„Akito, wir müssen den Vampir jetzt jagen." sage ich, gleich nachdem Rina gegangen ist.
„Jetzt sofort? Ich bin müde und habe Hunger und außerdem will ich zocken, ich hab doch grade erst meinen PC aufgebaut..." jammert mein Bruder und lässt den Kopf hängen. Blonde Strähnen verdecken sein Gesicht. Kurz hatte ich das Verlangen, seinen Kopf zu tätscheln, lasse es dann aber doch sein.
„Wenn wir bis nachts warten finden wir ihn wahrscheinlich nicht mehr. Jetzt wissen wir ungefähr wo er ist." sage ich.
„Du hast dein Schwert nicht dabei." erinnert er.
„Das passt schon. Ich habe dich." ich grinse ihn an.
„Du lässt also wieder mich dastehen?" grinst er zurück.
„Wie gesagt, es hat doch gut funktioniert. Spürst du denn schon irgendwas?"
„Einen mit so bösen Gedanken? Nein." sagt er. Wir laufen weiter Richtung Westen, zum Wald hin.
„Schon eine halbe Stunde...mein Füße tun weh."
„Jammer nicht, ich durfte mich auch nicht beschweren. Ich spüre noch nichts." sagt er. Wir gehen weiter. Plötzlich hält er an. „Stopp!" Ich bleibe abrupt stehen. „Da ist was. Ich weiß nicht ob er es ist, aber er hat definitiv grade viel gegessen und immer noch Blutdurst." Er rennt los, ich laufe ihm hinterher, weiche Ästen und Steinen aus die auf dem Waldweg liegen. Dann bleibt er stehen und duckt sich etwas, ich tue es ihm gleich.
„Siehst du ihn?" fragt er und zeigt durch die Bäume. Er hockt da und vor ihm liegt ein lebloser Menschenkörper. Ich nicke.
„Also, ich habe immer ein kleines Fläschchen Weihwasser bei mir. Wenn du ihn genug lähmst, kann ich es über seine Brust schütten und du reißt ihm sein Herz raus. Mit deiner schwachen Kraft kannst du ihn ja nicht töten."
„Du hast Weihwasser bei dir? Du vertraust mir also doch nicht?"
„Quatsch, ich will mich nur in Situationen wie diesen gegen Vampire verteidigen."
„Na gut. Du willst ihn gleich töten weil er schon zweimal gemordet hat?"
„Ist er es denn?"
„Naja er ist größer als Kohaku und hat schwarze Haare, also..."
„Na gut, töten wir ihn." sage ich. Ich hasse Vampire, wiederhole ich in meinem Kopf. Außerdem ist es sowieso meine Anweisung, keinen am Leben zu lassen. Keinen...
„Versiegelung!" ruft Akito. Der grüne Blitz erschreckt den Vampir, doch er ist zu langsam. Sein rechtes Bein wird getroffen. Er faucht uns an, wir rennen zu ihm. Ich sehe mir Akito im Laufen genauer an und bemerke, dass er wirklich einen leichten grünen Schimmer, einen Runengürtel, um seine Taille hat.
„Versiegelung!" nuschelt der Vampir mit Gedärmen im Mund. Blitzschnell weiche ich aus, Akito auch. Der Vampir breitet seine Flügel aus, Akito tut es ihm gleich. Also ist auch dieser Vampir einer der weiterentwickelten Art. Wie kommt es, dass ich vorher nie einen gefunden habe? Ich renne los, werfe ihn mit einem Stein ab um ihn abzulenken, bis Akitos Magie wieder regeneriert ist. Der Vampir fliegt schnell auf mich zu, voller Energie nach seiner Mahlzeit.
„Frisches Fleisch!" Seine Krallen greifen nach mir und mit seinen großen Finger klammert er sich fest an mich, seine Krallen zerkratzen meinen Arm. Sofort fangen meine Wunden an zu brennen wegen des Schmutzes und Bluts an seiner Hand. Vor Schmerz aufschreiend schlage ich ihm mit einem Stein gegen den Hals, sodass er Blut in mein Gesicht hustet. Widerlich! Innerlich schüttele ich mich vor Ekel, habe allerdings auch schon schlimmeres erlebt.
