun, fast erinnerten sie mich an die meines alten Hundes. Seine Lippen waren leicht geöffnet und er sah mich an, wie ein kleines Kind, dem das Lieblingsspielzeug weggenommen war. Er machte Greifhände zu meiner Tasche und ich konnte nicht Nein sagen, also gab ich nach und reichte sie ihm. Sobald er sie wieder in den Händen hielt, brach ein böses Lächeln auf seinen Lippen aus. Sofort war mir klar, was er getan hatte. Immer noch grinsend sagte er: "Die Taktik merke ich mir" "Idiot" ich griff nach meiner Tasche aber er hielt sie zur anderen Seite des Bettes raus. Ich lehnte mich über ihn aber es fehlten noch ein paar wenige Zentimeter. Für einen Moment dachte ich nach. Um das Bett rum laufen wäre sinnlos; er würde sie Tasche einfach in die andere Hand nehmen. Ich setzte mich auf meine Kniee direkt neben ihn, aber es fehlten noch immer ein paar Millimeter um sie fest zu greifen. Mir blieb nichts anderes übrig, als mich auf ihn drauf zu setzten. Ein Bein auf jeder Seite von ihm. Er lachte und versuchte mich trotzdem von meinem Ziel fern zu halten. Und leider schaffte er es auch. Sowieso fand er das Viel zu lustig. Irgendwie musste ich gewinnen. Zwar war es gemein, aber ich hatte keine andere Wahl. Meine Hände fanden seine Hüfte und ich fing an ihn zu kitzeln. Sein eben noch höhnisches Lachen veränderte sich in ein Luftschnappen. Er ließ die Tasche fallen und versuchte meine Hände wegzuschlagen. Theoretisch hätte ich hier aufhören können, aber ich wollte ihn noch ein wenig ärgern. "Ich geb auf! Geh weg" Brachte er zwischen den Luftpausen raus. "Ich kapituliere! Lass mich los" ich lachte und hörte endlich auf meine Finger an seinen Seiten zu bewegen, blieb aber trotzdem noch auf ihm sitzen. Ein breites Lächeln war auf beiden unser Gesichtern. Erst dann kletterte ich von ihm runter, nahm meine Tasche und machte eine siegreiche Verbeugung.

Es ist kurz und nur ein Füller. Ich war leider den ganzen Tag weg und hatte kaum zeit. Ich hoffe ihr mögt es trotzdem :)
Wie immer freue ich mich wenn ihr mir sagt, wie ihr es findet

Long Live The Reckless And The Brave (Alex Gaskarth FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt