Kang Taehyun ist hochbegabt, doch nur mit seinem leistungsstarken Verstand und seiner Vorliebe für Zahlen bekommt er keinen großen Freundeskreis. Was Taehyun nicht unbedingt stören würde, wäre da nicht seine große Leidenschaft.
Das Fußballspiel.
Daf...
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Der Boden unter meinen Füßen fühlte sich heute, einen Tag nach dem Gespräch beim Direktor, noch wackeliger an als gestern. Ich starrte auf die kleinen Kieselsteine, die unter meinen Schuhen knirschten, wenn ich meinen Fuß bewegte. Die kühle Brise traf meinen Nacken und ich schloss für einige Sekunden meine Augen.
Ich hatte vor wenigen Minuten erfahren, dass Bongcha suspendiert worden war.
Mein Kopf war gefüllt mit Fragen, die ich mir selbst stellte. Ob ich es bereuen sollte, nicht für sie gelogen zu haben. Ob ich mir von ihr einreden lassen sollte, dass es meine Schuld war. Doch ich schüttelte den Kopf. Ich bereute es, ihre Freundin gewesen zu sein und alles toleriert zu haben, was sie gemacht hatte, aus Angst, sie würde mich sonst zu einem Außenseiter machen. Dabei hatte ich stattdessen zugesehen, wie sie andere schlug und schikanierte.
»Paenji?«
Daesys Stimme klang leise, aber dies lag vielleicht an meinen Gedanken, die einfach lauter waren als sie.
»Paenji, ist alles okay?«, hörte ich nun auch Nabis Stimme und hob langsam meinen Kopf. Ich wusste nicht, ob man mir meinen inneren Zustand an den müden Augen und den blassen Wangen ansehen konnte, aber alle fünf Mädchen, die hier im Kreis auf dem Pausenhof standen, sahen mich besorgt an.
Langsam nickte ich, dann bemühte ich mich um ein mildes Lächeln. »Alles gut, ich war nur in Gedanken.«
Daesy nickte mitfühlend, ergriff meine Hände mit ihren und es war das erste Mal, dass ich sie richtig zärtlich erlebte. »Das kann ich verstehen. Das alles hier ist ein richtiger Schock. Nachdem ich das von Bongcha gehört habe, dachte ich, dass wir auch gehen müssen.«
»Aber wir haben doch nicht wirklich was gemacht«, sagte Chaowon und zog die Augenbrauen unsicher zusammen.
Dabei zuckte Nabi mit den Schultern und wickelte eine ihrer rot-schwarzen Strähnen an ihrem Zeigefinger auf. »Ihr habt zugesehen. Aber macht euch keine Gedanken mehr darüber«, sagte sie, »ich bin ehrlich gesagt froh, dass Bongcha suspendiert wurde. Sie war nicht nur eine schlechte Anführerin, sondern auch eine schlechte Freundin.«
Wir schwiegen, weil wir wussten, dass sie recht hatte.
Plötzlich glitt Nabis Blick direkt zu mir und das leicht geschminkte Augenpaar musterte mich für einige Sekunden. »Besonders du, Paenji, hättest dir das alles nicht gefallen lassen sollen.«
»Paenji hatte keine Wahl«, gab Daesy schnell und überraschend giftig zurück. Ich hatte nicht erwartet, dass das Mädchen, welches am meisten mit Bongcha Zeit verbracht hatte, mich nun so verteidigen würde. Auf der anderen Seite wusste Daesy vielleicht auch mehr, als es den Anschein hatte. »Aber Nabi hat recht, es ist gut, dass sie suspendiert wurde. Jetzt musst du nichts mehr von dem tun, was Bongcha wollte«, fügte Daesy an mich gewandt hinzu.
Und damit meinte sie wohl unter anderem den Auftrag, Taehyun zu bezirzen. Nur hatte sich diese Aufgabe als eine andere Angelegenheit entpuppt. Ich wollte ihn jetzt nämlich wirklich kennenlernen, ohne Bongchas Willen. Ich wollte ihn treffen und mit ihm sprechen, besonders nach dem Vorfall. »Ja, zum Glück«, murmelte ich trotzdem leise und zupfte an einer meiner Strähnen. »Ich denke, es tut uns allen gut, nicht mehr unter ihrer Macht zu stehen.«