Während der Fahrt hatte ich irgendwie gar nicht auf meine Umgebung geachtet, was mich staunen ließ als ich aus dem Bus ausstieg. Wir waren umgeben von Hügeln und Bergen zwischen denen das relativ große Anwesen lag, die Herberge, in der wir bleiben würden. Man konnte direkt mit Blick nach vorne am Ende der Straße einen Steg sehen, der von großen Bäumen umgeben war. Es war wunderschön. Die Sonne strahlte über das klare Wasser direkt zu unserem Bus hinüber, an dem wir noch alle standen und staunten. Der Busfahrer und die Lehrer halfen allen das Gepäck aus dem Bus zu laden, ehe sich der Busfahrer verabschiedete, um uns in einer Woche wieder abzuholen. Gemeinsam mussten wir kurzerhand einige Treppenstufen unsere Koffer nach oben tragen, um auf einer kleinen Plattform vor dem Eingang der Herberge zu stehen.
"Ihr könnt jetzt eure eigenen Gruppen bilden. Wir haben zwei Sechserzimmer, eins davon ist für die Mädchen reserviert und bekommt noch eine zusätzliche Matratze. Dann noch vier Viererzimmer", erklärte unsere Lehrerin.
Schon bevor sie zu ende gesprochen hatte, hatten sich die meisten Gruppen gebildet - ich hatte keine Chance Cole zu fragen, ob er mit mir in ein Zimmer wollte, da er direkt von dem Klassenclown Sam und meinem ehemaligen besten Freund Marcus gefragt wurde. So ein Arsch! Natürlich hatte Cole dadurch nicht wirklich eine Wahl und musste zur Vierergruppe, verdammt. Da blieben nur noch Tyler und ich übrig. Irgendwie waren wir außen vor, es gab nur Vierergruppen und uns. Ehe es noch peinlicher wurde, fragte ich einen der Fußballspieler, ob wir mit ihnen das Sechserzimmer teilen könnten.
"Klar - du bist cool, im Bus warst du echt entspannt", antwortete er und seine Freunde nickten.
Sowas hatte ich noch nie jemanden zu mir sagen hören, wodurch ich vermutlich leicht errötete.
Damit war es entschieden. Ich hätte auch Cole fragen können, aber den Klassenclown und meinen Ex-besten Freund in einem Zimmer zu haben, wäre eine noch größere Qual als nicht mit Cole in einem Zimmer sein zu dürfen! In der Zwischenzeit hatte unser Sportlehrer mit einem der Inhaber der Herberge geredet und nach dem Weg zu unseren Zimmern gefragt. Resultierend begaben wir uns von der Stelle, entlang an den offenen Fensterfronten, dem Speisesaal und der Küche und sogar an einer Sporthalle kamen wir vorbei. Dieser Ort hatte echt alles! Draußen eine riesige Anlage, den See, einen Strand und hier noch eine Sporthalle?! Was noch? Eigene Badezimmer für uns? An die Klassenfahrt in der fünften Klasse kann ich mich zwar nicht mehr richtig erinnern, dafür aber an das eine Ferienlager. Es gab drei offene Duschen, nebeneinander, ohne Trennwände und ich kleines Ding war fett wie eine Sau, hasste alles an meinem Körper und fand Jungs attraktiv. Das war wie die größte Folter überhaupt. Fragt mich nicht, wie ich das überlebt habe, aber ich habe zwei Wochen lang nicht geduscht. In Retroperspektive war das echt widerlich. Eigentlich wollte ich das nicht wiederholen oder mir ein neues Trauma zuziehen. Zu meinem Glück war das hier das Paradies. Wir hatten die Mädchen im letzten Trakt verloren - absichtliche Raumtrennung von Jungs und Mädchen, um Schwangerschaften zu verhindern. Die Lehrer hatten zwei einzelne Räume zwischen den Korridoren und die Jungs bekamen ihren ganz eigenen Trakt. Keine anderen Gäste, nur wir. Wahrscheinlich hatten sie das auch so gewählt, damit nachts niemand verschwinden konnte, da man unweigerlich direkt an den Räumen der Lehrer vorbei müsste, bevor man die Treppe zum Erdgeschoss erreichen würde. Immerhin hatten sie die Verantwortung für uns alle. Sie waren wirklich schlau, hatten alles geplant. Das machte aber nichts, ich hatte eh nicht vor nachts rauszugehen, wozu auch? Außerdem wäre ich sonst am nächsten Morgen völlig erschöpft, wenn wir schon um acht Uhr Frühstück bekamen.
Um ehrlich zu sein, waren wir etwas verwirrt, als Tyler, die anderen Jungs und ich unser Zimmer öffneten. Genau genommen, 'unsere Zimmer'. Das Sechserzimmer bestand aus zwei verschiedenen Zimmern, die über einen Balkon verbunden waren. Tyler und mein Zimmer bestand aus einem Hochbett für uns beide, und tatsächlich hatten wir ein eigenes kleines Bad mit einer Dusche und einer Toilette. Wahrlich, ein Paradies. Im Gegensatz dazu hatte das Viererzimmer der Sportler ein Hochbett, ein Einzelbett und noch ein extra Zimmer, das man abschließen konnte. In diesem gab es ein breites Bett für zwei Personen und ebenfalls ein Badezimmer. Nicht, dass es nicht schon genug wäre, nein, es gab auch noch eine Sitzgelegenheit mit einem Tisch. Und irgendwie war das typisch, aber die Balkontüren ließen sich nur bei ihnen verschließen, unsere hatte nicht mal ein Schlüsselloch. Aber wer wäre ich, mich zu beklagen? Naja, ich beklagte mich, irgendwie wünschte ich mir einmal in meinem Leben nicht bei Tyler zu stecken, sondern den nackten Körper anderer männlicher Lebewesen sehen zu dürfen, doch das wussten meine Hetero-Freunde natürlich zu verhindern. Vielleicht war ich auch aufgrund meiner Nerdigkeit nicht ganz angesehen in ihrer Clique. Vermutlich kam es ihnen gerade recht, dass sie mich und Tyler abschieben konnten. Trotzdem, sie waren die coolen Kids, nichts hätte ich mir mehr gewünscht als zu ihnen zu gehören, auch wenn es nur für sieben Tage gewesen wäre. Wer weiß, vielleicht ist die kalte Verbindung da draußen genug, um mich mit ihnen anzufreunden?
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Nervös mit dir [boyxboy]
RomantikHenry hat ein Geheimnis, das er seinem besten Freund einfach nicht sagen kann. Wie soll er eine ganze Woche auf Klassenfahrt mit Nicholas überleben, wenn er ihm immer wieder den Kopf verdreht? Das ist eine Original boyxboy Story. Sehr gayer Conten...
![Nervös mit dir [boyxboy]](https://img.wattpad.com/cover/316005424-64-k773856.jpg)