Husk
Die Gänge sind leer und unsere Schritte hallen über den Flur. Ich weiß, dass er mir folgt, auch ohne mich umzudrehen. Ich weiß, dass er unsicher ist. Ich habe seinen überraschten Blick gesehen, noch ehe sich seine Lippen zu einem Lächeln verzogen haben.
Doch trotzdem ist er gezeichnet von der Vergangenheit und echte Wichser haben ihn so oft im wahrsten Sinne gefickt, dass er wohl immer etwas vorsichtiger ist. Er hat keine Ahnung, was ihn erwartet, doch er folgt mir schweigend... ungewöhnlich für ihn, denke ich. Normalerweise würde Angel mit irgendwelchen Flüchen und heftigen Worten um sich werfen, um die Situation irgendwie unter Kontrolle zu bringen. Doch seit unserer Begegnung im Club und der anschließenden Schießerei hat sich irgendwas zwischen uns geändert.
Er ist nicht mehr der Faker und der beschissene Blender, der er mal war. Die Maske ist, zumindest vor mir, gefallen. Und ich muss gestehen... so gefällt mir der Typ echt gut!, denke ich und biege in einen neuen Gang.
„Ehm... Whiskers? Wohin gehen wir?", will er nun doch wissen. Bei dem komischen Spitznamen zieht es sich in mir zusammen, doch ich erwidere ausnahmsweise mal nichts dazu. „Ich glaub, es wird dir gefallen. Lass dich doch einfach mal drauf ein.", sage ich und spüre sofort, dass ich ihm eine Vorlage geliefert habe. „Oh Süßer... wenn du wüsstest, worauf ich mich alles einlassen würde...", raunt er mir zu und seine Augen blitzen mich herausfordernd an.
Mein Herz schlägt schneller und auch, wenn ich nicht mehr dazu in der Lage sein sollte, spüre ich etwas anderes als Hass, Groll und Verachtung. Meine Seele war schon vor dem Verkauf dunkel und so gut wie tot. Mir wird warm und ich spüre, wie sich meine Lippen zu einem Lächeln verziehen. „Ich bin mir sicher, dass mich nichts überraschen würde.", antworte ich und sehe, wie Angel die Augenbraue hebt.
Ich ziehe einen Schlüssel aus einer meiner Taschen hervor und öffne die Tür, vor der wir Halt gemacht haben.
Das schwummrige Licht von draußen taucht mein Zimmer in ein sanftes Rot und lässt den Raum wärmer erscheinen, als er sich je für mich angefühlt hätte. „Ist das... dein Zimmer?", fragt mich meine Begleitung und ich spüre deutlich seinen Blick, als er mein riesiges Himmelbett betrachtet. Die Flaschen stelle ich auf den Tisch, ehe ich mich ihm zuwende.
„Ist es. Doch das wollte ich dir nicht zeigen.", sage ich und führe ihn weiter ins Zimmer, ehe ich die Tür hinter ihm schließe.
Die Stimmung ändert sich augenblicklich. Ich spüre wie Angel in einen anderen Modus schaltet und als er sich zu mir umdreht, sind seine Lippen zu einem verschlagenen Lächeln verzogen und er fährt sich anzüglich mit der Hand durchs Haar und über seinen Oberkörper. Er ist nicht mehr der Mann, der noch bis vor wenigen Augenblicken mit mir an der Bar gegessen hat oder der mich sanft berührte.
„Wenn du mich so sehr wolltest, Kitty, hättest du doch einfach was sagen können...", raunt er, doch irgendwas in seiner Stimme stört mich und ich halte ihn zurück, als er einen Schritt auf mich zu macht. Seine Hände halten in der Luft inne, als ich ihn an die Schultern greife. Seine Augen öffnen sich überrascht und er holt Luft.
„Angel. Lass den Scheiß.", entgegne ich.
Schmerz, denke ich, als ich seinen Blick sehe. Doch viel zu schnell hat er sich wieder unter Kontrolle.
„Was soll die verfickte Scheiße?! Du bringst mich in den Zimmer und dann willst du mich nicht mal richtig ficken? Ist dir der Schwanz abgefallen, verdammte Scheiße nochmal? Loch ist Loch, oder? Hab doch einfach mal Spaß, Wichser!", ruft er aufgebracht und schlägt meine Hände weg. Sein wütender Blick begegnet meinem und er hält schwer atmend inne.
„Ich habe dich nicht hier her geführt, um dich genauso zu behandeln wie die ganzen Arschlöcher da draußen, Angel. Du bist mehr als ein Fickloch. Mehr als eine Marionette.", sage ich, doch seufze einmal tief. Ich wende mich den Flaschen zu und köpfe eine direkt. Der starke Whisky brennt auf seinen Weg nach unten, doch ich heiße den heißen Schmerz willkommen.
Wenn Angel wüsste... wie sehr..., denke ich, doch schüttle den Kopf.
„Komm... oder verpiss dich.", sage ich schließlich und wende mich dem anderen Mann wieder zu, der mich unsicher ansieht.
Ohne weitere Worte gehe ich auf mein eigentliches Ziel zu, der Balkontür.
