Kapitel 23

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Die Fans hatten irgendwie meinen Twitterakkound ausfindig machen können. Innerhalb einer Nacht schossen meine Followerzalen in die Höhe, wie ich es noch nie gesehen hatte. Meine Notifikations scrollten so schnell runter, dass ich nichts erkennen konnte. Vollkommen überwältigt schloss ich Twitter kurz bevor ich in Alex' Raum trat. Als ich ihn sah, auf dem Bett sitzend und mich mit großen, unschuldigen Augen ansehend, wusste ich , dass er irgendetwas getan hatte. „Was ist passiert?", Ich legte meine Tasche auf die Couch und sah ihn an. „Ich habe eventuell aus Versehen einen Link zu deinen Twitterakkound getweetet" Das erklärte dann auch die vielen Nachrichten. Aber ich zuckte nur mit den Schultern, um ihm zu sagen, dass es mir egal war und er schien sich mit der Erkenntnis ich war nicht sauer, zu entspannen.

Ich setzte mich neben ihn und wir schauten wieder ‚White Collar', natürlich auch wieder in der selben Position wie letztes Mal: ich in seine Seite gekuschelt, mein Kopf auf seiner Schulter und seine Arme um meinen Rücken gelegt. Besser hätte es nicht sein können.

Mitten in der Folge sah ich zu ihm hoch. Seine Augen waren auf den Display fixiert, bis er spürte, wie ich ihn anstarrte. Er sah zu mir runter und ein kleines Lächeln brachte die Winkel meines Mundes zum Zucken, als ich in seine tiefbraunen Augen sah. Eine Weile sahen wir uns nur an, bis ich merkte, dass er sich langsam vorlehnte, als wolle er sicher gehen, dass ich nicht zurück zog, was ich nicht mal im Geringsten beabsichtigte. Es waren nur noch wenige Millimeter die unsere Lippen trennten und ich fühlte wie sich meine Augen schlossen. Kurz bevor sich unsere Lippen berührten, vibrierte sein Handy und ich fuhr erschrocken zurück. Wie klischeehaft.

Alex fluchte und griff nach seinem Telefon. Als er sah, wer ihn anrief, stöhnte er und drehte es um. Ich zog eine Augenbraue hoch, insgeheim froh, dass es nicht plötzlich unangenehm zwischen uns war. „Sofie", grummelte er und wow, die Stimmung hätte nicht besser zerstört werden können. Ich löste mich von ihm und lehnte mich auf meine Unterarme. „Was ist eigentlich zwischen euch vorgefallen?", fragte ich, komplett ignorierend was eben beinahe geschehen wäre. Wieder stöhnte er und schlug die Hände vor sein Gesicht. Dann endlich fing er an zu erzählen. „Meine und ihre Familie waren schon bevor wir geboren waren befreundet. Natürlich haben wir unsere ganze Kindheit zusammen verbracht, aber in der achten Klasse ging es dann irgendwie auseinander. Sie fing an mehr mit ihren Freundinnen zu machen und ich lernte Jack, Rian und dann Zack kennen. Jahre später, als All Time Low anfing größer zu werden, meldete sie sich wieder bei mir. Wir trafen uns und fingen wieder an Gefallen an einander zu haben. Kurz darauf kamen wir dann fest zusammen. Jack, Rian und Zack waren nicht so begeistert von ihr, freuten sich aber trotzdem für mich. Für eine Weile lief alles wirklich gut, aber dann fing es an Sofie zu nerven, dass die Band so viel Zeit in Anspruch nahm und ich relativ wenig zu Hause war und wenn ich es war, habe ich immer darüber geredet. Es war dann als es darum ging ob wir mit Green Day touren durften oder nicht. Natürlich war das alles worüber ich sprach, aber ihr gefiel das nicht so. Also schickte sie allen aus meiner Band, wenn ich mich mit ihnen treffen wollte, von meinem Handy eine SMS, die sagte, ich könne nicht oder wolle nicht. Da ich das zu der Zeit ja nicht wusste, dachte ich sie hätte n mich jedes Mal versetzt, wenn sie nicht kamen und ich da alleine wartete. Irgendwann versuchten wir gar nicht mehr uns zu treffen, weil wir dachten, der jeweils andere hatte ohnehin kein Interesse daran. Bei einer Bandprobe brach dann ein riesiger Streit aus,bei dem sich dann allerdings alles klärte. Ich trennte mich von Sofie, sie ging zurück zu ihren Eltern und bis neulich hatten wir nichts mehr von ihr gehört" Als Alex fertig gesprochen hatte, lag meine Kinnlade auf dem Boden. Jetzt konnte ich zumindest den Hass den die Band gegen sie verspürte, verstehen. „Und deshalb ignoriere ich sie jetzt" In fast jeder Situation hätte ich gesagt, es sei kindisch, aber nun würde ich vermutlich das selbe tun. „Vielleicht solltet ihr, ihr aber doch noch mal eine Chance geben" Ich wollte es nicht sagen, es sträubte sich ihn mir davor, das zu sagen, aber ich fand es war das Richtige. Alex sagte nichts, schüttelte aber kaum merklich den Kopf.

„Aber darüber wollen wir jetzt nicht mehr reden" Ein Grinsen schlich sich auf meine Lippen und ich war verwirrt. Im nächsten Moment hatte Alex beide Hände an den Seiten meines Gesichts und presste seine Lippen auf meine. Kein Zögern wie eben, nichts auch nur in der Weise. Aber ich konnte doch spüren, wie sehr sein Herz schlug, wie aufgeregt er war und nervös, dass ich das nicht wollte. Aber ich wollte es. Ich schlag meine Arme um seinen Nacken und erwiderte den Kuss. Es war nicht hektisch oder wild, es war einfach schön und alles was ich für ihn fühlte, das sich über die letzten Wochen aufgestaucht hatte, gab ich in diesem Kuss wieder. Seine Hände wanderten von meinem Gesicht zu meiner Hüfte und er zog mich auf ihn drauf, immer noch liegend. Nie trennten sich unsere Lippen. Erst als meine Lungen nach Luft schrien, zog ich zurück. Keiner sagte etwas, wir sahen uns einfach nur an, bis Alex anfing leise zu lachen. „Du hast echt keine Ahnung, was für Angst ich davor hatte" Ich grinste und stupste seine Nase an. „Biep" Damit brachte ich ihn so sehr zum Lachen, dass er mich fast von sich runter stieß. „Dann sei mal froh, dass ich dich mag", antwortete ich und grinste, während er sich noch beruhigte. „Ich mag dich auch" Endlich sah er mich mal wieder an, ein Lächeln auf seinen Lippen. „Und ich hätte da noch eine Frage" Wieder schien er nervös und unsicher und ich musste es unterdrücken eine Augenbraue hochzuziehen. Es war immer so sarkastisch und aufziehend und diesmal schien es doch irgendetwas Wichtiges zu sein. Er spielte mit dem Bündchen seines Pullovers und ich musste grinsen, er sah einfach so niedlich aus. „Ich wollte mal fragen, ob du eventuell meine Freundin sein willst?" Der letzte Teil war so schnell gesprochen, dass ich ihn kaum verstand, aber ich hatte es doch hören können. Ein so breites Lächeln brach auf meinem Gesicht aus, dass ich das Gefühl hatte, weiter würde es nicht gehen. „Natürlich" Ich fiel ihm um den Hals.



Es würde mich bei diesem Kapitel echt über Kommentare und Meinungen freuen. Ich hoffe es hat euch gefallen :D


Long Live The Reckless And The Brave (Alex Gaskarth FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt