„Was hast du mit dem Weihwasser vor?" fragt mich mein Bruder auf dem Weg nachhause. Irgendwie kann ich das Gefühl nicht loswerden, dass er wütend und angepisst ist, seit wir bei Rina waren.
„Damit reinige ich meine Klinge und mache sie gegen Vampire effektiver." sage ich.
„Du bist gemein, aber klug." sagt er und schaut skeptisch auf die Schale in meinem Händen.
„Danke." Zuhause angekommen essen wir Mittag.
„Mama ich muss gleich noch was mit dir besprechen." sage ich.
„Oh okay, was denn?" fragt sie.
„Ich sagte gleich." Akito schaut mich an.
„Hast du deine Tage und deine OBs sind alle?" grinst er.
„Was?! Sei doch einfach still!" sage ich. Unsere Eltern lachen. Verräter...aber wenigstens ist Akito wieder etwas besser drauf.
„Was gibt es denn so wichtiges?" fragt meine Mutter mich später in der Küche.
„Du hast bestimmt von dem Mord gehört." fange ich an. Sie nickt.
„Ich muss heute Nacht wieder raus. Mit Akito."
„Warum denn mit Akito?" fragt sie verblüfft.
„Er wird mir helfen. Mehr als du denkst." Ich muss es ihr erzählen. Aber sie darf es Dai nicht sagen... „Mama..." fange ich langsam an. Sie sieht mich an. „Akito ist ein Vampir." beende ich eindringlich flüsternd.
„Was?!" fragt sie erschrocken und weicht zurück. „Das kann nicht sein!"
„Psst! Sein Vater weiß es nicht, und soll er auch nicht. Erzähle es Dai nicht." bitte ich sie.
„W-wirst du Aktio töten?" fragt sie und bekommt Tränen in die Augen, hält sich die Hand vor den Mund.
„Nein werde ich nicht." ich schüttele den Kopf.
„Aber du bist doch...-"
„Eine Vampirjägerin, ich weiß. Aber er mordet nicht, also gibt es keinen Grund ihn zu töten." erkläre ich und hoffe, dass ich Recht habe.
„Versprich mir, dass ihr heile zurückkommt." bittet sie mich.
„Wie oft bin ich verletzt zurückgekommen?" lächle ich.
„Einmal, und du wärst fast gestorben." sagt sie besorgt.
„Das passt schon. Akito ist stark, wir beschützen uns gegenseitig." nicke ich ihr zu.
„Ich vertraue dir." sagt sie.
„Danke." Ich nehme sie in den Arm und gehe dann in mein Zimmer. Das Weihwasser stelle ich in meinen Schrank. Heute Abend gehe ich nach langer Zeit mal wieder jagen...mal schauen ob ich noch so gut bin wie vor drei Monaten.
„Machst du dir Sorgen?" höre ich Akitos tiefe Stimme hinter mir sagen.
„Wie kommst du hier rein?!" frage ich erschrocken und drehe mich zu Akito um.
„Durch die Tür, du hörst mich nur nie."
„Das ist gruselig." sage ich.
„Achja?"
„Naja...schon. Machst du das immer so?"
„Manchmal." sagt er und zuckt mit den Schultern. Ich seufze.
„Ja ich mache mir ein bisschen Sorgen. Ich habe zwar schon unzählige getötet, aber wenn es eine neue Art gibt weiß ich nicht, was mich erwartet." sage ich.
„Studiere doch meinen Körper, dann weißt du wie sie aufgebaut sind und kannst vielleicht Schwachstellen finden um den Kampf einfacher zu machen."
„Du willst doch nur, dass ich dich anfasse."
„Vielleicht." grinst er.
„Aber es ist eigentlich keine schlechte Idee." sage ich und komme auf ihn zu.
„Was machst du?" fragt er, setzt sich auf mein Bett.
„Mund auf." sage ich. Er zögert kurz, macht dann aber was ich sage. Ich schaue mir seine Fangzähne an.
„Du hast sie wirklich nicht oft benutzt...andere Vampire in deinem Alter haben abgenutztere Zähne." Ich streiche an dem Finger an dem Zahn entlang.
„Widerhaken...verletzt du dich nicht selbst daran?"
„Nur, wenn ich mir dummerweise auf die Zunge beiße." sagt er. Ich schaue mir seine Zähne weiter an.
„Du hast dahinter noch zwei weitere kleine Zähne, leicht gebogen. Wofür? Um das Fleisch besser von Opfern reißen zu können?" sage ich nachdenklich. Sein Atem...er ist warm...oh nein, ich darf nicht an sowas denken! Doch er grinst, zieht mich näher zu sich und küsst mich. Ich zucke erschrocken, kann mich aber nicht von ihm losreißen. Akito...! Als er von mir ablässt keuche ich.
„Sorry...du warst so nah an mir dran..." sagt er verlegen, aber es schien ihm nicht wirklich Leid zu tun.
„Schon gut...meinen ersten Kuss hast du ja schon..." sage ich, ein bisschen wütend. Er leckt sich seine Lippen.
„Wenn es nicht schlimm ist...dann gib mir mehr."
„Mehr?"
„Küss mich nochmal..." in seinen Augen glänzt Verlangen.
„Vergiss es. Du bist mein Bruder." sage ich ihm und klatsche ihm mit beiden Händen ins Gesicht. „Wach auf!" sage ich. Er schüttelt sich.
„Hey, das war nicht nett."
„Mir meinen ersten Kuss zu nehmen, dich dann zu entschuldigen und es am Ende doch erneut tun auch nicht."
„Sorry...wie gesagt, ich dachte es wäre nur ein Kuss für dich." sagt er.
„Und für dich bedeutet es nichts? Wow. Wenn es für dich nichts ist, dann lass es bitte bleiben. Und jetzt geh bitte. Ich möchte schlafen, bis wir raus müssen." sage ich und versuche meine Wut und meine Tränen zu unterdrücken.
„Das hab ich nicht-"
„Geh!"
„Na gut...ich wecke dich, sobald ich was spüre oder es Mitternacht ist." er steht auf und geht aus meinem Zimmer. Idiot...
DU LIEST GERADE
My bitey Brother
VampirAls Sayokos Vater von einem Vampir ermordet wurde, begann sie die Ausbildung zur Vampirjägerin. Ihre Mutter hatte in der Zeit einen neuen Freund gefunden, und mit Sayokos neuem Vater bekam sie auch einen Bruder: Akito. Dieser geht nicht nur auch auf...