Als ich sie öffne, weht eine sanfte Brise herein, die mir Gänsehaut bereitet. Die Plattform ist nicht groß, gerade passend, dass man sich zu zweit niederlassen kann, während man die Lichter der Stadt unter sich beobachtet. Ich setze mich auf den kalten Boden, ehe ich erneut die Flasche an meine Lippen setze.
Ach Scheiß drauf, wenn er weg ist!, denke ich noch, ehe ich spüre, wie sich ein Körper neben mir ausstreckt. „Fuck... was für ne Aussicht...", murmelt Angel, ehe er die zweite Flasche hervor zieht und einen Schluck trinkt. Seine Beine berühren meine kurz, doch ich ziehe mich zurück. Fuck man... ich will nicht, dass er denkt, dass ich ihn nur ficken will, denke ich, ehe die brennende Flüssigkeit wieder durch meinen Rachen rinnt.
„Sorry Mann... Ich bin echt... krank im Kopf.", murmelt Angel neben mir nach einigen Augenblicken, während seine Augen über die Stadt wandern. „Vergiss es einfach.", antworte ich und mache eine wegwerfende Bewegung. Schweigend sitzen wir nebeneinander, während die Flaschen immer leerer werden. Sein Blick wird glasiger und ich spüre, wie sich in mir eine vertraute Wärme und Leere breit macht. „Warum... warum wolltest du mich nicht? Verfickte Scheiße... Ich bin Angel Dust, die meisten schmeißen mir noch Geld hinterher, wenn ich mich ihnen so anbiete.", will er irgendwann wissen, während unter uns immer wieder Schreie zu hören sind.
„Weil du Angel bist...", antworte ich und schaue auf. Seine überraschten Augen blicken mich an.
„Was zum Fick?", kommt von ihm und ich muss lachen. „Verdammt nochmal! Hat dich jemals ein Wichser berührt ohne dich danach nicht aufs Bett zu werfen und dich zu nehmen? Hat jemals irgendein Arschloch dich... geküsst, ohne Sex. Ohne Drogen... ohne Geld?", will ich wissen und werfe die Flasche von mir. Ich höre sie weit unter uns zerschellen.
Die Splitter verteilen sich genauso wie meine Zurückhaltung. „Du wolltest doch leben? Dann leb, Scheiße nochmal! Leb dein beschissenes Leben! Und außerhalb von Valentions Händen... leb, wie du es willst. Fick wen du willst. Aber nur eben, wenn du willst.", füge ich hinzu, ehe ich mich wieder abwende.
„Okay... wow.", antwortet er nur, während ich mich plötzlich richtig bescheiden fühle. Das hätte ich nicht sagen dürfen, als ob ich nicht besser als jeder andere wüsste, dass es verdammt schwer ist aus seiner Haut zu fahren, denke ich und starre zwei Lichtern in der Ferne nach.
„Hey Kitty! Küss mich!", sagt er mit einem Mal und ich drehe mich abrupt zu ihm um. Um seine einladenden Lippen hat sich wieder das verschmitzte Lächeln gelegt. Seine Augen schauen mich herausfordernd an, ehe er seine Hand hebt und sie an meine Wange legt.
„Küss mich, weil dich keiner bezahlt, du höchstens betrunken bist und keinen Sex willst." führt er fort und kommt näher.
„Du bist so krank, man.", flüstere ich noch, ehe ich seine Lippen auf meinen spüre. Mit einem Mal explodiert das Gefühl in mir, mein Inneres flammt auf. Brennender als jeder Whisky dieser verdammten Unterwelt, fühlen sich seine Lippen auf meinen an. Voller Leidenschaft greift Angel in meine Weste und zieht mich fester an sich. Meine Arme legen sich um seine schmale Taille, während sich meine Hände in seine Seiten krallen. Er stöhnt gegen meine Lippen und er klingt überhaupt nicht so hohl wie in seinen Pornos.
Noch bevor ich seine Zunge in meinem Mund schmecke, weiß ich, dass ich den Verstand verlieren würde. Doch er küsst mich weiter, lässt mich nicht los und verjagt jegliche Worte, die beschreiben könnten, was ich fühle. Seine Hände sind überall. Und hinterlassen überall seine Spuren.
Ich spüre, wie er weiter gehen will. Verdammte Scheiße... ich bin so geil, dass ich das Gefühl hab es platzt gleich was... aber..., schaffe ich es zusammen zu bekommen und umfasse sein Gesicht.
Vorsichtig, sanft ziehe ich ihn von meinen Lippen, nicht ohne ihn erneut zu küssen. Seine Lippen sind gerötet, geschwollen, aber schöner als je zuvor.
Seine Augen glühen und blitzen in den Lichtern der Stadt hell auf. „Schon genug, Süßer?", säuselt er, doch ich kann spüren, dass er unsicher ist.
Meine Lippen verziehen sich zu einem Lächeln. „Müssen wir gleich auf 180 gehen?", frage ich.
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Loser Lover (HuskerDust)
FanfictionHusk x Angel!! Achtung! Boyslove Inhalte! LEMON-Kapitel! Der letzte Abend vor der Auslöschung und der Alkohol fließt. Schon seit ner Weile merkt der sonst so offene, flirtfreudige Angel, dass ihn der mürrische und verschlossene Barkeeper Husk nicht...