„Versiegelung!" sagt Akito schnell und versiegelt damit die Flügel des Mannes, was ihn ruhiger werden und seine Krallen nicht mehr so sehr an meiner Haut kratzen lässt. „Jetzt!" ruft mein Bruder mir zu, ich öffne das Fläschchen Weihwasser und will es über unseren Gegner kippen, doch er durchbricht seine Sperre und wirft mich mit den Beinen um. Mist! Warum ist Akitos Magie so leicht zu durchbrechen? Das Weihwasser trifft ihn nur ganz schwach am Bein. Wieder greift er meinen Arm und beißt hinein, aber nicht, um mein Blut zu trinken, sondern und mich zu verletzen. Seine spitzen Fangzähne dringen tief in mein Fleisch und ich merke wie seine Widerhaken an mir reißen, während ich mich wehre. Ich schreie auf, schlage ihm gegen den Kopf, reiße meinen Arm rum und versuche ihn irgendwie loszuwerden, was mir nur noch mehr Schmerzen bereitet.
„Fesseln!" sagt der Mann und meine Arme werden bewegungsunfähig, nachdem ich von den Lichtfesseln gefangen werde. Akito versiegelt seine Arme, was mir die Möglichkeit gibt mich loszureißen und an die Seite zu kriechen. Ich schaue mir die tiefen Wunden an meinem Arm an. Mein Blut tropft heraus. Los, heil dich! denke ich, aber es dauert zu lange und es schmerzt sehr. Der Vampir steht auf und schnappt nach Akito. Ich schmeiße mich auf seine Bein, versuche ihn trotz des Handicaps niederzudrücken.
„Akito!" rufe ich. Mach was! Jetzt! Ich sehe nach oben. Mein Bruder steht über mir, der Mann hält ihm am Hals. Akito spannt sich an, und holt mit einer Hand weit nach hinten aus. Mit Schrecken sehe ich ihn an. Seine Augen schimmern rot und seine Finger sehen aus wie tiefschwarze, lange Krallen, mit denen er nun hervorschnellt. Er zielt auf die Brust seines Gegners, rammt seine Hand in dessen Brust und reißt sein Herz mit einem Ruck heraus. Mit seinen spitzen, glänzenden Zähnen zerbeißt er die Sehnen und das dunkelrote Blut befleckt den Waldboden und uns beide. Der Griff um den Hals meines Bruders lockert sich, und als nun auch die letzten Zuckungen, die durch den Körper des Vampir fahren, verenden, wirft Akito das Herz an die Seite und leckt seine Lippen.
„I-Ist er tot?" frage ich vorsichtig. Dann verschwindet die Sperre meiner Arme und die gelben Fesseln aus Licht zerspringen in tausend Teile. Akito nickt. Mit dem ganzen Blut im Gesicht...und den roten Augen...sieht er aus wie ein Monster. Als hätte er meine Gedanken wieder gehört, wischt er sich mit der Hand das Blut vom Gesicht und leckt es ab. Seine Augen nehmen wieder ihre normale, smaragdgrüne Farbe an.
„Geht es dir gut?" fragt er und kniet sich zu mir. Es hängen immer noch einige Blutspritzer in seinem Haar. Nervös nicke ich und konnte es nicht verhindern ein Stück wegzurücken. Verwirrt sieht Akito mich an. „Sayoko?" Als er meine Angst bemerkt, zuckt er kurz. Dann werden seine Augen weicher. „Alles gut, ich tue dir nichts." er legt seine Hand über meine Wunde und die grünen Runenkreise heilen meinen Arm. Der Schmerz lässt nach und dankbar, aber immernoch etwas ängstlich, sehe ich ihn an. Er kratzt sich verlegen am Kopf. „Ich weiß, du hast es mir verboten, aber es tat gut mal wieder etwas Blut zu trinken. Tut mir leid." sagt er dann. Ich nicke nur, er hilft mir beim aufstehen. Ich atme tief ein. Damals... habe ich viel besser kämpfen können. Wieso bin ich denn jetzt so schwach... ich muss noch einmal zu meinem Mentor zurück... und ich muss von den neuen Vampiren berichten.
„Okay, dann lass uns mal unauffällig nachhause gehen. Nicht das uns noch jemand auf all das Blut anspricht." sagt Akito grinsend. Ich nicke langsam.
„Ich rufe Mama an und sage ihr das sie dafür Sorgen soll das Dai nicht da ist." sage ich und nehme mein Handy. „Ja, hallo Mama. Akito und ich mussten was erledigen. Auf jeden Fall, sorge bitte dafür das Dai gleich nicht zuhause ist. Ja? Okay. Danke. Bis gleich." ich lege auf. „Sie sagt sie schickt ihn in den Supermarkt. Lass uns gehen."
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My bitey Brother
VampirosAls Sayokos Vater von einem Vampir ermordet wurde, begann sie die Ausbildung zur Vampirjägerin. Ihre Mutter hatte in der Zeit einen neuen Freund gefunden, und mit Sayokos neuem Vater bekam sie auch einen Bruder: Akito. Dieser geht nicht nur auch auf...
