Der 21.3 kam schneller als ich schauen konnte. Ich habe mir einen neuen Song ausgewählt, dem X Factor Team zugeschickt und eine Erlaubnis bekommen, ihn zu singen. Wir kommen früh am Stadion an, zwei Stunden vor dem eigentlichen Beginn. Die Bühnenbauer bauen die Bühne auf, machen Backstage alles fertig und schauen, ob alles beleuchtet ist.
Ich laufe herum, meine Gitarre hängt über meine Schulter. Als ich gerade um die Ecke laufen möchte, sehe ich jemanden, der sich mit jemanden unterhält. Braune Haare, kleine schmale Statur. Was macht er hier?
Sofort verstecke ich mich hinter der Wand und atme tief durch. Das darf nicht wahr sein. Er darf nicht hier sein. Noch einmal lucke ich um die Ecke und sehe ihn erneut.
Ich trete näher heran und höre ihn reden.
Es ist seine Stimme. Er ist es wirklich.
Ich zähle bis drei und laufe dann vorbei. Bemerke seinen Blick auf mir. Meine Beine tragen mich weiter, bis ich in dem Übungsraum bin. Hier ist noch niemand, was mir zum Guten kommt. Ich setze mich auf die Bank, hole meine Gitarre aus dem Koffer und lege diese neben mich.
Ich habe Louis nach zwei Jahren wieder gesehen. Mit zittrigen Fingern hole ich das Plektrum und lege meine Gitarre auf meinen Schoß und fange an, meinen Song zu spielen, den ich nachher singen möchte.
* * *
Der Übungsraum füllt sich von Minute zu Minute mehr, sodass ich kurzerhand alles wieder ein packe und nach draußen laufe. Heute ist niemand dabei von meiner Familie.
Aus dem Pausenraum nehme ich mir etwas zu trinken und setze mich auf die Couch. Ich bin erst spät dran, da meine Audition früh war.
Ich nehme mein Handy und rufe meinen Freund an.
"Hey", werde ich begrüßt.
"Hey Schatz", gebe ich zurück.
"Was ist los? Du bist doch gerade beim Casting oder?"
"Ja, ja das bin ich. Es ist auch toll..."
"Aber?"
"Louis ist hier", sage ich schnell.
"Wie er ist hier? Was macht er da?"
"Ich weiß es nicht, er hat sich mit jemanden unterhalten."
"Er soll ja die Finger von dir lassen."
"Ich werde ihm nicht zu nahe kommen, ich möchte ihn einfach vergessen."
"Okay, wenn etwas ist, Ruf mich an. Ich, ich liebe dich Harry."
"Ich liebe dich auch Guili."
"Viel Glück mein kleiner Star."
"Danke Schatz, ich werde es brauchen."
"Gib mir Bescheid, wie es war."
"Mach ich sofort danach. Ich muss jetzt aufhören, gleich haben wir eine Besprechung."
"Dann mach's gut H."
"Bis nachher."
Ich lege auf und stecke mein Handy wieder in die Hosentasche und laufe zum Treffpunkt, bei dem gleich jemand eine Ansprache halten wird. Meine Gitarre stelle ich davor noch in meinem Spint ab und verschließe ihn.
Im Warteraum stehen die Kandidaten. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie viele. Ich würde sie um die 50 schätzen. Plötzlich kommt Simon Cowell auf die Bühne und räuspert sich. Sofort verstummen alle Gespräche.
"Herzlich willkommen zur nächsten Runde von "The X Factor. Wie ihr in eurer Email gelesen habt, werdet ihr heute einen selbst ausgesuchten Song performern. Ihr seit die zweite Gruppe, mit 60 Personen, gestern waren ebenfalls 60 Sänger hier. 1/4 von euch werden nicht weiter kommen! 30 von euch werden dann in die fünf Gruppen eingeteilt. Zudem wird alles von Kameras verfolgt und live im Fernseher übertragen. Nun aber viel Glück und Erfolg!"
Wir klatschen alle, bevor er von der Erhebung verschwindet und aus dem Raum geht. Das Publikum klatscht, deshalb ich denke, dass er auf der Bühne steht, auf der wir jeden Moment singen werden. Ich bin Nummer 26, dass heißt, ich habe noch gut 1,5h, bis ich dran bin. Nachdem wir sicher sind, dass keine weitere Ansprache kommt, verteilt sich die Menschenmasse und jeder geht an seinen Ursprünglichen Platz zurück.
Das heißt, ich gehe zurück in die Kantine und mache mir einen kleinen Salat aus dem Buffet. Dazu nehme ich mir eine Apfelschorle aus dem Kühlschrank und setze mich an den Tisch, der noch frei ist.
Louis ist hier.
Mit zittrigen Fingern nehme ich die Gabel in die Hand und fange an, mein Essen zu essen.
Fragen über Fragen übernehmen meine Gedanken. Was ist aus Louis geworden? Wieso ist er kein Fußballstar? Er war doch immer so gut... Was arbeitet er jetzt? Wie geht's ihm? Hat er eine Freundin? Wie geht es Jay und Fizzy?
Gedanken verloren starre ich auf meinen Teller und bemerke nicht, dass noch eine Person hinein kommt. Diese setzt sich lautlos an einen anderen Tisch und beobachtet mich.
Ich schüttle meinen Kopf, lasse meinen Blick über den Raum gleiten und meine Augen bleiben bei einer Person hägen. Eisblaue Augen treffen meine. Mit einem undefinierbaren Blick beobachtet er mich, lässt mich auch nicht aus den Augen, als ich meine Schüssel in das Becken stelle und schon fast auf dem Raum sprinte. Ich ertrage seine Anwesenheit nicht.
Meine Vergangenheit holt mich ein. Die ich so gut es geht vermeiden möchte. Louis hat mich gebrochen. Hat mich mental zerstört. Und nun? Ich bin ein selbstsicherer Mann, mit einem wunderbaren Freund an meiner Seite, bin Multimillionär mit 24 und lebe mit meiner Schwester, meiner Mutter und meinem Stiefvater zusammen.
"Harry Styles, machen Sie sich bitte bereit."
Ich schrecke auf und sehe zu dem Mitarbeiter, der mit einem Mikrofon Durchsagen macht. Innerlich nicke ich mir zu, hole meine Gitarre und stelle mich an. Nervös atme ich noch ein, zweimal durch bevor ich schließlich auf die Bühne gelassen werde.
Die Zuschauer fangen an zu jubeln, die ganze Arena ist voll. Mein Blick fliegt über die Zuschauermenge.
"Herzlich Willkommen Harry. Welchen Song wirst du uns heute präsentieren?"
"Guten Mittag, ich werde "Cry Me A River" spielen."
"Dann viel Spaß und Erfolg."
Noch einmal bedanke ich mich, richte meine Gedanken und fange an, die Gitarre zu zupfen.
You were my sun
You were my earth
But you didn't know all the ways I loved you, no
So you took a chance
And made other plans
But I bet you didn't think that they would come crashing down, no
Meine Augen schließen sich automatisch, meine Lippen berühren sachte das Mikrofon. Diesen Song habe ich nach Louis Trennung eine Zeit lang auf Dauerschleife gespielt und ich habe das Gefühl, so meine Gefühle besser zu verarbeiten, wenn ich es ausspreche. Er war meine Sonne in dunkeln Zeiten. Er war zu dem Zeitpunkt wirklich meine kleine Welt, in der ich mich wohl gefühlt habe...
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ICH SEHE MORGEN HARRY!!! ich kann's immer noch nicht glauben. Ist jemand von euch in Hamburg und hat Lust sich zu treffen? (Morgen)
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Loving is the antidote {Larry Stylinson}
FanfictionUnd obwohl es so neu für mich war, fühlte es sich an, als ob ich dieses Gefühl von Geborgenheit schon eine Ewigkeit kannte. Zwei junge Menschen die sich an einer Universität in London kennenlernen. Der eine ein Fußballer, der andere ein Mensch mit G...
